Ostern – Der ultimative Neuanfang

Geistlicher Impuls zum Osterfest 2014

von Jeremias Michael Kehren, OPraem

Manchen fällt es schwer, an die Auferstehung Jesu zu glauben und sich darüber zu freuen.

Einigen fällt es schwer, weil sie meinen, alles müsse wissenschaftlich – „mit eigenen Augen“ – einsehbar sein. Verbreiteter ist aber unter vielen Christen die Ansicht, dass es einfach irgendein Lehrsatz sei, der halt irgendwie dazu gehöre, aber keine wirkliche Relevanz für das eigene Leben habe. Deshalb wirkt bisweilen das traditionelle „Osterlachen“ eher hölzern und auch nach der Osternacht und dem Osterhochamt verbergen sie die Freude der Erlösten gekonnt…

Warum lässt uns Ostern manchmal so kalt? Warum gehen wir nicht auf die Straße und grüßen einander mit jenem Gruß, den sich auch die frühen Christen zuriefen: „Der Herr ist auferstanden! Halleluja! – Ja, der Herr ist wahrhaft auferstanden! Halleluja!“? Weiterlesen

Fastenzeit – das meinst du doch nicht ernst!?

tumblr_n21lqySL9D1st5lhmo1_1280Zwei Schriftstücke sind mir dieser Tage wieder einmal in die Hände geraten: Die Fastenbotschaft Papst Franziskus’ und der Vierte der „Briefe über Selbstbildung“ von Romano Guardini.

Allenthalben findet der Papst zu dem, was er sagt große Zustimmung, die mich ehrlich freut. In seiner diesjährigen Botschaft zu Fastenzeit wiederholt er eine Forderung, die er schon oft in den vergangenen Monaten an uns gerichtet hat:

„Es bedarf dringend einer Umkehr der Gewissen zu den Werten der Gerechtigkeit, der Gleichheit, der Genügsamkeit und des Teilens.“

In meinen Ohren höre ich den Applaus aller Welt und sehe mich zustimmend diese Zeilen des Papstes lesen. Aber erfasse ich eigentlich, will ich eigentlich erfassen, was Franziskus mir da sagt? Mit diesem Satz und mit seiner Forderung nach einer armen Kirche?
Romano Guardini hält mir schonungslos den Spiegel vor: „Schon oft ist davon gesprochen worden, alles müsse natürlich und einfach werden [...] Wir müssten bedürfnislos werden und ihr [der Welt] den Weg zeigen. Vielleicht haben wir sogar das große Wort von der Armut gesprochen, vom heiligen Franziskus geredet und gemeint, sein Geist der Armut, der königlichen Freiheit müsse erwachen. Aber: Haben wir davon gesprochen, wenn wir satt waren, und uns da die großen Worte, die heroischen Stimmungen erhaben durch die Seele gehen lassen? Oder aber, wenn es zu Hause knapp zuging, haben wir da mit Fröhlichkeit vorlieb genommen und der Mutter durch ein vergnügliches Gesicht ihre Sorgen erleichtert? Du verstehst, hier liegt der ganze Unterschied. Das erste waren Redensarten, das zweite Ernst.“ Weiterlesen

Mut zum Anfang

Was erwarte ich auf meinem Weg?

Was erwarte ich auf meinem Weg?

Der heutige Fastensonntag kann als Mitte und Anfang zugleich gesehen werden: Die Mitte der vierzigtägigen Fastenzeit und der Beginn der Sonntage, an denen es besonders um die Vorbereitung auf die Taufe an Ostern ging (mehr Info dazu hier).

Zum Thema Anfang bin ich an zwei Aspekten in den heutigen Lesungstexten hängen geblieben:

David, der Sohn der zum König gesalbt werden soll, ist nicht da (1 Sam 16, 1b.6-7.10-13b). „Der jüngste fehlt noch, aber der hütet gerade die Schafe.“ Dabei ist er genau der, den der Herr erwählt hat. Das hatte Isai vielleicht nicht erwartet und deswegen war David nicht da.

Im Evangelium (Joh 9, 1-41) geht es anfangs um die Frage, warum der Mann überhaupt blind sei.

„Rabbi, wer hat gesündigt? Er selbst? Ober haben seine Eltern gesündigt, so dass er blind geboren wurde?” Jesus antwortete: “Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden.“

Warum wird eigentlich das Wirken Gottes an ihm offenbar? Vielleicht, weil er in seiner Blindheit etwas von Gott erwartet, nämlich, dass er sehen kann, dass ihm die Augen geöffnet werden.

Wo erwarte ich etwas von Gott? Was verberge ich vor ihm? Wo kann ich einen Anfang machen, in dem ich ihm etwas hinhalte? Was ist meine Blindheit? Wo liegt der Anfang einer Überraschung?

Um die Mitte geht es vielleicht in der zweiten Lesung (Eph 5, 8-14). „Einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr durch den Herrn Licht geworden. Lebt als Kinder des Lichts!“ So leben, wie es dem entspricht was ich bin. Mitten in meinem Tun, in meinem Leben als Christ muss ich mich an der Frage messen: Lebe ich so?

Mitten drin: Mut zum Anfangen und Mut zum Ausrichten auf Christus.

Einen gesegneten Fastensonntag!

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Ich bin die Magd des Herrn

Am 25. März, in diesem Jahr mitten in der Fastenzeit, feiern die Christen ein kleines bisschen Weihnachten. Neun Monate sind es noch bis zur Geburt des Herrn, deshalb setzte schon die frühe Kirche im Osten im 5. Jahrhundert ein Fest der Verkündigung an Maria auf diesen Termin. Wir feiern die Erscheinung des Engels Gabriel, der Maria die Geburt Jesu verkündete.

Es empfiehlt sich, den dichten Text, den uns das Tagesevangelium vorgibt und der uns teilweise z.B. auch vom “Ave Maria” bekannt ist, mal meditierend zu lesen. Ein gesegnetes Hochfest!

In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.

Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.

Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben.

Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben.

Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?

Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.

Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat.

Denn für Gott ist nichts unmöglich.

Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

Lukas 1, 26-38
Bild: Leonardo da Vinci, Annunciazione, via Wikimedia Commons

Der Weg Jesu Christi – Zwischen „Ausverkauf“ und „Todeszone“?

Seit Wochen überlege ich hin und her, ob ich diesen und vor allem wie ich diesen Blogeintrag angehe und schreibe. Oft habe ich es abgetan, aber immer wieder kommen mir die Gedanken, werden deutlicher, intensiver, persönlicher und wieder verschwommener. Heute wage ich es.

Es soll kein „Eigentlich müssten wir jetzt aber mal…“- oder „Längst schon hätten die und die das und das schon…“-Artikel werden. Kein Fingerzeig auf die anderen – zumindest nicht nur, sondern eine kurze, aufgrund des Mediums vielleicht zu kurze Auseinandersetzung – mit mir.

Es geht mir um den Fragebogen des Papstes zu Ehe und Familie, um die veröffentlichten Ergebnisse der DBK und um die Reaktionen darauf. Dann aber auch um mich. Nicht egozentrisch, sondern als Beispiel eines Gläubigen. Ich sag ja: persönlich bzw. besser: konkret um mein Sein mit und in der Kirche.

Wer alles den Fragebogen des Vatikan hat ausfüllen lassen und dabei evtl. auch Fragen gestrichen und verändert hat, sei einmal dahingestellt. Die von der DBK veröffentlichten Ergebnisse kommen für kaum jemanden überraschend, aber dass die Bischöfe sich und der deutschen Kirche teilweise selbst ein Armutszeugnis ausstellen (wegen mangelnder bzw. kaum stattfindender Katechese, Ehevorbereitung, Jugendarbeit etc.) mutet schon grotesk an. „DANN TUT DOCH WAS DAGEGEN!“ Möchte ich ihnen zurufen, zuschreien! Wir sind dermaßen gefangen in immer neuen, immer negativen Statusmeldungen, dass alles, was überhaupt an die Öffentlichkeit kommt, sich nur um Strukturreformen oder Unmöglichkeiten (um nicht alle skurrilen und manchmal skandalösen Aussagen der Bischöfe, Priester und Laienvertreter hier einzeln aufzählen zu müssen) dreht. Geht es dann um die Lehre der Kirche und um den Glauben: ebenfalls nur negative Bilanz und ein sich Abfinden damit oder von allem Bisherigen das Gegenteil fordern. Weiterlesen

Hausbau mit lebendigen Steinen – „Ein Heiliges Experiment“

Geistlicher Impuls im Januar

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Am 22. Januar feiert das Bistum Hildesheim den Gedenktag des Domes und damit verbunden den Heiligen Epiphanius von Pavia, dessen Gebeine im Hildesheimer Dom ruhen. Normalerweise. Denn der Dom zu Hildesheim ist immer noch eine Baustelle. Am 15. August wird der Dom wiedereröffnet und damit beginnt auch das Festjahr, denn 2015 wird das Bistum Hildesheim 1200 Jahre alt. „Ein Heiliges Experiment“ lautet das Motto.

Ein Grund zu feiern? Oder haben wir nicht andere Sorgen? Schrumpfende Mitgliederzahlen, Priestermangel, Skandale, Kirchenschließungen…

Ein Grund zu feiern? Aber sicher doch. 1200 Jahre sind eine verdammt lange Zeit. In der Bistums- und in der Kirchengeschichte hat es auch schon andere Herausforderungen gegeben. Kirche, das ist kein statisches Konstrukt. Das merken wir in der Diaspora derzeit verstärkt. Darum ist es ein „Heiliges Experiment“, zu schauen wo wir stehen und wie wir mit dieser Situation umgehen können um die Botschaft Jesu Christi weiter zu verbreiten, denn sie ist auch nach 2000 Jahren immer noch aktuell! Weiterlesen

Und das Wort ist Fleisch geworden

Geistlicher Impuls zu Weihnachten 2013

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Matthias Stom: “Anbetung der Hirten” via Wikimedia Commons

Das Geheimnis, das wir an Weihnachten feiern dürfen, bringt das Johannesevangelium gleich zu Anfang mit schlichten, aber unglaublich tiefen Worten auf den Punkte: „Und das Wort ist Fleisch geworden.“ (Joh 1, 14). Wir feiern das Besondere am Christentum: Gott teilt sich uns mit in seinem Sohn, in dem Wort, das Fleisch wird; er will Gemeinschaft mit uns. Und: Der christliche Glaube bleibt nicht bei Worten stehen, sondern wird Fleisch, Glauben wird zum Tun in Liebe.

Gott hat sich in Christus mitgeteilt, sich uns offenbart, er ist Teil der Geschichte geworden. Aber ich glaube, dass er auch heute noch Teil meiner Geschichte, Teil der Geschichte jedes Menschen werden möchte. Er spricht auch heute noch zu uns. Auch wenn wir ihn nicht immer hören und wahrnehmen können, spricht er. Durch einen Bibeltext, den ich plötzlich ganz anders verstehe und auf meine Situation beziehen kann, durch das Wort eines anderen Menschen, das mir eine neue Perspektive zeigt, durch die Sakramente, die mich mitten im stressigen Alltag ruhig werden lassen, im persönlichen Gebet mit Gott, wo ich ihm meine Sorgen und Freuden, Fragen und Gedanken hinlegen kann und auf ganz viele andere Weise. Davon bin ich überzeugt und das ist ein Grund, weshalb ich gerne Weihnachten feiere! Gott teilt sich uns immer wieder mit!

Das Wort, aus dem der Glaube kommt, wird Fleisch. Glauben ist mehr als ein Lippenbekenntnis, mehr als Worte. Glaube wird Fleisch in mir und in meinen Taten. Dazu ruft mich das Weihnachtfest auf: Die Hirten, die sich nach den Worten der Engel auf den Weg machen, erst zum Kind und dann verkündigen sie die Freude, die ihnen zuteil wurde. Die Freude, die auch uns zuteil wird. Unsere weihnachtliche Freude, unser weihnachtlicher Glaube will in uns Fleisch, in uns und unseren Taten konkret werden. Das Zweite Vatikanische Konzil lehrt in der Pastoralkonstitution „Gaudium et Spes“: „Denn er, der Sohn Gottes, hat sich in seiner Menschwerdung gewissermaßen mit jedem Menschen vereinigt.“ (GS 22).

Jesus hat sich mit jedem Menschen vereinigt. In jedem Menschen können wir Gott ein Stück weit begegnen und im Dienst am Nächsten diene ich Gott.

„Das Wort ist Fleisch geworden“ – Grund zur Freude, zum Dank und Aufruf, auch in uns selbst Weihnachten zu feiern: Gott wird Mensch.

#JesuGeburt

tweet_kathUnter dem Hashtag (eine Art Schlagwort oder Kategorie in sozialen Netzwerken) #JesuGeburt twittert katholisch.de die Weihnachtsgeschichte in den twitterüblichen 140 Zeichen. Sehr gut, meine ich. Die frohe Botschaft gehört auch in dieses Neuland und auch wir versuchen das ja immer wieder.

Anfang des Jahres war ich auf dem Kongress Kirche2 und bin seit dem auch noch überzeugter, dass die frohe Botschaft auf Twitter gehört. Und der Papst geht mit gutem Beispiel voran.

Bisher ist katholisch.de bei der Verkündigung der Geburt an Maria angelangt, ein bisschen was wird noch kommen in den nächsten Tagen. Doch Ich frage mich, wen man mit dem Hashtag JesuGeburt erreichen kann, der die Weihnachtsgeschichte nicht eh kennt? Warum nicht auch bei Twitter vorwagen zu denen, den die Botschaft noch fremd ist und zwischen allen #Weihnachten-, #Geschenke- und #Stress-Tweets die frohe Botschaft, das, was wir an Weihnachten Feiern verkünden?

Ob es mehr erreicht weiß ich nicht, aber ich glaube es ist einen Versuch wert.

Die Kirche kann noch viel lernen im Umgang mit den sozialen Netzwerken und das meiste wohl nur durch das ausprobieren.

Danke, katholisch.de – ich bin gespannt, was noch kommt!

Update – Hier  die Antwort von katholisch.de:

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Impuls zum 4. Advent

Im Mittelpunkt des heutigen Evangeliums stehen die Worte des Propheten Jesaja, die der Engel des Herrn Josef im Traum mitteilte (Mt 1, 23 bzw. Jes 7, 14):

„Seht die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären und man wird ihm den Namen Immánuel geben, das heißt übersetzt: „Gott ist mit uns“.

Gott ist mit uns. Er möchte nicht nur Gott auf geistiger Ebene sein, er möchte mitten unter uns sein, er möchte Mensch sein. Das ist Liebe und Hinwendung zu seinem Volk. Er möchte nicht länger nur durch die Propheten zu seinem Volk sprechen, sondern er selbst möchte sich offenbaren. Und so hören wir auch an Weihnachten in der Einleitung des Johannes-Evangeliums: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“ (Joh 1, 14).

Ich finde sehr viel Trost in diesen Worten, in der Vorstellung, dass Jesus mitten unter uns gelebt hat. Er hat sich mit uns gefreut und mit uns getrauert, er hat mit uns gegessen und getrunken, er hat mit uns gebetet, hat mit uns gelitten ist für uns gestorben und wiederauferstanden. Dieses Heil begann mit seiner Geburt durch die Jungfrau Maria, bzw. erst ihrem Ja zu Gott und diesem Auftrag.

Jesus ist wahrer Mensch und wahrer Gott. Das ist etwas völlig neues und mit dem Verstand nur schwer zu begreifendes. Aber vertrauen wir auf Gott und seinem Wort, lassen wir uns darauf ein, so wie auch Josef den Worten des Engels vertraute und seine Frau zu sich nahm, statt sie zu verlassen (Mt 1, 24).
Dann können auch wir aus der Hoffnung heraus leben, dass Gott mit uns ist – auf all unseren Wegen, denn er selbst ist diese Wege alle vor uns und mit uns gegangen, durch Freud und durch Leid.

Zum Schluss möchte ich Ihnen noch das Adventslied „Veni redemptor gentium“ mit auf dem Weg geben, welches diese beiden Naturen Jesu betont und zu meinen Lieblingsliedern im Advent zählt. Es stammt aus der Feder des Ambrosius von Mailand, der dieses Lied vor über 1600 Jahren verfasste. Im Gotteslob finden sie fünf der acht Strophen ins deutsche Übertragen Neues Gotteslob: 227, altes Gotteslob 108).

Einen gesegneten vierten Advent.

“Katholiken verlieren Interesse am Glauben”

Gedanken zu einem Artikel von Matthias Kamann in der Zeitung “Die Welt” vom 20.12.2013

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Eher verschwommen? Die Wahrnehmung der Botschaft Christi in der Kirche

Wenn Katholiken an ihre Kirche denken, dann stehen scheinbar vor allem die Verbote im Vordergrund. So zumindest die Interpretation der Ergebnisse der päpstlichen Umfrage zu Ehe und Familie in der “Welt”.  Eigentlich haben wir uns das ja schon gedacht. Jetzt haben wir es aber schwarz auf weiß. Alois Glück vom ZDK bescheinigt dann auch, dass die Kirche von Vielen nur als eine “Institution der Verbote und Reglementierung” wahrgenommen würde.

Was ist da nur schiefgelaufen? Seit wann ist denn “Glaube” nur das, was Verbot ist? Ist Jesus häufiger mit erhobenem Zeige-finger durch die Gegend gelaufen oder hat er nicht viel häufiger getröstet, geheilt, geliebt? Wieso schafft es die Kirche nicht, die  FROHE BOTSCHAFT von Jesus Christus zum Thema zu machen?

Stattdessen kreisen wir ständig nur um uns selbst – Laien wie Geistliche. Die Bischöfe stehen hilflos vor Tagesschau-Mikrofonen und erklären uns immer nur die Fehler in den Strukturen, die Verbände immer nur, was sich strukturell oder institutionell ändern muss.  Eine evangelisierende Ausrichtung? Fehlanzeige.

Wie wir es schaffen können, endlich aus dieser Selbstbezugs-Spirale zu kommen, weiß ich auch nicht recht. Aber eine Idee hätte ich: fangen wir doch mal wieder bei Christus an und sagen der Welt, was er uns alles schenkt. Das “Vater Unser” (Mt 6,9 ff) zeigt uns, auf wen und was es ankommt:

Geheiligt werde dein Name
Dein Reich komme
Dein Wille geschehe