Categories » Gerne katholisch!

ein neues gerne-katholisch.de

Seit fast 7 Jahren gibt es gerne-katholisch.de. Der ursprüngliche Zweck hat sich seitdem nicht verändert: wir möchten zeigen, dass es Freude macht, zu glauben. Dass es Spaß macht, in der Kirche zu sein und dass der Glaube etwas Befreiendes ist. In diesen Jahren ist viel passiert und unsere Angebote sind stetig gewachsen. So gibt es mittlerweile den Blog mit Artikeln und Impulsen, ein Angebot zum gemeinsamen Beten mit fürbittencloud.de und eine App für das Smartphone. Aktiv sind wir in den sozialen Netzwerken wie facebook und instagram.

Wir finden, es ist Zeit, diese Angebote in einem neuen Portal zusammenzuführen. Übersichtlich strukturiert, und trotzdem in zeitgemäßem Design. Um eine gute Umstellung zu gewährleisten, haben wir das Angebot auf gerne-katholisch.de für ein paar Wochen abgeschaltet. In dieser Zeit finden Sie hier im Blog alle relevanten Informationen und Angebote. Auch die fürbittencloud.de läuft in der Zwischenzeit weiter. Wir freuen uns darauf, Ihnen im Laufe des Julis unser neues Portal präsentieren zu können!

Auf geht’s!

Geistlicher Impuls zum Pfingstfest von P. Jeremias Kehren OPraem

Nach dem Pfingstereignis beginnt die Ausbreitung der Kirche. Jesus sagte: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ (Joh 20,21) und das haben die Jünger nach Pfingsten getan und das Evangelium in die ganze Welt getragen. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich der Glaube an Christus, den Herrn, durch die Predigt der Apostel und heute gibt es weit über zwei Milliarden Christen – trotz aller Verfolgungen. Eine unglaubliche Erfolgsgeschichte also?

Zumindest in unseren Breiten ist der Enthusiasmus für den Glauben anscheinend gebrochen.

Die Situation ist anders als früher. Unsere (oft getauften!) Zeitgenossen lassen sich nicht mehr so einfach durch flammende oder gescheite Predigten oder noch so überzeugende Geistliche hinter dem Ofen hervorlocken. Was nun? Wir kennen die enormen Bemühungen die von unterschiedlichsten Seiten unternommen werden: es gibt Bibelübersetzungen in modernem Deutsch, theologische Sachbücher und spirituelle Bestseller, für die Internetgeneration gibt es Onlineportale zu allen Fragen des Glaubens und der Moral, aller Orten gibt es geistliche Gemeinschaften, Glaubenskurse für jedes Alter, Jugendkirchen, spezielle Angebote an Exerzitien usw. Auch am Bierwagen auf dem Pfarrfest scheitert es nicht… (mehr …)

Vom Tod zum Leben

Geistlicher Impuls zum Osterfest von Mareike Jauß

„Jesus darf nicht sterben“, überschrieb Matthias Schmidt seinen Impuls zur Karwoche – und drückte damit wohl die alljährliche Gefühlslage vieler Christen aus. Denn machen wir uns nichts vor: Das Kreuz ist und bleibt besch… und die Frage Jesu nach dem Warum unbeantwortet.

Nein, der Karfreitag kann auch mit dem Wissen um Ostern nicht verharmlost werden. Manchmal denken wir: An Karfreitag ist der Tod dran und an Ostern das Leben – damit ist der Tod erledigt. Und weil wir immer schon von Ostern wissen, ist der Karfreitag nicht mehr ganz so ernst zu nehmen, sondern eher unter der Kategorie „Panne“ zu verbuchen.

Aber der Tod ist nie einfach erledigt, auch nicht an Ostern. Die Wunden Jesu bleiben für immer die Merkmale, an denen er identifiziert wird. Seine Jünger erkennen ihn nicht an seinem Aussehen oder seinem Besitz, sondern an seinen Wunden. Sie sind an Ostern nicht einfach weg, sondern sind tief eingegraben in seine Existenz. (mehr …)

Jesus darf nicht sterben

Geistlicher Impuls zur Karwoche von Matthias Alexander Schmidt

karwoche17Jedes Jahr an Karfreitag, während das Evangelium vorgelesen wird, kommt bei mir dieselbe diffuse Hoffnung auf: Diesmal muss Jesus nicht sterben. Jemand hat Mitleid mit ihm, oder noch besser: Alle sehen ein, dass es Unrecht und falsch ist, ihn zu töten – und Jesus überlebt.

Vom Abendmahlssaal bis zum Kreuz ist die Geschichte so spannend geschrieben, häufig auch so dramatisch vorgetragen oder gesungen. Wie im Hollywood-Film müsste der Held am Ende doch überleben. Auch wenn alles gegen ihn spricht. Es gibt so viele Momente, in denen sich alles ins Gegenteil drehen könnte:

Judas könnte einfach am Tisch sitzen bleiben statt loszugehen und Jesus zu verraten. Im Garten könnte er sich noch umentscheiden, Jesus einfach nicht küssen. Jesus müsste nicht fragen „Wen sucht Ihr?“, um dann „Ich bin es“ zu sagen. Vom Hohepriester, wo eigentlich jeder einsehen müsste, dass Jesus keine Schuld nachgewiesen werden kann bis zu Pilatus, der sich von der Menge nicht umstimmen lassen müsste – alles könnte sich zum Guten wenden. Selbst am Kreuz hätte Jesus noch Möglichkeiten. Er könnte – wozu ihn die verspottende Menge anstachelt – vom Kreuz heruntersteigen. (mehr …)

Warum werden 2 Wochen vor Ostern die Kreuze verhüllt?

Im Messbuch heißt es zum 5. Fastensonntag kurz und knapp: „Der Brauch, die Kreuze zu verhüllen, soll beibehalten werden.“
Was steckt dahinter, dass die Kirche in den letzten beiden Wochen der Fastenzeit ihre Kreuze mit einem violetten Tuch verhüllt, um schließlich am Karfreitag eine feierliche Kreuzenthüllung vorzunehmen?

Im Mittelalter waren es zuerst große, wuchtige Triumphkreuze, die man verhüllte.

Sie zeigten Jesus als König am Kreuz umringt von kostbaren Edelsteinen. Aber dieser Schmuck störte natürlich, wenn man an das bittere Leiden und Sterben Jesu erinnern wollte.
Im Spätmittelalter wurden die Darstellungen Jesu dann drastischer und lebensechter mit einem schmerzverzerrten Gesicht und viel fließendem Blut (die sieht man z.B. in Spanien auf dem Jakobsweg). Und auch diese Darstellungen sollten dann für eine gewisse Zeit dem Blick der Gläubigen entzogen werden, um klarzumachen: das Kreuz ist nicht ein bloßer Andachtsgegenstand, sondern das Kreuz erzählt uns eine wahre Geschichte, eine Geschichte, die wirklich passiert ist und die mit uns zu tun hat. (mehr …)

Jetzt geht’s wieder los! Ehrlich!

Geistlicher Impuls zur Fastenzeit von Dag Heinrichowski

Jedes Jahr auf’s Neue: Aschermittwoch, Fastenzeit, Umkehr. Eine Zeit beginnt, die mit einer klaren Botschaft verbunden ist: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ Einerseits kann Enttäuschung mit der ständigen Wiederkehr dieser Umkehr verbunden sein: Schon wieder werde ich darauf gestoßen, was ich eigentlich schon weiß – ich bin nicht perfekt, nicht alles läuft rund – oder wie Papst Franziskus es in seinem ersten großen Interview als Papst auf die Frage „Wer ist Jorge Mario Bergoglio“ gesagt hat: „Ich bin ein Sünder.“ Andererseits ist es wirklich Gnade, wenn ich immer wieder neu auch auf meine Schwächen, meine Grenzen, meine Fehler schauen darf und darin die Möglichkeit entdecke, umzukehren, neu zu beginnen, dem Evangelium mehr zu glauben. (mehr …)

Feuer und Flamme für das Evangelium

Über die Entstehung des Dominikanerordens vor 800 Jahren

Es war der 21. Januar des Jahres 1217, also vor genau 800 Jahren, da erließ Papst Honorius III. ein Bulle über eine kleine Gemeinschaft von Klerikern aus Südfrankreich. Diese war erst einige Jahre zuvor von einem spanischen Priester namens Domingos de Guzmán gegründet worden und bisher eher durch ihre unorthodoxe Praxis in der Verkündigung aufgefallen. Diese Bulle vom 21. Januar war die zweite, die der Papst dieser Gemeinschaft widmete. Bereits am 22. Dezember des Vorjahres, also nur gut vier Wochen früher hatte es schon eine gegeben.

Nun mag einem nichts Gutes schwanen. Wenn der Papst, noch dazu einer aus dem finsteren Mittelalter, einer neuen, unkonventionellen Gemeinschaft in kürzester Zeit so viel Aufmerksamkeit und gleich zwei Bullen widmet. Da riecht der kritische Zeitgenosse von heute direkt Verbot, Repression, oder gar Verfolgung.

Und der Papst veränderte die Zukunft der Gemeinschaft junger revolutionärer Ordensbrüder tatsächlich dramatisch, allerdings so ganz anders als sie vielleicht befürchtet haben. Der neue Orden nannte sich selbst Ordo fratrum praedicatorum, Orden der Predigerbrüder und der spanische Priester Domingo wird später besser unter dem Namen Dominikus bekannt sein.

Während die erste Bulle die Gemeinschaft des Dominikus als Orden bestätigte, war die zweite Bulle vom 21.1 eine Sensation. Honorius III. verlieh den Predigerbrüdern das Privileg eben dazu, wozu sie gegründet wurden, zum Predigen. Bis zu diesem Tag war die Predigt das alleinige Privileg der Bischöfe in ihrem Bistum gewesen. Plötzlich zogen da also junge Ordensbrüder durch die Lande und predigten unkonventionell und frisch daher und das mit großem Erfolg. Und diese Revoluzzer predigten nicht nur gegen die Ketzer, die zu jener Zeit in Südfrankreich gerade eine florierende Gegenkirche organisiert hatten. Sie wagten es, nach den Gründen für den Erfolg diese Irrlehren zu fragen und diese in ihren Predigten zu kritisieren: Die Dummheit und Geldgier des Klerus, vor allem der Bischöfe. Schlimmer noch, der Papst nahm den Bischöfen ihr liebstes und so herrlich ineffizientes Mittel zur Ketzerbekämpfung weg, die Inquisition. Diese hatte den Bischöfen bisher vor allem dazu gedient, an das Vermögen des geschäftstüchtigen, in Glaubensdingen allerdings etwas unbedarften Stadtbürgertums zu kommen. Die Predigerbrüder machten aus der Inquisition in kürzester Zeit eine gut organisierte und für damalige Verhältnisse fortschrittliche Ermittlungsbehörde, die ihnen allerdings auch einen Spottnamen einbrachte: domini canes, Spürhunde des Herrn.   (mehr …)

Wahrheit und Freiheit?!

Geistlicher Impuls zum Advent von Michael Raabadvent16

„Die Wahrheit wird euch frei machen.“ – Dieses Wort Jesu aus dem Johannesevangelium kommt mir in den letzten Wochen immer wieder in den Sinn, wenn ich so auf die weltpolitische Bühne schaue, die mir ehrlicherweise manchmal Angst macht.

Aber wie schaut´s eigentlich bei mir aus? Alles im Reinen? Schon vorbereitet auf Weihnachten? Also nicht nur die Wohnung geschmückt, sondern „innendrin“? Alles wahr, alles frei? Kein Verstellen, kein Theater?

Zu Beginn des neuen Kirchenjahres will uns die Adventszeit neu vorbereiten und einstimmen auf das Fest der Menschwerdung Gottes in der Welt. Aber irgendwie ist die Vorbereitung doch immer mehr schon mit Festtagsstimmung überlagert. Der Advent als Zeit der Vorbereitung fällt oft schon aus, weil überall schon Christbäume und Weihnachtsgebäck und –musik und und und zu sehen, zu schmecken und zu hören sind. Kaum ein Fest kündigt sich so sehr durch das Licht an wie Weihnachten. Überall sieht man in diesen Tagen schon den Lichterschein von Kerzen und vielfältigem, manchmal auch schrecklichem, elektrischem Lichterglanz. Es wird in den kommenden Wochen auch gesungen werden vom „Licht, das die Nacht erhellt“, vom „hellen Stern in der dunklen Nacht“ und vom „Blümelein“, das mit seinem hellen Schein die Finsternis vertreibt. Und auch aus den Evangelientexten rund um Weihnachten kennen wir Passagen zum Licht: Der Engel, der den Hirten von der Geburt Jesu berichtet, erstrahlt in hellem Licht und taucht die Hirten in den „Glanz des Herrn“ (Lk 2,9), und die Sterndeuter folgen dem hellen Stern, bis dieser an der Stelle stehenbleibt, wo sie das Kind finden (Mt 2). (mehr …)

Die heilige Leerstelle

grabGeistlicher Impuls zum Osterfest von Pastoralassistentin Mareike Jauß

Wo feiern Sie am liebsten Ostern? Und warum?

Wo lässt sich am besten Ostern feiern? Vielleicht auf den Osterinseln? In Rom, mit dem päpstlichen Ostersegen? Oder doch gleich in Jerusalem, am Ort des Geschehens? Am Heiligen Grab, das nur wenige Meter vom Felsen Golgatha entfernt verehrt wird?

Immerhin pilgern Menschen seit Jahrhunderten dorthin, um dem Ort nahe zu sein, an dem Jesus gestorben ist und beigesetzt wurde. Immer wieder haben Menschen ihr Blut vergossen und sogar gemordet, um diese Grabesstätte zu erreichen.

Paradox an der ganzen Sache: Die heiligste Stätte der Christenheit, der Ort unserer Erlösung, ist …. leer! Keine Reliquien, keine Knochen, nicht einmal Teile eines Knochens sind dort zu finden. Christen feiern sozusagen eine Leerstelle. Sie feiern, dass jemand nicht da ist. (mehr …)

Dein Zion streut dir Palmen

Geistlicher Impuls zur Karwoche von fr. Augustinus Hildebrandt OP

palmzweigDein Zion streut dir Palmen
Und grüne Zweige hin,
Und ich will dir in Psalmen
Ermuntern meinen Sinn.
Mein Herze soll dir grünen
In stetem Lob und Preis
Und deinem Namen dienen,
So gut es kann und weiß.

So lautet die zweite Strophe des bekannten Kirchenliedes von Paul Gerhard (+1676) „Wie soll ich dich empfangen“. Am Palmsonntag empfängt Jerusalem seinen Messias. Der Gesalbte Gottes tritt sichtbar mitten unter sein Volk, das sich in der Heiligen Stadt versammelt hat, um dem unsichtbaren, verborgenen Gott in der Feier des Pessach zu begegnen. Wie reagiert das Volk, wie soll man reagieren, wen der, den man so sehnsuchtsvoll erwartet, den man mit so viel Hingabe dient, plötzlich kommt, leibhaftig kommt? Am Bahnhof kann man es manchmal beobachten, wenn zwei geliebte Menschen sich nach langer Zeit wiedersehen. Minutenlang verharren sie dann eng umschlungen, still, unfähig etwas zu sagen. Wie viel größer muss der Gefühlsausbruch des Volkes gewesen sein, als der kam, den sie so sehnlich erwarteten. Dann bricht sich die Freude Bahn, die Menschen reißen Zweige von den Bäumen und streuen sie auf den Weg, sie jubeln und schreien ihre ganze Freude, ihr Staunen und ihre Liebe heraus: „Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe!“ (Mt 21,9) (mehr …)