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Kommentare und Aktuelles zu "gerne katholischen" Themen

6. Januar: das Fest mit den drei Namen

the-three-magi-160632_640“Dreikönigstag”, “Erscheinung des Herrn” oder auf lateinisch “Epiphanie”: das Fest, das die Kirche am 6. Januar feiert, scheint mehrere Namen zu kennen. Dabei meinen alle Bezeichnungen eigentlich ein und dasselbe Ereignis, nämlich die “Offenbarung” Gottes in unserer menschlichen Gestalt. Aber wieso ein eigenes Fest, wenn wir doch die Menschwerdung Gottes schon an Weihnachten gefeiert haben?

Die dem Fest zugrundeliegende Bibelstelle finden wir bei Matthäus:

“Sie (die Sterndeuter) gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar.” (Mt 1,11)

Das Festereignis vom 6. Januar ist also nicht noch einmal die Geburt Jesu Christi selbst, sondern der nächste Schritt: das Erkennen des Erlösers und die Verehrung desselben. Bis heute feiert die Ostkirche an diesem Tag “Weihnachten”. Die westliche Kirche übernahm das Fest im 4. Jahrhundert, aber mit dem Akzent auf der Verehrung des Neugeborenen Christus durch die drei Sterndeuter aus dem Osten. Schon damals waren sie im Volksglauben zu Königen geworden, wobei uns die Bibel nur von drei “magoi” berichtet, was man wohl am besten mit “Sterndeuter” übersetzt.

Bis zum II. Vatikanischen Konzil wurden am 6. Januar sogar noch zwei weitere biblische Ereignisse gefeiert: die Taufe des Herrn und die Hochzeit zu Kana. Das Konzil entschied aber, dass die Taufe des Herrn durch Johannes im Jordan auf den Sonntag nach dem 6.1. gelegt werden sollte. Seither bildet dieses Fest den Abschluss der Weihnachtszeit. Die Reliquien der “Heiligen drei Könige” werden seit dem 12. Jahrhundert im Kölner Dom verehrt.

Epiphanie, Erscheinung des Herrn: göttliche Wahrheit und Herrlichkeit leuchten, wenn auch noch verborgen, in dem Kind von Betlehem. Suchende Menschen finden den Weg (Magier, Könige, Sterndeuter). Sie kommen mit Gaben und gehen als Beschenkte. Als Boten des Lichts in eine dunkle Welt. Weil dieses Kind geboren wurde, gibt es für alle Menschen Hoffnung, auch für die in der Ferne. (aus: Einführung zum Kirchenjahr, Erzabtei Beuron)

 

“Ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen”

Geistlicher Impuls zu Weihnachten 2014 von Stefan Salzmann

Auch in diesem Jahr hören wir in der Christmette wieder die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium. Wir hören von Maria und Josef und natürlich vom Kind, das in eine Krippe gelegt wurde, „weil in der Herberge kein Platz für sie war“.
Gott wird Mensch, und das erste, was er auf der Erde erleben muss, ist die Not, kein Dach über dem Kopf zu haben. Seine Eltern weichen auf den Stall aus und auf Heu und Stroh bringt Maria Jesus, den Sohn Gottes, zur Welt.

imageSpätestens seitdem in Syrien Bürgerkrieg herrscht und sich im Irak der sogenannte „Islamische Staat“ ausbreitet, nimmt Deutschland vermehrt Flüchtlinge aus dem Nahen Osten auf. Menschen, die meist alles verloren haben, ihr Haus oder die Wohnung, vor allem aber auch enge Familienmitglieder oder Freunde, verlassen ihre Heimat, um einen Ort zu finden, der ihnen Sicherheit und ein Obdach bietet. Diese Menschen verlassen nicht freiwillig ihr Land. Sie sind auf der Flucht und haben Hilfe bitter nötig.

Leider liest und hört man in letzter Zeit, dass Flüchtlinge, die in unseren Städten und Gemeinden ankommen, häufig auf Ressentiments oder Ablehnung stoßen. Dass Vorurteile gegen eine bestimmte Religion oder gegen fremde Nationalitäten und Kulturen aus manchen Köpfen nicht verschwinden wollen. Ja, es bilden sich sogar Initiativen „gegen die Aufnahme von Flüchtlingen“ und seit einigen Wochen erleben wir in deutschen Großstädten regelmäßige Demonstrationen – ja man muss es glaube ich so sagen: gegen Ausländer (wie in Dresden beispielsweise „PEGIDA“).
Ich muss Ihnen ehrlich sagen, mir liegen diese wöchentlichen Demonstrationen schwer im Magen. Sie deuten auf eine Gesellschaft, in der Ausgrenzung und Abgrenzung herrschen. Dabei können Christen eigentlich nicht mitmarschieren. (mehr …)

Der hohe Advent

KerzenMit dem 17. Dezember beginnt die Kirche den sogenannten „Hohen Advent“, die letzte Woche vor dem Weihnachtsfest. Liturgisch gesehen ist diese letzte Woche der Vorbereitung auf die Geburt Jesu geprägt durch die O-Antiphonen. An jedem Tag wird eine andere Antiphon zum Magnificat in der Vesper und als Ruf vor dem Evangelium gesungen, die den kommenden Messias mit einem Messiastitel aus dem alten Testament anruft. Sie heißen O-Antiphonen, weil sie mit einem „Oh“ beginnen und damit auch sprachlich die Sehnsucht nach diesem Messias, die Sehnsucht nach Jesus Christus zum Ausdruck bringen. Neben der Sehnsucht steht in diesem „oh“ sicher auch ein Staunen über die Taten Gottes für sein Volk. Die Antiphonen münden in eine Bitte, dass der Messias kommen möge.
Die sieben Antiphonen führen uns also tiefer ein in die Sehnsucht, Stauen und Bitten des Volkes Gottes aber sind auch eine Hilfe, um tiefer zu verstehen, wer dieses Kind in der Krippe eigentlich ist und welche bahnbrechende Bedeutung es für die ganze Welt hat.
Oh, veni! Oh, komm! (mehr …)

Gerne katholisch-Magazin Nr. 3 erschienen

Gerne katholisch Magazin Nr. 3

Die neueste Ausgabe unseres Magazins beschäftigt sich diesmal ausführlich mit dem Thema Familie. Nicht nur durch die Familiensynode im Herbst ist sie derzeit Top-Thema in Kirche und Gesellschaft. Folgende Themen erwarten Sie u.a.:

  • “Heilige Familien” - Biblische Familienbilder aus dem Alten und dem Neuen Testament
  • “3 Fragen an… Ute Eberl” - “Auditrix” bei der außerordentlichen Bischofssynode im Herbst 2014
    zu Ehe und Familie
  • “Aus Staub gemacht – Nach Gottes Bilde” - Geistlicher Impuls
  • “Staunend auf nackten Sohlen davorstehen” – Exerzitien auf der Straße
  • “Die Familie – was sie vorgibt zu sein” – Gastbeitrag

Wie immer können Sie das Magazin online lesen – Sie können es aber auch kostenlos für sich oder Ihre Pfarrei zur Auslage in den Schriftenstand bestellen. Es fallen lediglich 1,50 EUR Versandkosten an. Bestellungen an: magazin@gerne-katholisch.de

3 Fragen an… Ute Eberl

Wir haben mit der Referentin für Familien im Erzbistum Berlin und Auditrix (Gasthörerin) der außerordentlichen Bischofssynode zu Ehe und Familie im Oktober 2014 gesprochen.

Das Interview ist erschienen in der aktuellen Ausgabe des “Gerne katholisch Magazins“.

Gerne katholisch:
Frau Eberl, wie würden Sie die Stimmung bei der Synode beschreiben?

Ute Eberl bei der Synode in Rom

Ute Eberl bei der Synode in Rom (Foto: U. Eberl)

Ute Eberl: Papst Franziskus hat die Synode mit einem fulminanten Start eröffnet. Gleich zu Beginn hat er den Synodenvätern eingeschärft, sie sollten erstens frei und offen sprechen und zweitens einander gut zuhören. Er wolle nicht hören, dass nach der Synode dann einer sagt ‚eigentlich hätte ich ja noch gerne gesagt, aber…‘. Die Themen der Synode hatten und haben ja durchaus Brisanz: von unehelichen und gleichgeschlechtlichen Partnerschaften über Geburtenkontrolle, Patchworkfamilien, Polygamie, Singles und Alleinerziehenden bis hin zur Frage der wiederverheirateten Geschiedenen und ihr Ausschluss von den Sakramenten reichte die Palette. Die Bandbreite heutiger Lebensrealitäten von Familien in- und außerhalb der Kirche weltweit ist groß: Alles sollte auf den Tisch kommen.

Erfahrene Synodenväter bestätigten mir: Das sind neue Töne, bei früheren Synoden hätte man sich eher gegenseitig bestätigt – jetzt durfte und sollte es auch kontrovers zugehen. Und da die Synodensprache nicht mehr Latein war, fiel das möglicherweise auch Vielen leichter. Manche sagten sogar, so müsse die Atmosphäre beim II. Vatikanischen Konzil gewesen sein. (mehr …)

Endspurt: unser Adventsgewinnspiel 2014

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“Mit dem 2. Vatikanischen Konzil durch das Jahr”

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Impuls zum 2. Adventssonntag

Der Gerne-katholisch-Adventskalender - jeden Tag ein kleiner Impuls

Der Gerne-katholisch-Adventskalender – jeden Tag ein kleiner Impuls

Heute hören wir den Beginn des Markusevangeliums und damit einen Verweis auf Johannes des Täufer, den „Rufer in der Wüste“ (vgl. Joh 1,23), der Christus als Wegbereiter vorausging.

Johannes hat mich schon immer fasziniert. Als Kind vielleicht eher durch sein „Gewand aus Kamelhaar“ und seine Nahrung aus „Heuschrecken und wildem Honig“. Heute ist es eher sein Dasein als Vorläufer und Wegbereiter.

Auch heute gibt es viele, die Wegbereiter Christi sein wollen, innerhalb und außerhalb der Kirche und auch hier bei gerne-katholisch.de. Das ist gut und wichtig. Viele werden nicht müde zu rufen. Und am lautesten wird immer gerufen „Bekehrt euch.“ (Mk 1,4), gerade in der letzten Zeit.

Eines scheint mir aber im Gegensatz zu Johannes heute verloren zu gehen bzw. nur noch verschwommen wahrnehmbar zu sein. Ich muss mir bewusst sein, dass Wegbereiter auch heute heißt, „nur“ Vorläufer zu sein. Ich bin nicht der Herr der Welt und auch nicht ihr Richter – Gott sei Dank!
Johannes wusste das: „Nach mir kommt der, der stärker ist als ich; ich bin nicht wert, mich zu bücken und ihm die Schuhriemen zu lösen. Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit heiligem Geist taufen.“
Und der Evangelist Johannes wird es uns kommenden Sonntag auch noch einmal deutlich in Erinnerung rufen: „Er selbst war nicht das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.“ (Joh 1,8)

Wie gut wäre es, wenn sich das alle heutigen Rufer in Erinnerung bringen…

(Dieser Impuls stammt aus unserem Adventskalender unter http://advent.gerne-katholisch.de)

Nikolaus gegen Weihnachtsmann – worum geht es?

Vor kurzem las ich einen interessanten Blogbeitrag eines katholischen Theologen zum Thema “Nikolaus vs. Weihnachtsmann”. Der Autor möchte darstellen, dass die beiden “Figuren” sich nicht gegenseitig ausschließen, sondern nebeneinander in christlichem Kontext friedlich existieren können. Dabei sei der Weihnachtsmann eine Übertragung des russischen “Väterchen Frost”, der den Kindern die Weihnachtsbotschaft und dann später Geschenke brachte.

Schoko-Weihnachtsmänner

Schoko-Weihnachtsmänner

Im Westen sei der Hl. Nikolaus der Geschenkebringer gewesen; und zwar am Tag seines Gedenkens, dem 6. Dezember. Erst durch die Reformation und die damit einhergehende Ablehnung der Heiligenverehrung sei Weihnachten als Fest des Schenkens etabliert worden. Im 19. Jahrhundert schließlich sei, durch in den Westen ziehende Osteuropäer, die Tradition des “Väterchen Frost” mit der des Hl. Nikolaus zu der des Weihnachtsmannes verschmolzen.

Aktionen wie die des deutschen Bonifatiuswerkes “Weihnachtsmannfreie Zone“, die die beiden Personen gegeneinander ausspielen wollen, kritisiert der Autor. Er schreibt:

“Die Geschichte könnte also ein gutes Ende nehmen, würden manche Katholiken nicht etwas verteidigen, was gar nicht verteidigt werden muss. Man kann den Bischof Nikolaus nicht dadurch stärken, indem man seinen osteuropäischen Verwandten vor die Tür setzt.”

Bis zu einem gewissen Punkt teile ich diese Meinung. Es ist sicherlich mehr “christliches” am Weihnachtsmann, als wir heute denken. Schließlich dürfen wir nicht vergessen, dass “Santa Claus” (wie der Weihnachtsmann in englischsprachigen Ländern heißt) einfach nur eine Abkürzung für “Saint Nicolaus” ist. Aus der eigentlich gar nicht so weihnachtlichen Gestalt des Hl. Nikolaus, dessen Gedenktag sicher zufällig in den Advent fällt, ist in Vermischung mit einer Person, die an Weihnachten die Geschenke bringen muss, “Santa Claus”, der Weihnachtsmann geworden. Aber das ist eben Fakt: Der Weihnachtsmann in dieser Form ist erfunden - der Hl. Nikolaus nicht.

Insofern finde ich schon, dass man die Person des Hl. Nikolaus von der neuzeitlichen Mischfigur des Weihnachtsmanns gut abgrenzen sollte. Insbesondere dann, wenn am Nikolaustag tonnenweise Schoko-Weihnachtsmänner, statt Schoko-Nikoläuse in den Stiefeln der Kinder landen. Und wenn große Hersteller die Schoko-Hohlfiguren auch noch “Schoko-Nikolaus” nennen, außen aber eindeutig kein Bischof Nikolaus zu sehen ist.

Daher bin ich froh, dass man in Süd- und sogar in Norddeutschland in größeren Supermärkten derzeit den “echten” Schoko-Nikolaus zu kaufen bekommt. Der Hl. Nikolaus ist ein tolles Vorbild und aus eigener Erfahrung als Nikolaus in Kindergärten weiß ich, wie gerade kleine Kinder von der Legende des Hl. Nikolaus begeistert sein können, wenn sie sie hören.

Plötzlich…

PLÖTZLICH
mitten im Getriebe des Alltags
im Dunkel von Fragen und Zweifeln
kommt deine Einladung:
ADVENT!
Gott des Neubeginns
Du kommst mir entgegen
lädst mich ein
die Sehnsucht nach Dir wach zu halten -
hier und heute
will ich mich einüben
nicht aufzugehen in all den Nebensächlichkeiten
Du lädst mich ein
auf Dich zu warten -
hier und heute
will ich vertrauensvoll und geduldig
mit Deiner Ankunft rechnen
Du lädst mich ein
dir entgegen zu gehen -
hier und heute
will ich aufbrechen und achtsam bleiben
damit ich erkenne, wo du mir begegnen willst
Du lädst mich ein
mich ganz einzulassen auf dich –
hier und heute
will ich im Vertrauen auf dich die Zukunft wagen
damit du Mensch werden kannst in mir.
Amen.
(Hannelore Bares; www.spurensuche.info)

Eine Erwartung, die die Welt verändert

sunset-435873Geistlicher Impuls zum Advent 2014 – von Kaplan Christian Fahl

Geduld und Langmut gehören eng zusammen. Wer Geduld hat, muss warten können und trägt nicht selten Wünsche, Sehnsüchte und Hoffnungen mit sich. Und wer Geduld hat, muss manchmal auch erdulden, dass seine Wünsche und Hoffnungen nicht sofort in Erfüllung gehen. Doch der Geduldige lässt sich davon nicht abbringen Geduldige Menschen benötigen einen langen Atem. Doch nicht selten ist es dieser lange Atem, der diese Welt verändert – und zur Freude führt.

Um das geduldige Warten, um Freude und Hoffnung geht es auch im Advent. Advent, das bedeutet Ankunft, Ankunft des göttlichen Erlösers in unserer Welt. Advent, das bedeutet Sehnsucht und Suche.

„Reiß doch den Himmel auf und komm herab“, so ruft der Prophet Jesaja, verzweifelt über die Hartherzigkeit und die Treulosigkeit seiner Zeit. „Reiß doch den Himmel auf und komm herab“ – so ruft der Prophet voller Hoffnung auf das Eingreifen Gottes. (mehr …)