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Kommentare und Aktuelles zu "gerne katholischen" Themen

Franziskus – bekehrt, berufen und geführt vom Heiligen Geist

Auch durch die Wahl Jorge Mario Bergoglios zu Papst Franziskus steht der Orden der Minderbrüder wieder stärker im öffentlichen Interesse. Johannes Roth, Novize bei den Franziskanern, zeichnet für uns das Leben des Ordensgründers nach. (Dieser Beitrag stammt aus der 2. Ausgabe unseres Gerne-katholisch-Magazins, das Sie hier kostenlos bestellen können)

tauHäufig werde ich gefragt, was bedeutet eigentlich das „Tau-Kreuz“, das viele Franziskaner und auch ich als Postulant der Franziskaner um den Hals trage. „Das ist doch kein richtiges Kreuz, da fehlt doch was.“, höre ich oft. Das Tau hat für uns Franziskaner eine besondere Bedeutung und steht auch in Beziehung zur Berufung des Hl. Franziskus. Mit diesem Tau hat er alle Dokumente unterschrieben und auch den Segen für seinen Mitbruder Leo. Das Tau bzw. Taw ist der kleinste Buchstabe im griechischen und der letzte Buchstabe im hebräischen Alphabet. Franziskus wollte nach seiner Bekehrung und seinen Berufungserlebnissen der Kleinste und Letzte sein – eben ein Minderbruder, wie die Franziskaner auch genannt werden. Er wollte an den Rand der Gesellschaft gehen, hin zu den Kleinsten und Letzten, eben zu denen, die von der Gesellschaft ausgestoßen wurden. 

Aber wie kam es dazu, dass jemand, der aus einer reichen Familie stammte und eigentlich eine aussichtsreiche Karriere vor sich hatte, sein Leben komplett umkehrte und auf den Kopf stellte? Im Leben des Hl. Franziskus gibt es drei Berufungsmomente, die ihn zu diesem Schritt führten: die Begegnung mit dem Aussätzigen, die Begegnung mit dem Kreuz und die Begegnung mit der Hl. Schrift.

Franziskus war auf dem Weg in einen Feldzug nach Apulien. Unterwegs begegnete er einem Aussätzigen. Sofort steigt er im wahrsten Sinne von seinem hohen Ross herab und begibt sich zu Jemandem, der wegen seiner Krankheit von der Gesellschaft ausgestoßen wurde. Dazu schreibt er in seinem Testament: „So hat der Herr mir, dem Bruder Franziskus, gegeben, das Leben der Buße zu beginnen: denn als ich in Sünden war, kam es mir sehr bitter vor, Aussätzige zu sehen. Und der Herr selbst hat mich unter sie geführt, und ich habe ihnen Barmherzigkeit erwiesen. Und da ich fortging von ihnen, wurde mir das, was mir bitter vorkam, in Süßigkeit der Seele und des Leibes verwandelt. Und danach hielt ich eine Weile inne und verließ die Welt.“ (Test 1-3) Diese Begegnung führte Franziskus zu dem Entschluss, nicht in den Krieg zu reiten, sondern nach Assisi umzukehren und sein Leben zu ändern.

Leben und Lehre der Kirche

gitarreGeistlicher Impuls im September von Dag Heinrichowski

Anfang Oktober tagt in Rom die außerordentliche Bischofssynode zum Thema „Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Rahmen der Evangelisierung“. Nicht erst seit der Ergebnisse der Umfrage zur Vorbereitung dieser Synode ist deutlich, dass es gerade bei dem Thema große Unterschiede zwischen der Lehre der Kirche und dem Leben der Kirche gibt. Eine Frage, die aber nicht nur auf das Thema der Sexualmoral und der Familie begrenzt sein darf und schon gar nicht nur auf weltkirchlicher Ebene diskutiert werden darf. Die Frage nach dem Leben und der Lehre der Kirche geht jeden Christen an. Denn Glaube ist kein reines Wissen aus Katechismus, Glaube ist vor allem mein Leben. Glaube ist keine Theorie, sondern Praxis. Gott offenbart uns eben nicht in einem Heiligen Buch mit Vorschriften und Sätzen, sondern er offenbart sich selbst in Christus. Er wird Teil unseres Lebens – konkret und praktisch. (mehr …)

Brennende Sehnsucht

Geistlicher Impuls im August

Am 28.08 feiert die Kirche den Gedenktag des Heiligen Augustinus von Hippo und das ist doch ein guter Anlass, ihm mal einen Impuls zu widmen. Oft werde ich auf meinen berühmten Namenspatron angesprochen und nicht immer können andere meine Begeisterung für den Kirchenvater so auf Anhieb teilen. Und Augustinus ist ja auch tatsächlich kein einfacher Heiliger, ja selbst wenn man manch albernes Klischee beiseite räumt, bleibt er eine ziemlich sperrige, widersprüchliche Persönlichkeit.

Der große Seelsorger, der immer Menschen um sich haben wollte, ist zugleich auch der Vater einer pessimistischen Sicht auf den Menschen. Der Theologe der Gnade ist zugleich auch jener, der mit der Zuhilfenahme der römischen Truppen gegen die Donatisten einer verhängnisvollen Verquickung von religiösen Fragen und weltlicher Macht das theologische Fundament schuf. Der leidenschaftlich Liebende, nicht umsonst wird der Heilige Augustinus mit dem brennenden Herzen dargestellt, ist zugleich auch der Schöpfer eine zutiefst negativen Lehre von der menschlichen Sexualität, die bis heute ihren Niederschlag in der kirchlichen Lehre hat. Das alles ist Augustinus von Hippo und wird von den einen dafür unkritisch bewundert und von den anderen verteufelt.

Bild: Der Heilige Augustinus, Marienaltar der Stadtkirche in Langenzenn.
Quelle: Wikimedia Commons/Wolfgang Sauber

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“Gott macht keinen Urlaub”

Geistlicher Impuls zur Ferienzeit

Im Sommer 2011 berichteten unter dieser Überschrift sieben Redakteure der Wochenzeitung die Zeit über ihre Ferienkirchen und ihre Eindrücke. Und es stimmt, was sie gleich zu Beginn festhalten: „Im Sommer werden auch Kirchenmuffel zu begeisterten Religionstouristen“. Nicht nur in dieser Hochzeit der Ferien und Urlaube, sondern generell auf Reisen. Natürlich steckt bei vielen einfach eine touristische Neugier, ein kunstgeschichtliches oder kulturelles Interesse oder vielleicht auch nur die Sehnsucht nach ein paar Minuten in erfrischender Kühle dahinter, aber doch würde wohl jeder eine Kirche als einen besonderen Ort beschreiben und nicht wenige suchen sicher auch im Urlaub und gerade dann auch dort in den Kirchen nach Sinn, innerem Frieden und Erholung.

Stadt Salzburg mit vielen Kirchtürmen

Ein beliebtes Urlaubsziel mit vielen schönen Kirchen: die Stadt Salzburg.

Aber diese Bilder von in Kirchen wandelnden Menschen auf der Suche bekommen tiefste Risse bei den Austrittszahlen der Kirche aus dem vergangenen Jahr, die dieser Tage vorgestellt wurden. Beides zusammen bringt die Spannung dieser Tage auf den Punkt: suchende Menschen – sich abkehrende Menschen. Während sie im Urlaub in die Kirchen strömen, eilen sie im Alltag eher hinaus. Während sie im Urlaub in den Kirchen etwas finden, werden sie im Alltag oft enttäuscht. Während sie nach dem Urlaub ihren Freunden von Kirchen vorschwärmen, wird im Alltag nur geschimpft. (mehr …)

Von Gott reden

Vor einigen Tagen wurde veröffentlicht, wie viele Menschen im vergangenen Jahr aus der Kirche ausgetreten sind. Der Franziskus-Effekt konnte den Tebartz-van Elst-Effekt nicht ausgleichen. Für viele Menschen waren wohl die Geschehnisse rund um dem Limburger Domberg ein Anlass, grundsätzlich das eigene Verhältnis zur Kirche zu überprüfen und aus der Kirche auszutreten.

Einen Tag bevor die Zahlen veröffentlicht wurden, twitterte Papst Franziskus:

Der Franziskus-Effekt liegt meiner Ansicht nicht nur darin, dass der Papst nicht in seinem Palast wohnt und alte Autos fährt, sondern vor allem darin, dass er immer wieder versucht den Menschen eine Begegnung mit Jesus zu ermöglichen und das als Auftrag an die Kirche und damit an jeden einzelnen Christen formuliert. Jesus Christus gehört in das Zentrum und ist das, wofür die Kirche Zeugnis ablegen soll. Den Menschen von Gott erzählen, ist die Hauptaufgabe. Nicht das Verwalten von Geld und Strukturen.

Aber wie kann das funktionieren, von Gott zu reden? (mehr …)

Leben “per ducatum evangelii” – “unter der Führung des Evangeliums”

Ein Gastbeitrag von Dipl.-Theol. Marco Hüsing

In der Mitte des Prologs der Benediktsregel stehen im lateinischen drei Wörter: “per ducatum evangelii: unter Führung des Evangeliums”. Diese drei Wörter geben nicht nur eine Beschreibung eines Mönchsleben wieder. Es ist auch nicht nur eine Aufforderung des Mönchs, sondern diese drei Wörter sind die Grundbeschreibung eines jeden christlichen Lebens. 

Durch die Taufe und die dadurch gegebene Bereitschaft von uns, uns ganz Gott anzuvertrauen, unser Leben ganz Jesus Christus zu geben, wechselten wir von dieser Welt zu einem Leben unter der Führung des Evageliums. Und dies ist Auftrag und Ehre zusammen. 
Es ist Ehre, denn das Evangelium Jesu Christi ist die Frohe Botschaft des Lebens. Durch das Evangelium sind wir befreit von Tod und Sünde. Wir gehören ganz Christus an und können uns freuen. Ja, das Evangelium ist eine Last, die nicht drückt. Es befreit uns von den Verstrickungen der Welt. Durch Annahme gehören wir zu Christus. Und wir leben nicht mehr uns,  sondern Christus lebt in uns. Das bedeutet, ein Leben unter der Führung des Evangeliums zu haben: man ist ganz Jesus übergeben.  (mehr …)

Fronleichnam – Die Liebe Gottes wird sichtbar

fronleichnamEin frohes und gesegnetes Hochfest Fronleichnam euch allen!

Ein Impuls von Papst Benedikt XVI: „In der Tat: Niemand hat Gott gesehen, so wie er in sich ist. Und trotzdem ist Gott uns nicht gänzlich unsichtbar, nicht einfach unzugänglich geblieben … Gott hat sich sichtbar gemacht: In Jesus können wir den Vater anschauen (vgl. Joh 14, 9). In der Tat gibt es eine vielfältige Sichtbarkeit Gottes. In der Geschichte der Liebe, die uns die Bibel erzählt, geht er uns entgegen, wirbt um uns – bis hin zum Letzten Abendmahl, bis hin zu dem am Kreuz durchbohrten Herzen, bis hin zu den Erscheinungen des Auferstandenen und seinen Großtaten, mit denen er durch das Wirken der Apostel die entstehende Kirche auf ihrem Weg geführt hat.

Und in der weiteren Geschichte der Kirche ist der Herr nicht abwesend geblieben: Immer neu geht er auf uns zu – durch Menschen, in denen er durchscheint; durch sein Wort, in den Sakramenten, besonders in der Eucharistie. In der Liturgie der Kirche, in ihrem Beten, in der lebendigen Gemeinschaft der Gläubigen erfahren wir die Liebe Gottes, nehmen wir ihn wahr und lernen so auch, seine Gegenwart in unserem Alltag zu erkennen. Er hat uns zuerst geliebt und liebt uns zuerst; deswegen können auch wir mit Liebe antworten. Gott schreibt uns nicht ein Gefühl vor, das wir nicht herbeirufen können. Er liebt uns, lässt uns seine Liebe sehen und spüren, und aus diesem ,,Zuerst’’ Gottes kann als Antwort auch in uns die Liebe aufkeimen.“

(Benedikt XVI., Enzyklika Deus Caritas est, Nr. 17)

Pfingstnovene Tag 11 – Hochfest Pfingsten

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Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Liedruf zu Beginn (Gotteslob Nr. 165 (alt: 246)

V: Send uns Deines Geistes Kraft, der die Welten neu erschafft:
A: Christus, Herr, erbarme Dich.
V: Lass uns als Waisen nicht, zeig uns des Trösters Licht:
A: Christus, erbarme Dich.
V: Dass in uns das Herz entbrennt, Deiner Gnade Reich erkennt:
A: Christus, Herr, erbarme Dich.

Gebet (Tagesgebet)

Allmächtiger, ewiger Gott, durch das Geheimnis des heutigen Tages heiligst du deine Kirche in allen Völkern und Nationen. Erfülle die ganze Welt mit den Gaben des Heiligen Geistes, und was deine Liebe am Anfang der Kirche gewirkt hat, das wirke sie auch heute in den Herzen aller, die an dich glauben. Darum bitten wir durch Jesus Christus. Amen.

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Pfingstnovene Tag 10 – Samstag der 7. Osterwoche

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Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Liedruf zu Beginn (Gotteslob Nr. 165 (alt: 246)

V: Send uns Deines Geistes Kraft, der die Welten neu erschafft:
A: Christus, Herr, erbarme Dich.
V: Lass uns als Waisen nicht, zeig uns des Trösters Licht:
A: Christus, erbarme Dich.
V: Dass in uns das Herz entbrennt, Deiner Gnade Reich erkennt:
A: Christus, Herr, erbarme Dich.

Gebet (Tagesgebet)

Allmächtiger Gott am Ende der heiligen fünfzig Tage bitten wir dich: Gib uns die Gnade, dass wir in einem Leben aus dem Glauben das Ostergeheimnis deines Sohnes bewahren, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

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“Mit Christus Brücken bauen”

Geistlicher Impuls an Pfingsten

Ein gesegnetes und frohes Pfingstfest wünsche ich Ihnen!

50 Tage nach Ostern feiern wir die Sendung des Heiligen Geistes auf die Jünger und damit, wie manche es nennen, den „Geburtstag“ der Kirche. Im alten Hymnus, den wir schon in den Tagen vor Pfingsten beten, heißt es gleich zu Beginn: „Komm, Schöpfer Geist, kehr’ bei uns ein.“ Die Bezeichnung des Geistes als „Schöpfer“ bezieht sich dabei zunächst auf die Schöpfung der Welt. Der Geist, der schon von Anfang an in der Welt war (Gen 1,2), ist der große Baumeister der Weltenschöpfung: „Du sandtest deinen Geist, um den Bau zu vollenden.“ (Jdt 16,14).

brueckePfingsten ist dann so etwas wie ein Neubeginn: Die Jünger wurden durch den Geist gesandt und befähigt, die Botschaft Christi zu verkünden und so ist der Geist nicht nur „Bauender“, sondern zugleich „Sendender“. Als Christen sollen wir nicht beim status quo stehen bleiben, sondern wir sind immer aufgerufen, in Bewegung zu bleiben zu Gott und den Menschen hin.

Unter dem Motto „Mit Christus Brücken bauen“ trafen sich vergangene Woche mehr als 50.000 Menschen in Regensburg, um gemeinsam den 99. Deutschen Katholikentag zu begehen. Auch ich war vier Tage dabei und empfand das Programm und die Stimmung als sehr geistlich, vor allem aber als insgesamt von einer großen Freude am Glauben geprägt. (mehr …)