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Ja! Oder?

16Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. (Lk 1,45)

Das Evangelium des vierten Adventssonntages richtet unseren Blick auf Maria, die Gottesmutter. Als Mutter der Kirche und als unsere Mutter weitet der Blick des Evangeliums sich über den Blick auf die einzelne Person hinaus. Und die Frage ist schlicht und doch existenziell: Gilt der Satz, den Elisabeth zu und über Maria sagt, auch für mich, für uns und die Kirche?

Wie oft erwische ich mich dabei, dass ich erstmal alles in „trockenen Tüchern“ wissen will, bevor es losgeht. Da wird geplant, beraten, nachgefragt, der Rahmen der Unternehmung abgesteckt. Dieses Denken bemerke ich bei mir, aber auch um mich herum und in der Kirche. Erst einmal planen. Sicher ist sicher, gerade in diesen unsicheren Zeiten.

Wie war das wohl bei Maria, dem Mädchen, zu dem der Engel gesprochen hatte.

Ich stelle mir vor, wie die Weihnachtsgeschichte, die Geschichte des Christentums und der Welt verlaufen wäre, wenn Maria zwar ihr „ja“ gesagt hätte, aber sie mit Josef dann erst einmal die Rahmenbedingungen hätte klären wollen. Wenn sie vorab ein Herbergszimmer und die „Reise“ nach Bethlehem oder den „Spontan-Trip“ nach Ägypten hätte klären wollen. – Sie wären sicher gar nicht erst losgegangen. (mehr …)

Freut euch und jubelt?!

imageGeistlicher Impuls zum 3. Advent

Die liturgischen Texte heute sind schon schwere Kost, finde ich, gerade in dieser Zeit.
Gaudete! – „Freu dich und frohlocke aus ganzem Herzen“ (Zef 3,14) und „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit!“ (Phil 4,4) aus den Lesungen des Tages kommen mir schwer über die Lippen im Angesicht von Terroranschlägen, kriegerischen Auseinandersetzung, Flüchtlingsströmen, Klimagipfel oder auch „Vatileaks 2“ und so mancher innerkirchlicher Diskussion und Situation. Da ist mir die Frage aus dem Evangelium sehr viel näher: „Was sollen wir also tun?“ (Lk 3,10)

Viele ringen im Moment um Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit. Jeder von uns wird sicher auch Antworten suchen und vielleicht auch geben können. Im Evangelium ist es Johannes, der die Antworten gibt, wieder und wieder. Gleich wer kommt, erhält Antwort.
Antwortende gibt es auch heute in der Welt und in der Kirche. Aber oft vergessen Sie und wir beim Antworten vielleicht die entscheidende Tatsache, die Johannes bewusst ist.
Er weiß, dass er nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Im Letzten verweist er auf den, der nach ihm kommt. „Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.“ (Lk 3,16)

Herr, Jesus Christus,
oftmals fühle ich mich hin- und hergerissen.
Zwischen meinem Tun und dem Vertrauen auf dich,
zwischen meinem Reden und dem Hören auf dich,
zwischen meinen Antwortmöglichkeiten und dem,
was im Letzten nur du beantworten und lösen kannst.
Hilf mir, deiner Kirche und der Welt,
die Antworten zu geben, die in unserer Macht stehen
und den Trost zu spüren, nicht alles wissen zu müssen.
Sei mir nahe,
komme immer neu in die Welt,
dann gibt es Antwort,
dann ist Grund zu Freude.
Gaudete – Amen.

Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt…

(C) Päpstlicher Rat zur Förderung der Neuevangelisierung (Vatikan). Alle Rechte vorbehalten.

(C) Päpstlicher Rat zur Förderung der Neuevangelisierung (Vatikan). Alle Rechte vorbehalten.

Heute hat Papst Franziskus das Jahr der Barmherzigkeit eröffnet und er bleibt damit seinen vielfältigen Äußerungen zum Unrecht in der Welt treu.

Mir kommt mit Blick auf dieses Jahr der Barmherzigkeit immer wieder Mt 25, 31-46 in den Sinn. Die Stelle, die uns vermutlich allen im Gedächtnis ist von der einen Zeile „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“

Dazu und vielleicht überhaupt zur Barmherzigkeit einige Gedanken:

„Das war nur Mittel zum Zweck.“ sagen wir manchmal und das klingt durchweg negativ. „Du warst nur Mittel zum Zweck.“ ist aber wohl einer der schlimmsten Sätze, den man zu jemandem sagen kann. Jeder von uns hat doch das Bedürfnis, gebraucht zu werden. Wirklich, echt. Nicht nur, um eigentlich etwas anderes zu erlangen, sondern um meiner selbst willen. Da kommt es häufig zu Missverständnissen: Ich fühle mich gebraucht und werde doch eigentlich nur benutzt!

Das Matthäusevangelium kann man an dieser Stelle auch leicht in dieser Art missverstehen. „Was ihr für einen dieser geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,40) Ist also der Geringste nur Mittel zum Zweck? Gute Taten vor und für Gott auf Kosten der Hungrigen, der Durstigen, der Fremden, der Obdachlosen, der Nackten, der Kranken und der Gefangenen? Barmherzigkeit fürs eigene Ego? (mehr …)

Ein Advent, der Kirche und Welt erneuern kann

1215Geistlicher Impuls zum Advent von Kaplan Christian Fahl

In diesen Tagen  – vielerorts ist passenderweise schon der erste Schnee gefallen – beginnt wiederum die Adventszeit. Während an vielen Orten die Weihnachtsmärkte öffnen, Glühweingeruch in die Nase steigt und die Einkaufszentren gewohnt überfüllt sind, hat Papst Franziskus eine wichtige Frage gestellt: Wie werden wir Weihnachten feiern können, wenn immer größere Teile der Welt unter Armut, Krieg und Chaos leiden, wenn zehntausende Menschen auf der Flucht sind. Wörtlich sagte Papst Franziskus bei einer Heiligen Messe im Vatikan:

Aber auch heute weint Jesus. Da wir den Weg des Krieges, den Weg des Hasses, den Weg der Feindschaften bevorzugen. Wir sind nah an Weihnachten: dort wird es Licht geben, Feste, hell erleuchtete Bäume und auch Krippen, … alles wird in Ordnung gebracht: Aber die Welt fährt fort Krieg zu führen, um Krieg zu führen. Die Welt hat den Weg des Friedens nicht verstanden.“ (Radio Vatican) 

Die Mahnung des Papstes berücksichtigt, wer im christlichen, im katholischen Sinn die Adventszeit nicht nur äußerlich, sondern mit dem Herzen feiert. Advent ist eine dunkle Zeit: Wenn wir den Adventskranz oft im Dunkeln entzünden, dann denken wir dabei an die Heilige Familie, die unter widrigen Umständen selbst auf der Flucht war, denken an die hochschwangere Maria, die keinen Platz im warmen fand, denken an den Erlöser der Welt, der im Stall zur Welt kam.

Advent nimmt die Sorgen des Papstes – und die Sorgen von Millionen Menschen – auch heute ernst: Die Weihnachtsgeschichte – sie ist auch heute beängstigend aktuell. Gerade in diesen Zeiten bin ich besonders gerne Katholisch. (mehr …)

Outside-In

Geistlicher Impuls von Diplom-Theologin Mareike Jauß, Bistum Aachen

„Du nicht! Du gehörst nicht dazu!“ Wie oft hört man diesen Satz, wenn man Kinder beim Spielen beobachtet. Es scheint, als gäbe es in der menschlichen Psyche ein Bedürfnis, Menschen auszuschließen. Kriterien zu haben, die darüber entscheiden, ob jemand „dazugehört“ oder nicht.

09152Ein solches Ausschlusskriterium kennen auch die Jünger im Evangelium dieses Sonntags: Wer ihnen nicht nachfolgt, darf nicht im Namen Jesu Dämonen austreiben. Die Antwort Jesu hierauf mag überraschen:

„Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns. Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört – amen, ich sage euch: er wird nicht um seinen Lohn kommen.“ (Mk 9,40f.) (mehr …)

„Glauben im gemeinsamen Haus“ – zum heutigen Gebetstag für die Bewahrung der Schöpfung

0915Am diesjährigen Pfingstfest veröffentlichte Papst Franziskus seine Enzyklika zur Umwelt Laudato si’. Sie trägt den Untertitel „Über die Sorge für das gemeinsame Haus“. In den Medien – sowohl innerkirchlich als auch außerhalb – hat sie eine große Resonanz und Lob gefunden. Als kirchliches Lehrschreiben ermahnt der Papst aber natürlich nicht nur Wissenschaftler, Politiker und Mächtige zum Handeln für einen effektiveren Schutz der Umwelt, sondern er sagt auch etwas über den christlichen Glauben und dessen Verbindung zur Umwelt aus. Drei Aspekte aus der Enzyklika fand ich persönlich besonders ansprechend für das persönliche Glaubensleben:

1) Schöpfung als Zugang zum Glauben
Das gemeinsame Haus von dem im Untertitel die Rede ist, ist Gottes Schöpfung. Sie ist entscheidend für den Glauben, denn sie lässt sich – wie Franziskus schreibt – als ein Buch lesen, „in dem Gott zu uns spricht“ (LS 12). In der Schönheit, dem Mysterium der Schöpfung können wir Gott finden und Seine Größe erahnen. Sie kann uns ins Stauen versetzen und dankbar machen. Stauen und Dank über die großen Taten und die große Liebe Gottes. Franziskus betont auch, dass Gottes lebensspendender Geist in jedem Geschöpf wohnt und uns in eine Beziehung mit Ihm ruft (vgl. LS 88). Die Schöpfung, die Umwelt in der wir leben sind ein Zugang zu Gott. Mit diesem Gedanken im Hintergrund kann sich mein Blick auf die Welt ändern. In der Begegnung mit meiner Umwelt, kann ich Gott begegnen.

2) „Wir sind nicht Gott“ (LS 67)
Wir Menschen sind Teil der Schöpfung und stehen nicht außerhalb der Umwelt. „Wir sind nicht Gott“ (LS 67) schreibt Franziskus. Das anzuerkennen mag auf den ersten Blick etwas schwerfallen, steht doch der Mensch oft im Mittelpunkt und bedient sich der Schöpfung. Aber ich darf gleichzeitig auch anerkennen, dass ich geschaffen bin und mein Leben ein Geschenk ist. Ich verdanke mich Gott. Ich darf vertrauen, dass Gott mich nicht verlässt, Er bleibt Seiner Schöpfung in Liebe treu: „Niemals macht er in seinem Plan der Liebe einen Rückzieher, noch reut es ihn, uns erschaffen zu haben“ (LS 13). Ich bin nicht Gott und ich brauche es auch nicht zu sein. Aber Gott ist da. (mehr …)

Jetzt kommen die guten Nachrichten aufs Handy

whatsapp2gernekatholisch.de startet WhatsApp-Impulse

Wenn es demnächst auf deinem Handy piept, muss es eine gute Nachricht sein! Gerne katholisch bringt ab sofort kostenlos etwa einmal pro Woche einen Mini-Impuls zum frohen Glauben auf dein Handy. Echte Überraschungen erwarten dich! Wir nutzen alle medialen Möglichkeiten, die WhatsApp bietet. Wie leicht du dich anmelden kannst, erklären wir Schritt für Schritt.

  • Lade die App „WhatsApp“ kostenlos im App Store (Apple-Geräte), im Play Store (Android-Geräte) oder im WindowsPhone-Store herunter und richte deine Handynummer dort ein.
  • Speichere unsere Gerne-katholisch-Nummer 0177 3639686 in deinem Telefonbuch (wichtig, denn nur dann kannst du unsere Nachrichten bekommen).
  • Schicke uns in WhatsApp eine Nachricht mit dem Inhalt „START“. Spätestens 48 Stunden später bist du in unserem Verteiler und erhältst regelmäßig unsere „guten Nachrichten“!

Der Service kann natürlich auch jederzeit wieder kostenlos abbestellt werden. Einfach „STOP“ an die gleiche Nummer schicken und wir nehmen deine Nummer umgehend aus dem Verteiler.

Wir speichern deine Nummer nur auf unserem WhatsApp-Handy und geben niemals Daten an Dritte weiter.

Reden befreit

1maedchenredenGeistlicher Impuls zum Pfingstfest 2015

Alle wurden erfüllt vom Heiligen Geist, und sie begannen zu reden. Halleluja. (VIII) Off 19,1-7
(Antiphon zum Canticum aus der Zweiten Vesper zu Pfingsten)

Was für eine wunderbare Vorstellung: Menschen fangen vom Geist erfüllt an, miteinander zu reden und sie beginnen, einander zu verstehen. Viele Bahnreisende dürfen sich an diesem Wochenende freuen, dass sie Ihr Pfingstwochenende doch entspannt angehen können: Die Züge werden doch fahren, weil die Verantwortlichen von Gewerkschaft und Bahn wieder miteinander ins Gespräch kommen, sich verständigen, Lösungen finden wollen.

Aussprechen von Gefühlen und Bedürfnissen

Wer sich in einer vertrackten Situation traut, das Gespräch mit dem Partner oder der Partnerin, mit Kollegen, mit dem Chef zu suchen, sich ein Herz fasst – vom Geist erfüllt – der erfährt: Reden hilft. Es befreit aus dem Gefühl, nicht verstanden zu werden, nicht das zu erreichen, was ich wollte. Wenn ich mich unverstanden fühle, unbeachtet vielleicht, meine Bedürfnisse nicht erfüllt werden, dann ist es häufig schon ein lohnender Schritt, meine Gefühle zu benennen und wenn ich kann, meine Bedürfnisse zu äußern. Woher soll der oder die andere sonst auch wissen, was bei mir los ist? Auch wenn das erste Gespräch vielleicht noch keine endgültigen Lösungen hervorbringt, so ist zumindest ein erster Schritt getan und ich kann für mich feststellen: ich habe das, was mich bewegt oder bedrückt hat, mitgeteilt. Ich muss es nicht länger für mich alleine behalten, sondern habe es geteilt. (mehr …)

Zeit der Freude

Geistlicher Impuls zum Mai von Rebecca Marie Hafner

Anfang Mai – Voller Staunen blicke ich in die erblühende Natur. Überall sprießt junges Grün hervor. Wo noch vor kurzem alles kahl und trist war, sehe ich nun weiß, gelb und rosa. Glitzernde Sonnenstrahlen brechen sich auf den zarten Blättern. Frischer Duft steigt mir in die Nase. Um mich herum ertönt fröhliches Vogelgezwitscher. Ich erinnere mich an letztes Jahr, als ich in Schweden war. Nach Monaten der Dunkelheit, der Kälte und der Kahlheit kam als erstes die Sonne wieder, bevor Ende April, Frühlinggenau zu Ostern, plötzlich die Natur explodierte und sich im Mai zu ihrer vollen Blüte entfaltete. Auf einmal war alles in bunte Farben und warmes Licht getaucht. Wie die Tage länger wurden, so nahm von Tag zu Tag die Farbenpracht der Pflanzen zu. Wie wohltuend war doch diese Fülle nach dem langen Winter! Ein Anblick, der wahrhaft nur Staunen zuließ.

Die Zeit zwischen Ostern und Pfingsten – eine Festzeit, Feier der Auferstehung, Zeit der Freude. Für die Jünger Jesu vielleicht auch eine Zeit des Staunens, Zeit des Begreifens des Unbegreifbaren. Oft sitzen sie voller Angst hinter verschlossenen Türen. Noch haben sie nicht den Mut die Botschaft in die Welt zu tragen. Diesen Mut bekommen sie erst an Pfingsten, erst als sie den Heiligen Geist empfangen. Die 50 Tage waren notwendig, um Kraft zu schöpfen, um zu begreifen und um zu staunen. (mehr …)

Lehre mich begreifen

Geistlicher Impuls zum Osterfest 2015

ostern2015„Begreift ihr, was ich an euch getan habe“ (Joh 13,12) 

Diese Frage haben wir von Jesus am Gründonnerstag gehört. Offensichtlich haben die Jünger es nicht wirklich begriffen. Sie liefen davon verstört, verängstigt, enttäuscht, ratlos. Und viele dieser Gefühle finden sich auch am Beginn des Evangeliums vom Ostermontag wieder. Zwei Jünger auf dem Weg, ja vielmehr sogar auf der Flucht. Sie fliehen vor all dem, was in den letzten Tagen in Jerusalem auf sie eingeprasselt ist, vor der Angst, die sie am Abend des Verrates gepackt hatte, vor der Verstörung des Kreuzes, das dem Menschen auf den Sie so viele Hoffnungen gesetzt hatten, ein Ende bereitete und vor der Enttäuschung, das Gott das alles hat geschehen lassen. All das bricht aus ihnen heraus, als ein Fremder sich zu ihnen gesellt. (mehr …)