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Die heilige Leerstelle

grabGeistlicher Impuls zum Osterfest von Pastoralassistentin Mareike Jauß

Wo feiern Sie am liebsten Ostern? Und warum?

Wo lässt sich am besten Ostern feiern? Vielleicht auf den Osterinseln? In Rom, mit dem päpstlichen Ostersegen? Oder doch gleich in Jerusalem, am Ort des Geschehens? Am Heiligen Grab, das nur wenige Meter vom Felsen Golgatha entfernt verehrt wird?

Immerhin pilgern Menschen seit Jahrhunderten dorthin, um dem Ort nahe zu sein, an dem Jesus gestorben ist und beigesetzt wurde. Immer wieder haben Menschen ihr Blut vergossen und sogar gemordet, um diese Grabesstätte zu erreichen.

Paradox an der ganzen Sache: Die heiligste Stätte der Christenheit, der Ort unserer Erlösung, ist …. leer! Keine Reliquien, keine Knochen, nicht einmal Teile eines Knochens sind dort zu finden. Christen feiern sozusagen eine Leerstelle. Sie feiern, dass jemand nicht da ist. (mehr …)

2016 – einmal durch die Heilige Schrift

imageVielleicht bereitet Ihr Euch auch schon für das neue Jahr vor und überlegt, was Ihr im neuen Jahr verändern oder tun wollt. Ich persönlich werde ab und zu gefragt (zuletzt von einem meiner Firmlinge), ob ich eigentlich schon die ganze Bibel einmal durchgelesen habe. Dann muss ich kleinlaut zugeben, dass ich wohl schon sehr viele Texte gelesen habe, aber nicht sagen kann, dass es wirklich alle waren. Ich habe mir vorgenommen, im kommenden Jahr 2016 die Bibel einmal komplett zu lesen!

Die Bibel enthält rund 775.000 Wörter. Der Durchschnitts-Erwachsene liest etwa 200 bis 250 Wörter pro Minute. Das bedeutet, dass man durch die komplette Bibel durchkommen müsste, wenn man jeden Tag nur 10 Minuten in ihr liest.
Ich denke, diese 10 Minuten am Tag kann ich finden. Entweder morgens nach dem Weckerklingeln, in der Mittagspause oder vor dem Schlafengehen.  Allerdings müssen noch 2 Fragen beantwortet werden: welche Bibelübersetzung soll ich benutzen und wie soll ich beim Lesen vorgehen? (mehr …)

Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt…

(C) Päpstlicher Rat zur Förderung der Neuevangelisierung (Vatikan). Alle Rechte vorbehalten.

(C) Päpstlicher Rat zur Förderung der Neuevangelisierung (Vatikan). Alle Rechte vorbehalten.

Heute hat Papst Franziskus das Jahr der Barmherzigkeit eröffnet und er bleibt damit seinen vielfältigen Äußerungen zum Unrecht in der Welt treu.

Mir kommt mit Blick auf dieses Jahr der Barmherzigkeit immer wieder Mt 25, 31-46 in den Sinn. Die Stelle, die uns vermutlich allen im Gedächtnis ist von der einen Zeile „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“

Dazu und vielleicht überhaupt zur Barmherzigkeit einige Gedanken:

„Das war nur Mittel zum Zweck.“ sagen wir manchmal und das klingt durchweg negativ. „Du warst nur Mittel zum Zweck.“ ist aber wohl einer der schlimmsten Sätze, den man zu jemandem sagen kann. Jeder von uns hat doch das Bedürfnis, gebraucht zu werden. Wirklich, echt. Nicht nur, um eigentlich etwas anderes zu erlangen, sondern um meiner selbst willen. Da kommt es häufig zu Missverständnissen: Ich fühle mich gebraucht und werde doch eigentlich nur benutzt!

Das Matthäusevangelium kann man an dieser Stelle auch leicht in dieser Art missverstehen. „Was ihr für einen dieser geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,40) Ist also der Geringste nur Mittel zum Zweck? Gute Taten vor und für Gott auf Kosten der Hungrigen, der Durstigen, der Fremden, der Obdachlosen, der Nackten, der Kranken und der Gefangenen? Barmherzigkeit fürs eigene Ego? (mehr …)