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Outside-In

Geistlicher Impuls von Diplom-Theologin Mareike Jauß, Bistum Aachen

„Du nicht! Du gehörst nicht dazu!“ Wie oft hört man diesen Satz, wenn man Kinder beim Spielen beobachtet. Es scheint, als gäbe es in der menschlichen Psyche ein Bedürfnis, Menschen auszuschließen. Kriterien zu haben, die darüber entscheiden, ob jemand „dazugehört“ oder nicht.

09152Ein solches Ausschlusskriterium kennen auch die Jünger im Evangelium dieses Sonntags: Wer ihnen nicht nachfolgt, darf nicht im Namen Jesu Dämonen austreiben. Die Antwort Jesu hierauf mag überraschen:

„Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns. Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört – amen, ich sage euch: er wird nicht um seinen Lohn kommen.“ (Mk 9,40f.) (mehr …)

„Glauben im gemeinsamen Haus“ – zum heutigen Gebetstag für die Bewahrung der Schöpfung

0915Am diesjährigen Pfingstfest veröffentlichte Papst Franziskus seine Enzyklika zur Umwelt Laudato si’. Sie trägt den Untertitel „Über die Sorge für das gemeinsame Haus“. In den Medien – sowohl innerkirchlich als auch außerhalb – hat sie eine große Resonanz und Lob gefunden. Als kirchliches Lehrschreiben ermahnt der Papst aber natürlich nicht nur Wissenschaftler, Politiker und Mächtige zum Handeln für einen effektiveren Schutz der Umwelt, sondern er sagt auch etwas über den christlichen Glauben und dessen Verbindung zur Umwelt aus. Drei Aspekte aus der Enzyklika fand ich persönlich besonders ansprechend für das persönliche Glaubensleben:

1) Schöpfung als Zugang zum Glauben
Das gemeinsame Haus von dem im Untertitel die Rede ist, ist Gottes Schöpfung. Sie ist entscheidend für den Glauben, denn sie lässt sich – wie Franziskus schreibt – als ein Buch lesen, „in dem Gott zu uns spricht“ (LS 12). In der Schönheit, dem Mysterium der Schöpfung können wir Gott finden und Seine Größe erahnen. Sie kann uns ins Stauen versetzen und dankbar machen. Stauen und Dank über die großen Taten und die große Liebe Gottes. Franziskus betont auch, dass Gottes lebensspendender Geist in jedem Geschöpf wohnt und uns in eine Beziehung mit Ihm ruft (vgl. LS 88). Die Schöpfung, die Umwelt in der wir leben sind ein Zugang zu Gott. Mit diesem Gedanken im Hintergrund kann sich mein Blick auf die Welt ändern. In der Begegnung mit meiner Umwelt, kann ich Gott begegnen.

2) „Wir sind nicht Gott“ (LS 67)
Wir Menschen sind Teil der Schöpfung und stehen nicht außerhalb der Umwelt. „Wir sind nicht Gott“ (LS 67) schreibt Franziskus. Das anzuerkennen mag auf den ersten Blick etwas schwerfallen, steht doch der Mensch oft im Mittelpunkt und bedient sich der Schöpfung. Aber ich darf gleichzeitig auch anerkennen, dass ich geschaffen bin und mein Leben ein Geschenk ist. Ich verdanke mich Gott. Ich darf vertrauen, dass Gott mich nicht verlässt, Er bleibt Seiner Schöpfung in Liebe treu: „Niemals macht er in seinem Plan der Liebe einen Rückzieher, noch reut es ihn, uns erschaffen zu haben“ (LS 13). Ich bin nicht Gott und ich brauche es auch nicht zu sein. Aber Gott ist da. (mehr …)

Die EINE Frage, die sich jeder Katholik heute stellen muss

alone-480474_1280Gerne katholisch dokumentiert immer wieder Blogbeiträge aus anderen Teilen der Welt, die sich mit dem Thema Evangelisierung beschäftigen. Lesen Sie heute einen Artikel von Brandon Vogt, katholischer Autor und Blogger aus Florida, USA (brandonvogt.com)

Neue Studien (aus den USA, Anm.) zeigen, dass 7% der Katholiken 80% aller Spenden und ehrenamtlich geleisteten Stunden erbringen. Es ist leicht, sich ganz auf diese Gruppe zu verlassen. Wir können sicher sein, dass sie es sind, die sich anmelden, die auch kommen, die unterschreiben, die Bücher kaufen, die spenden.

Aber jeder Katholik muss sich diese eine Frage stellen: was tue ich, um die anderen 93% zu erreichen?

In der Pressekonferenz, in der Fr. Robert Barron als neuer Weihbischof in Los Angeles vorgestellt wurde, sagte er: „Die größte Herausforderung, der die Katholische Kirche heutzutage gegenübersteht, ist der Verschleiß unserer eigenen Leute.“

Was tue ich also, um die große Mehrheit der inaktiven Katholiken zu erreichen, die nicht regelmäßig in unsere Einrichtungen kommen, die sich nicht groß um den Katholizismus kümmern und die sich von den Sakramenten langsam entfernt haben?

Und was ist mit den über die 93% hinausgehenden, die sich gar nicht mit der Kirche identifizieren können – die sich vielleicht Atheisten oder „Nichtglaubende“ nennen – und die den Katholizismus nicht mal auf dem Radar haben?

Nehme ich sie ernsthaft in Dienst oder versorge ich nur die 7%, die sich ohnehin engagieren? (mehr …)

„Glaube und Unglaube“ – neues Gerne katholisch-Magazin erschienen

Bildschirmfoto 2015-07-15 um 09.51.46Die heute erschienene Nummer 4 des Gerne katholisch-Magazins beschäftigt sich u.a. mit folgenden Themen:

  • „Wahrheit im Dialog“ – Warum das Christentum den Dialog braucht
  • „Von Schafen und Hirten“ – Warum Menschen wieder in die Kirche zurückkehren
  • „3 Fragen an… Maria Herrmann“ – Referentin der ökum. Initiative „Kirche hoch 2″
  • „Was geht uns allen nahe?“ – Wie Kultur bei der Glaubensvermittlung wirken kann
  • „Neuevangelisierung – unser Auftrag“ – Geistlicher Impuls

Das Magazin kann wie immer in größeren Stückzahlen für die Pfarrei bestellt werden. Schreiben Sie uns dazu einfach eine Mail. Bei Bestellungen durch Privatpersonen berechnen wir nur die Versandkosten von 1,50 EUR. Das Magazin kann auch hier online angesehen werden.

Jetzt kommen die guten Nachrichten aufs Handy

whatsapp2gernekatholisch.de startet WhatsApp-Impulse

Wenn es demnächst auf deinem Handy piept, muss es eine gute Nachricht sein! Gerne katholisch bringt ab sofort kostenlos etwa einmal pro Woche einen Mini-Impuls zum frohen Glauben auf dein Handy. Echte Überraschungen erwarten dich! Wir nutzen alle medialen Möglichkeiten, die WhatsApp bietet. Wie leicht du dich anmelden kannst, erklären wir Schritt für Schritt.

  • Lade die App „WhatsApp“ kostenlos im App Store (Apple-Geräte), im Play Store (Android-Geräte) oder im WindowsPhone-Store herunter und richte deine Handynummer dort ein.
  • Speichere unsere Gerne-katholisch-Nummer 0177 3639686 in deinem Telefonbuch (wichtig, denn nur dann kannst du unsere Nachrichten bekommen).
  • Schicke uns in WhatsApp eine Nachricht mit dem Inhalt „START“. Spätestens 48 Stunden später bist du in unserem Verteiler und erhältst regelmäßig unsere „guten Nachrichten“!

Der Service kann natürlich auch jederzeit wieder kostenlos abbestellt werden. Einfach „STOP“ an die gleiche Nummer schicken und wir nehmen deine Nummer umgehend aus dem Verteiler.

Wir speichern deine Nummer nur auf unserem WhatsApp-Handy und geben niemals Daten an Dritte weiter.

Reden befreit

1maedchenredenGeistlicher Impuls zum Pfingstfest 2015

Alle wurden erfüllt vom Heiligen Geist, und sie begannen zu reden. Halleluja. (VIII) Off 19,1-7
(Antiphon zum Canticum aus der Zweiten Vesper zu Pfingsten)

Was für eine wunderbare Vorstellung: Menschen fangen vom Geist erfüllt an, miteinander zu reden und sie beginnen, einander zu verstehen. Viele Bahnreisende dürfen sich an diesem Wochenende freuen, dass sie Ihr Pfingstwochenende doch entspannt angehen können: Die Züge werden doch fahren, weil die Verantwortlichen von Gewerkschaft und Bahn wieder miteinander ins Gespräch kommen, sich verständigen, Lösungen finden wollen.

Aussprechen von Gefühlen und Bedürfnissen

Wer sich in einer vertrackten Situation traut, das Gespräch mit dem Partner oder der Partnerin, mit Kollegen, mit dem Chef zu suchen, sich ein Herz fasst – vom Geist erfüllt – der erfährt: Reden hilft. Es befreit aus dem Gefühl, nicht verstanden zu werden, nicht das zu erreichen, was ich wollte. Wenn ich mich unverstanden fühle, unbeachtet vielleicht, meine Bedürfnisse nicht erfüllt werden, dann ist es häufig schon ein lohnender Schritt, meine Gefühle zu benennen und wenn ich kann, meine Bedürfnisse zu äußern. Woher soll der oder die andere sonst auch wissen, was bei mir los ist? Auch wenn das erste Gespräch vielleicht noch keine endgültigen Lösungen hervorbringt, so ist zumindest ein erster Schritt getan und ich kann für mich feststellen: ich habe das, was mich bewegt oder bedrückt hat, mitgeteilt. Ich muss es nicht länger für mich alleine behalten, sondern habe es geteilt. (mehr …)

Zeit der Freude

Geistlicher Impuls zum Mai von Rebecca Marie Hafner

Anfang Mai – Voller Staunen blicke ich in die erblühende Natur. Überall sprießt junges Grün hervor. Wo noch vor kurzem alles kahl und trist war, sehe ich nun weiß, gelb und rosa. Glitzernde Sonnenstrahlen brechen sich auf den zarten Blättern. Frischer Duft steigt mir in die Nase. Um mich herum ertönt fröhliches Vogelgezwitscher. Ich erinnere mich an letztes Jahr, als ich in Schweden war. Nach Monaten der Dunkelheit, der Kälte und der Kahlheit kam als erstes die Sonne wieder, bevor Ende April, Frühlinggenau zu Ostern, plötzlich die Natur explodierte und sich im Mai zu ihrer vollen Blüte entfaltete. Auf einmal war alles in bunte Farben und warmes Licht getaucht. Wie die Tage länger wurden, so nahm von Tag zu Tag die Farbenpracht der Pflanzen zu. Wie wohltuend war doch diese Fülle nach dem langen Winter! Ein Anblick, der wahrhaft nur Staunen zuließ.

Die Zeit zwischen Ostern und Pfingsten – eine Festzeit, Feier der Auferstehung, Zeit der Freude. Für die Jünger Jesu vielleicht auch eine Zeit des Staunens, Zeit des Begreifens des Unbegreifbaren. Oft sitzen sie voller Angst hinter verschlossenen Türen. Noch haben sie nicht den Mut die Botschaft in die Welt zu tragen. Diesen Mut bekommen sie erst an Pfingsten, erst als sie den Heiligen Geist empfangen. Die 50 Tage waren notwendig, um Kraft zu schöpfen, um zu begreifen und um zu staunen. (mehr …)

„Meine“ Wüste entdecken

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In jener Zeit trieb der Geist Jesus in die Wüste. Dort blieb Jesus vierzig Tage lang und wurde vom Satan in Versuchung geführt. Er lebte bei den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm. Nachdem man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium. (Mk 1,12-15)

Diese Stelle aus dem Markusevangelium hören wir am ersten Fastensonntag. Es ist eine Art Ouvertüre oder Überschrift über die österliche Bußzeit, die auch Fastenzeit genannt wird. Dieser Textabschnitt ist für unsere Ohren sehr bekannt und wird häufig gelesen. Trotzdem ist mir dieses Mal etwas aufgefallen. Markus berichtet, dass Jesus 40 Tage in der Wüste war, aber er sagt nichts davon, dass Jesus auch gefastet hat. Matthäus und Lukas hingegen schreiben, dass Jesus in diesen 40 Tagen sehr wohl gefastet hat und danach auch Hunger hatte. Trotz dieser Unterschiede ist es aber wohl relativ sicher, dass Jesus in dieser Zeit wahrscheinlich wirklich nichts gegessen hat, zumindest nicht sehr viel, denn er war schließlich in der Wüste. In diesem Punkt sind sich die drei Evangelisten einig. Die Wüste ist ein öder, karger und leerer Ort. Dies scheint mir der zentrale Aspekt zu sein: die Wüste als ein Ort der Leere. (mehr …)

#ashtag – zeig‘ der Welt Dein Aschenkreuz!

ashtag2015Poste ein Selfie von deinem Aschenkreuz in einem sozialen Netzwerk und versehe es mit dem Hashtag #ashtag

In sozialen Netzwerken wie twitter, instagram oder auch auf facebook benutzt man sog. „Hashtags“ (wegen der Raute # davor, die im Englischen „hash“ heißt). Damit kann man besser nach Stichworten suchen.

Am Aschermittwoch bekommen wir in katholischen Kirchen das Aschenkreuz auf die Stirn oder auf den Kopf, als Zeichen unserer Vergänglichkeit und der Buße (wir bekennen, was uns von Gott trennt und versuchen es ins Reine zu bringen). Im Englischen heißt Asche „ash“ – und so ist im letzten Jahr aus dem hashtag der #ashtag geworden.

So wird Weltkirche deutlich! Schon früh morgens am Aschermittwoch werden die ersten #ashtag-Fotos aus Neu-Seeland und Australien im web zu finden sein. Und so wie sich die Weltkugel dreht, füllt sich das Netz morgen mit einer weltweiten Gemeinschaft von Menschen, die mit dem Aschenkreuz ihren Glauben bekennen!

Wir wünschen euch einen gesegneten Aschermittwoch und ein gutes Hineinkommen in die Fastenzeit! Gottes Segen!

 

 

Im Alltag nach Gott Ausschau halten

Im Alltag nach Gott Ausschau halten - Mann guckt in ein Fernrohr

Im Alltag nach Gott Ausschau halten

Die Kirche feiert in diesen Tagen das Fest der Darstellung des Herrn. Simeon sieht Jesus und lobt Gott mit den Worten: „Meine Augen haben das Heil gesehen“ (Lk 2,30). Das Heil findet sich in Jesus, in Gott, der unter den Menschen wohnt. Aber wo kann ich dieses Heil in meinem Leben sehen?

Seit der Adventszeit begleitet mich das geistliche Tagebuch des belgischen Jesuiten Ägied van Broeckhoven (1933-1967). Er war Arbeiterpriester und arbeitete in einer Fabrik. 1967 kam er bei einem Arbeitsunfall ums Leben. Sein Tagebuch wurde nach seinem Tod publiziert und in viele Sprachen übersetzt. Auf Deutsch heißt es „Freundschaft in Gott“. Freundschaft ist ein wichtiges Thema für Ägied. So wichtig, dass das Buch auf Schwedisch sogar den Titel „Sakrament der Freundschaft“ bekam. Freundschaft ist für Ägied ein Ort, an dem Gott begegnet werden kann, wo Gott verborgen anwesend ist, wo er erlebt werden kann.

Besonders zum Nachdenken gebracht hat mich das, was er über das Gebet schreibt, wie er Gebet versteht. An einer Stelle schreibt er: „Wenn wir nicht beten, liegt das nicht daran, dass wir nicht gemeinsam Messe feiern oder dass wir keine Kapelle haben oder festgesetzte Gebetszeiten, sondern eher daran, dass wir zu selbstzentriert sind.“

Gebet ist also die Öffnung auf andere hin. Mich selbst öffnen, dort wo ich bin. Das ist der Rahmen, der Gebet braucht, der Rahmen, der wichtiger ist als der eigentliche Ort oder eine bestimmte Zeit. Diese Dinge mögen helfen, aber sind nicht das Entscheidende. Beten scheitert an meiner Einstellung, meiner Selbstzentriertheit. Beten wird als Offenheit für Anderes verstanden. (mehr …)