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Kommentare und Aktuelles zu "gerne katholischen" Themen

Der hohe Advent

KerzenMit dem 17. Dezember beginnt die Kirche den sogenannten „Hohen Advent“, die letzte Woche vor dem Weihnachtsfest. Liturgisch gesehen ist diese letzte Woche der Vorbereitung auf die Geburt Jesu geprägt durch die O-Antiphonen. An jedem Tag wird eine andere Antiphon zum Magnificat in der Vesper und als Ruf vor dem Evangelium gesungen, die den kommenden Messias mit einem Messiastitel aus dem alten Testament anruft. Sie heißen O-Antiphonen, weil sie mit einem „Oh“ beginnen und damit auch sprachlich die Sehnsucht nach diesem Messias, die Sehnsucht nach Jesus Christus zum Ausdruck bringen. Neben der Sehnsucht steht in diesem „oh“ sicher auch ein Staunen über die Taten Gottes für sein Volk. Die Antiphonen münden in eine Bitte, dass der Messias kommen möge.
Die sieben Antiphonen führen uns also tiefer ein in die Sehnsucht, Stauen und Bitten des Volkes Gottes aber sind auch eine Hilfe, um tiefer zu verstehen, wer dieses Kind in der Krippe eigentlich ist und welche bahnbrechende Bedeutung es für die ganze Welt hat.
Oh, veni! Oh, komm! (mehr …)

Gerne katholisch-Magazin Nr. 3 erschienen

Gerne katholisch Magazin Nr. 3

Die neueste Ausgabe unseres Magazins beschäftigt sich diesmal ausführlich mit dem Thema Familie. Nicht nur durch die Familiensynode im Herbst ist sie derzeit Top-Thema in Kirche und Gesellschaft. Folgende Themen erwarten Sie u.a.:

  • “Heilige Familien” - Biblische Familienbilder aus dem Alten und dem Neuen Testament
  • “3 Fragen an… Ute Eberl” - “Auditrix” bei der außerordentlichen Bischofssynode im Herbst 2014
    zu Ehe und Familie
  • “Aus Staub gemacht – Nach Gottes Bilde” - Geistlicher Impuls
  • “Staunend auf nackten Sohlen davorstehen” – Exerzitien auf der Straße
  • “Die Familie – was sie vorgibt zu sein” – Gastbeitrag

Wie immer können Sie das Magazin online lesen – Sie können es aber auch kostenlos für sich oder Ihre Pfarrei zur Auslage in den Schriftenstand bestellen. Es fallen lediglich 1,50 EUR Versandkosten an. Bestellungen an: magazin@gerne-katholisch.de

3 Fragen an… Ute Eberl

Wir haben mit der Referentin für Familien im Erzbistum Berlin und Auditrix (Gasthörerin) der außerordentlichen Bischofssynode zu Ehe und Familie im Oktober 2014 gesprochen.

Das Interview ist erschienen in der aktuellen Ausgabe des “Gerne katholisch Magazins“.

Gerne katholisch:
Frau Eberl, wie würden Sie die Stimmung bei der Synode beschreiben?

Ute Eberl bei der Synode in Rom

Ute Eberl bei der Synode in Rom (Foto: U. Eberl)

Ute Eberl: Papst Franziskus hat die Synode mit einem fulminanten Start eröffnet. Gleich zu Beginn hat er den Synodenvätern eingeschärft, sie sollten erstens frei und offen sprechen und zweitens einander gut zuhören. Er wolle nicht hören, dass nach der Synode dann einer sagt ‚eigentlich hätte ich ja noch gerne gesagt, aber…‘. Die Themen der Synode hatten und haben ja durchaus Brisanz: von unehelichen und gleichgeschlechtlichen Partnerschaften über Geburtenkontrolle, Patchworkfamilien, Polygamie, Singles und Alleinerziehenden bis hin zur Frage der wiederverheirateten Geschiedenen und ihr Ausschluss von den Sakramenten reichte die Palette. Die Bandbreite heutiger Lebensrealitäten von Familien in- und außerhalb der Kirche weltweit ist groß: Alles sollte auf den Tisch kommen.

Erfahrene Synodenväter bestätigten mir: Das sind neue Töne, bei früheren Synoden hätte man sich eher gegenseitig bestätigt – jetzt durfte und sollte es auch kontrovers zugehen. Und da die Synodensprache nicht mehr Latein war, fiel das möglicherweise auch Vielen leichter. Manche sagten sogar, so müsse die Atmosphäre beim II. Vatikanischen Konzil gewesen sein. (mehr …)

Endspurt: unser Adventsgewinnspiel 2014

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Impuls zum 2. Adventssonntag

Der Gerne-katholisch-Adventskalender - jeden Tag ein kleiner Impuls

Der Gerne-katholisch-Adventskalender – jeden Tag ein kleiner Impuls

Heute hören wir den Beginn des Markusevangeliums und damit einen Verweis auf Johannes des Täufer, den „Rufer in der Wüste“ (vgl. Joh 1,23), der Christus als Wegbereiter vorausging.

Johannes hat mich schon immer fasziniert. Als Kind vielleicht eher durch sein „Gewand aus Kamelhaar“ und seine Nahrung aus „Heuschrecken und wildem Honig“. Heute ist es eher sein Dasein als Vorläufer und Wegbereiter.

Auch heute gibt es viele, die Wegbereiter Christi sein wollen, innerhalb und außerhalb der Kirche und auch hier bei gerne-katholisch.de. Das ist gut und wichtig. Viele werden nicht müde zu rufen. Und am lautesten wird immer gerufen „Bekehrt euch.“ (Mk 1,4), gerade in der letzten Zeit.

Eines scheint mir aber im Gegensatz zu Johannes heute verloren zu gehen bzw. nur noch verschwommen wahrnehmbar zu sein. Ich muss mir bewusst sein, dass Wegbereiter auch heute heißt, „nur“ Vorläufer zu sein. Ich bin nicht der Herr der Welt und auch nicht ihr Richter – Gott sei Dank!
Johannes wusste das: „Nach mir kommt der, der stärker ist als ich; ich bin nicht wert, mich zu bücken und ihm die Schuhriemen zu lösen. Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit heiligem Geist taufen.“
Und der Evangelist Johannes wird es uns kommenden Sonntag auch noch einmal deutlich in Erinnerung rufen: „Er selbst war nicht das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.“ (Joh 1,8)

Wie gut wäre es, wenn sich das alle heutigen Rufer in Erinnerung bringen…

(Dieser Impuls stammt aus unserem Adventskalender unter http://advent.gerne-katholisch.de)

Nikolaus gegen Weihnachtsmann – worum geht es?

Vor kurzem las ich einen interessanten Blogbeitrag eines katholischen Theologen zum Thema “Nikolaus vs. Weihnachtsmann”. Der Autor möchte darstellen, dass die beiden “Figuren” sich nicht gegenseitig ausschließen, sondern nebeneinander in christlichem Kontext friedlich existieren können. Dabei sei der Weihnachtsmann eine Übertragung des russischen “Väterchen Frost”, der den Kindern die Weihnachtsbotschaft und dann später Geschenke brachte.

Schoko-Weihnachtsmänner

Schoko-Weihnachtsmänner

Im Westen sei der Hl. Nikolaus der Geschenkebringer gewesen; und zwar am Tag seines Gedenkens, dem 6. Dezember. Erst durch die Reformation und die damit einhergehende Ablehnung der Heiligenverehrung sei Weihnachten als Fest des Schenkens etabliert worden. Im 19. Jahrhundert schließlich sei, durch in den Westen ziehende Osteuropäer, die Tradition des “Väterchen Frost” mit der des Hl. Nikolaus zu der des Weihnachtsmannes verschmolzen.

Aktionen wie die des deutschen Bonifatiuswerkes “Weihnachtsmannfreie Zone“, die die beiden Personen gegeneinander ausspielen wollen, kritisiert der Autor. Er schreibt:

“Die Geschichte könnte also ein gutes Ende nehmen, würden manche Katholiken nicht etwas verteidigen, was gar nicht verteidigt werden muss. Man kann den Bischof Nikolaus nicht dadurch stärken, indem man seinen osteuropäischen Verwandten vor die Tür setzt.”

Bis zu einem gewissen Punkt teile ich diese Meinung. Es ist sicherlich mehr “christliches” am Weihnachtsmann, als wir heute denken. Schließlich dürfen wir nicht vergessen, dass “Santa Claus” (wie der Weihnachtsmann in englischsprachigen Ländern heißt) einfach nur eine Abkürzung für “Saint Nicolaus” ist. Aus der eigentlich gar nicht so weihnachtlichen Gestalt des Hl. Nikolaus, dessen Gedenktag sicher zufällig in den Advent fällt, ist in Vermischung mit einer Person, die an Weihnachten die Geschenke bringen muss, “Santa Claus”, der Weihnachtsmann geworden. Aber das ist eben Fakt: Der Weihnachtsmann in dieser Form ist erfunden - der Hl. Nikolaus nicht.

Insofern finde ich schon, dass man die Person des Hl. Nikolaus von der neuzeitlichen Mischfigur des Weihnachtsmanns gut abgrenzen sollte. Insbesondere dann, wenn am Nikolaustag tonnenweise Schoko-Weihnachtsmänner, statt Schoko-Nikoläuse in den Stiefeln der Kinder landen. Und wenn große Hersteller die Schoko-Hohlfiguren auch noch “Schoko-Nikolaus” nennen, außen aber eindeutig kein Bischof Nikolaus zu sehen ist.

Daher bin ich froh, dass man in Süd- und sogar in Norddeutschland in größeren Supermärkten derzeit den “echten” Schoko-Nikolaus zu kaufen bekommt. Der Hl. Nikolaus ist ein tolles Vorbild und aus eigener Erfahrung als Nikolaus in Kindergärten weiß ich, wie gerade kleine Kinder von der Legende des Hl. Nikolaus begeistert sein können, wenn sie sie hören.

Plötzlich…

PLÖTZLICH
mitten im Getriebe des Alltags
im Dunkel von Fragen und Zweifeln
kommt deine Einladung:
ADVENT!
Gott des Neubeginns
Du kommst mir entgegen
lädst mich ein
die Sehnsucht nach Dir wach zu halten -
hier und heute
will ich mich einüben
nicht aufzugehen in all den Nebensächlichkeiten
Du lädst mich ein
auf Dich zu warten -
hier und heute
will ich vertrauensvoll und geduldig
mit Deiner Ankunft rechnen
Du lädst mich ein
dir entgegen zu gehen -
hier und heute
will ich aufbrechen und achtsam bleiben
damit ich erkenne, wo du mir begegnen willst
Du lädst mich ein
mich ganz einzulassen auf dich –
hier und heute
will ich im Vertrauen auf dich die Zukunft wagen
damit du Mensch werden kannst in mir.
Amen.
(Hannelore Bares; www.spurensuche.info)

Eine Erwartung, die die Welt verändert

sunset-435873Geistlicher Impuls zum Advent 2014 – von Kaplan Christian Fahl

Geduld und Langmut gehören eng zusammen. Wer Geduld hat, muss warten können und trägt nicht selten Wünsche, Sehnsüchte und Hoffnungen mit sich. Und wer Geduld hat, muss manchmal auch erdulden, dass seine Wünsche und Hoffnungen nicht sofort in Erfüllung gehen. Doch der Geduldige lässt sich davon nicht abbringen Geduldige Menschen benötigen einen langen Atem. Doch nicht selten ist es dieser lange Atem, der diese Welt verändert – und zur Freude führt.

Um das geduldige Warten, um Freude und Hoffnung geht es auch im Advent. Advent, das bedeutet Ankunft, Ankunft des göttlichen Erlösers in unserer Welt. Advent, das bedeutet Sehnsucht und Suche.

„Reiß doch den Himmel auf und komm herab“, so ruft der Prophet Jesaja, verzweifelt über die Hartherzigkeit und die Treulosigkeit seiner Zeit. „Reiß doch den Himmel auf und komm herab“ – so ruft der Prophet voller Hoffnung auf das Eingreifen Gottes. (mehr …)

Franziskus – bekehrt, berufen und geführt vom Heiligen Geist

Auch durch die Wahl Jorge Mario Bergoglios zu Papst Franziskus steht der Orden der Minderbrüder wieder stärker im öffentlichen Interesse. Johannes Roth, Novize bei den Franziskanern, zeichnet für uns das Leben des Ordensgründers nach. (Dieser Beitrag stammt aus der 2. Ausgabe unseres Gerne-katholisch-Magazins, das Sie hier kostenlos bestellen können)

tauHäufig werde ich gefragt, was bedeutet eigentlich das „Tau-Kreuz“, das viele Franziskaner und auch ich als Postulant der Franziskaner um den Hals trage. „Das ist doch kein richtiges Kreuz, da fehlt doch was.“, höre ich oft. Das Tau hat für uns Franziskaner eine besondere Bedeutung und steht auch in Beziehung zur Berufung des Hl. Franziskus. Mit diesem Tau hat er alle Dokumente unterschrieben und auch den Segen für seinen Mitbruder Leo. Das Tau bzw. Taw ist der kleinste Buchstabe im griechischen und der letzte Buchstabe im hebräischen Alphabet. Franziskus wollte nach seiner Bekehrung und seinen Berufungserlebnissen der Kleinste und Letzte sein – eben ein Minderbruder, wie die Franziskaner auch genannt werden. Er wollte an den Rand der Gesellschaft gehen, hin zu den Kleinsten und Letzten, eben zu denen, die von der Gesellschaft ausgestoßen wurden. 

Aber wie kam es dazu, dass jemand, der aus einer reichen Familie stammte und eigentlich eine aussichtsreiche Karriere vor sich hatte, sein Leben komplett umkehrte und auf den Kopf stellte? Im Leben des Hl. Franziskus gibt es drei Berufungsmomente, die ihn zu diesem Schritt führten: die Begegnung mit dem Aussätzigen, die Begegnung mit dem Kreuz und die Begegnung mit der Hl. Schrift.

Franziskus war auf dem Weg in einen Feldzug nach Apulien. Unterwegs begegnete er einem Aussätzigen. Sofort steigt er im wahrsten Sinne von seinem hohen Ross herab und begibt sich zu Jemandem, der wegen seiner Krankheit von der Gesellschaft ausgestoßen wurde. Dazu schreibt er in seinem Testament: „So hat der Herr mir, dem Bruder Franziskus, gegeben, das Leben der Buße zu beginnen: denn als ich in Sünden war, kam es mir sehr bitter vor, Aussätzige zu sehen. Und der Herr selbst hat mich unter sie geführt, und ich habe ihnen Barmherzigkeit erwiesen. Und da ich fortging von ihnen, wurde mir das, was mir bitter vorkam, in Süßigkeit der Seele und des Leibes verwandelt. Und danach hielt ich eine Weile inne und verließ die Welt.“ (Test 1-3) Diese Begegnung führte Franziskus zu dem Entschluss, nicht in den Krieg zu reiten, sondern nach Assisi umzukehren und sein Leben zu ändern.

Leben und Lehre der Kirche

gitarreGeistlicher Impuls im September von Dag Heinrichowski

Anfang Oktober tagt in Rom die außerordentliche Bischofssynode zum Thema „Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Rahmen der Evangelisierung“. Nicht erst seit der Ergebnisse der Umfrage zur Vorbereitung dieser Synode ist deutlich, dass es gerade bei dem Thema große Unterschiede zwischen der Lehre der Kirche und dem Leben der Kirche gibt. Eine Frage, die aber nicht nur auf das Thema der Sexualmoral und der Familie begrenzt sein darf und schon gar nicht nur auf weltkirchlicher Ebene diskutiert werden darf. Die Frage nach dem Leben und der Lehre der Kirche geht jeden Christen an. Denn Glaube ist kein reines Wissen aus Katechismus, Glaube ist vor allem mein Leben. Glaube ist keine Theorie, sondern Praxis. Gott offenbart uns eben nicht in einem Heiligen Buch mit Vorschriften und Sätzen, sondern er offenbart sich selbst in Christus. Er wird Teil unseres Lebens – konkret und praktisch. (mehr …)