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Outside-In

Geistlicher Impuls von Diplom-Theologin Mareike Jauß, Bistum Aachen

„Du nicht! Du gehörst nicht dazu!“ Wie oft hört man diesen Satz, wenn man Kinder beim Spielen beobachtet. Es scheint, als gäbe es in der menschlichen Psyche ein Bedürfnis, Menschen auszuschließen. Kriterien zu haben, die darüber entscheiden, ob jemand „dazugehört“ oder nicht.

09152Ein solches Ausschlusskriterium kennen auch die Jünger im Evangelium dieses Sonntags: Wer ihnen nicht nachfolgt, darf nicht im Namen Jesu Dämonen austreiben. Die Antwort Jesu hierauf mag überraschen:

„Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns. Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört – amen, ich sage euch: er wird nicht um seinen Lohn kommen.“ (Mk 9,40f.) (mehr …)

Gerne katholisch-Magazin Nr. 3 erschienen

Gerne katholisch Magazin Nr. 3

Die neueste Ausgabe unseres Magazins beschäftigt sich diesmal ausführlich mit dem Thema Familie. Nicht nur durch die Familiensynode im Herbst ist sie derzeit Top-Thema in Kirche und Gesellschaft. Folgende Themen erwarten Sie u.a.:

  • “Heilige Familien” – Biblische Familienbilder aus dem Alten und dem Neuen Testament
  • “3 Fragen an… Ute Eberl” – “Auditrix” bei der außerordentlichen Bischofssynode im Herbst 2014
    zu Ehe und Familie
  • “Aus Staub gemacht – Nach Gottes Bilde” – Geistlicher Impuls
  • “Staunend auf nackten Sohlen davorstehen” – Exerzitien auf der Straße
  • “Die Familie – was sie vorgibt zu sein” – Gastbeitrag

Wie immer können Sie das Magazin online lesen – Sie können es aber auch kostenlos für sich oder Ihre Pfarrei zur Auslage in den Schriftenstand bestellen. Es fallen lediglich 1,50 EUR Versandkosten an. Bestellungen an: magazin@gerne-katholisch.de

Nikolaus gegen Weihnachtsmann – worum geht es?

Vor kurzem las ich einen interessanten Blogbeitrag eines katholischen Theologen zum Thema „Nikolaus vs. Weihnachtsmann“. Der Autor möchte darstellen, dass die beiden „Figuren“ sich nicht gegenseitig ausschließen, sondern nebeneinander in christlichem Kontext friedlich existieren können. Dabei sei der Weihnachtsmann eine Übertragung des russischen „Väterchen Frost“, der den Kindern die Weihnachtsbotschaft und dann später Geschenke brachte.

Schoko-Weihnachtsmänner

Schoko-Weihnachtsmänner

Im Westen sei der Hl. Nikolaus der Geschenkebringer gewesen; und zwar am Tag seines Gedenkens, dem 6. Dezember. Erst durch die Reformation und die damit einhergehende Ablehnung der Heiligenverehrung sei Weihnachten als Fest des Schenkens etabliert worden. Im 19. Jahrhundert schließlich sei, durch in den Westen ziehende Osteuropäer, die Tradition des „Väterchen Frost“ mit der des Hl. Nikolaus zu der des Weihnachtsmannes verschmolzen.

Aktionen wie die des deutschen Bonifatiuswerkes „Weihnachtsmannfreie Zone„, die die beiden Personen gegeneinander ausspielen wollen, kritisiert der Autor. Er schreibt:

„Die Geschichte könnte also ein gutes Ende nehmen, würden manche Katholiken nicht etwas verteidigen, was gar nicht verteidigt werden muss. Man kann den Bischof Nikolaus nicht dadurch stärken, indem man seinen osteuropäischen Verwandten vor die Tür setzt.“

Bis zu einem gewissen Punkt teile ich diese Meinung. Es ist sicherlich mehr „christliches“ am Weihnachtsmann, als wir heute denken. Schließlich dürfen wir nicht vergessen, dass „Santa Claus“ (wie der Weihnachtsmann in englischsprachigen Ländern heißt) einfach nur eine Abkürzung für „Saint Nicolaus“ ist. Aus der eigentlich gar nicht so weihnachtlichen Gestalt des Hl. Nikolaus, dessen Gedenktag sicher zufällig in den Advent fällt, ist in Vermischung mit einer Person, die an Weihnachten die Geschenke bringen muss, „Santa Claus“, der Weihnachtsmann geworden. Aber das ist eben Fakt: Der Weihnachtsmann in dieser Form ist erfunden – der Hl. Nikolaus nicht.

Insofern finde ich schon, dass man die Person des Hl. Nikolaus von der neuzeitlichen Mischfigur des Weihnachtsmanns gut abgrenzen sollte. Insbesondere dann, wenn am Nikolaustag tonnenweise Schoko-Weihnachtsmänner, statt Schoko-Nikoläuse in den Stiefeln der Kinder landen. Und wenn große Hersteller die Schoko-Hohlfiguren auch noch „Schoko-Nikolaus“ nennen, außen aber eindeutig kein Bischof Nikolaus zu sehen ist.

Daher bin ich froh, dass man in Süd- und sogar in Norddeutschland in größeren Supermärkten derzeit den „echten“ Schoko-Nikolaus zu kaufen bekommt. Der Hl. Nikolaus ist ein tolles Vorbild und aus eigener Erfahrung als Nikolaus in Kindergärten weiß ich, wie gerade kleine Kinder von der Legende des Hl. Nikolaus begeistert sein können, wenn sie sie hören.

Leben und Lehre der Kirche

gitarreGeistlicher Impuls im September von Dag Heinrichowski

Anfang Oktober tagt in Rom die außerordentliche Bischofssynode zum Thema „Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Rahmen der Evangelisierung“. Nicht erst seit der Ergebnisse der Umfrage zur Vorbereitung dieser Synode ist deutlich, dass es gerade bei dem Thema große Unterschiede zwischen der Lehre der Kirche und dem Leben der Kirche gibt. Eine Frage, die aber nicht nur auf das Thema der Sexualmoral und der Familie begrenzt sein darf und schon gar nicht nur auf weltkirchlicher Ebene diskutiert werden darf. Die Frage nach dem Leben und der Lehre der Kirche geht jeden Christen an. Denn Glaube ist kein reines Wissen aus Katechismus, Glaube ist vor allem mein Leben. Glaube ist keine Theorie, sondern Praxis. Gott offenbart uns eben nicht in einem Heiligen Buch mit Vorschriften und Sätzen, sondern er offenbart sich selbst in Christus. Er wird Teil unseres Lebens – konkret und praktisch. (mehr …)

„Gott macht keinen Urlaub“

Geistlicher Impuls zur Ferienzeit

Im Sommer 2011 berichteten unter dieser Überschrift sieben Redakteure der Wochenzeitung die Zeit über ihre Ferienkirchen und ihre Eindrücke. Und es stimmt, was sie gleich zu Beginn festhalten: „Im Sommer werden auch Kirchenmuffel zu begeisterten Religionstouristen“. Nicht nur in dieser Hochzeit der Ferien und Urlaube, sondern generell auf Reisen. Natürlich steckt bei vielen einfach eine touristische Neugier, ein kunstgeschichtliches oder kulturelles Interesse oder vielleicht auch nur die Sehnsucht nach ein paar Minuten in erfrischender Kühle dahinter, aber doch würde wohl jeder eine Kirche als einen besonderen Ort beschreiben und nicht wenige suchen sicher auch im Urlaub und gerade dann auch dort in den Kirchen nach Sinn, innerem Frieden und Erholung.

Stadt Salzburg mit vielen Kirchtürmen

Ein beliebtes Urlaubsziel mit vielen schönen Kirchen: die Stadt Salzburg.

Aber diese Bilder von in Kirchen wandelnden Menschen auf der Suche bekommen tiefste Risse bei den Austrittszahlen der Kirche aus dem vergangenen Jahr, die dieser Tage vorgestellt wurden. Beides zusammen bringt die Spannung dieser Tage auf den Punkt: suchende Menschen – sich abkehrende Menschen. Während sie im Urlaub in die Kirchen strömen, eilen sie im Alltag eher hinaus. Während sie im Urlaub in den Kirchen etwas finden, werden sie im Alltag oft enttäuscht. Während sie nach dem Urlaub ihren Freunden von Kirchen vorschwärmen, wird im Alltag nur geschimpft. (mehr …)

Von Gott reden

Vor einigen Tagen wurde veröffentlicht, wie viele Menschen im vergangenen Jahr aus der Kirche ausgetreten sind. Der Franziskus-Effekt konnte den Tebartz-van Elst-Effekt nicht ausgleichen. Für viele Menschen waren wohl die Geschehnisse rund um dem Limburger Domberg ein Anlass, grundsätzlich das eigene Verhältnis zur Kirche zu überprüfen und aus der Kirche auszutreten.

Einen Tag bevor die Zahlen veröffentlicht wurden, twitterte Papst Franziskus:

Der Franziskus-Effekt liegt meiner Ansicht nicht nur darin, dass der Papst nicht in seinem Palast wohnt und alte Autos fährt, sondern vor allem darin, dass er immer wieder versucht den Menschen eine Begegnung mit Jesus zu ermöglichen und das als Auftrag an die Kirche und damit an jeden einzelnen Christen formuliert. Jesus Christus gehört in das Zentrum und ist das, wofür die Kirche Zeugnis ablegen soll. Den Menschen von Gott erzählen, ist die Hauptaufgabe. Nicht das Verwalten von Geld und Strukturen.

Aber wie kann das funktionieren, von Gott zu reden? (mehr …)

Gerne katholisch in 12 Kirchenzeitungen

kirchenzeitung_18052014In der aktuellen Ausgabe einiger Kirchenzeitungen wird über unsere Initiative für frohen, bekennenden Glauben in einem ausführlichen Artikel berichtet. Sie können den Beitrag mit Klick auf das kleine Bild lesen.

Zu finden ist der Artikel in der Aachener Kirchenzeitung, im „Tag des Herrn“ der (Erz-)Bistümer Dresden-Meißen, Magdeburg, Görlitz, Erfurt und Berlin, im „Bonifatiusbote“ Fulda, in der „Neuen Kirchenzeitung“ des Erzbistums Hamburg, in der Kirchenzeitung Hildesheim, im „Sonntag“ des Bistums Limburg, in „Glaube und Leben“ Mainz und im „Kirchenboten“ des Bistums Osnabrück.

 

Bild: (C) Bistumspresse

Hausbau mit lebendigen Steinen – „Ein Heiliges Experiment“

Geistlicher Impuls im Januar

heiligesexperiment

Am 22. Januar feiert das Bistum Hildesheim den Gedenktag des Domes und damit verbunden den Heiligen Epiphanius von Pavia, dessen Gebeine im Hildesheimer Dom ruhen. Normalerweise. Denn der Dom zu Hildesheim ist immer noch eine Baustelle. Am 15. August wird der Dom wiedereröffnet und damit beginnt auch das Festjahr, denn 2015 wird das Bistum Hildesheim 1200 Jahre alt. „Ein Heiliges Experiment“ lautet das Motto.

Ein Grund zu feiern? Oder haben wir nicht andere Sorgen? Schrumpfende Mitgliederzahlen, Priestermangel, Skandale, Kirchenschließungen…

Ein Grund zu feiern? Aber sicher doch. 1200 Jahre sind eine verdammt lange Zeit. In der Bistums- und in der Kirchengeschichte hat es auch schon andere Herausforderungen gegeben. Kirche, das ist kein statisches Konstrukt. Das merken wir in der Diaspora derzeit verstärkt. Darum ist es ein „Heiliges Experiment“, zu schauen wo wir stehen und wie wir mit dieser Situation umgehen können um die Botschaft Jesu Christi weiter zu verbreiten, denn sie ist auch nach 2000 Jahren immer noch aktuell! (mehr …)

#JesuGeburt

tweet_kathUnter dem Hashtag (eine Art Schlagwort oder Kategorie in sozialen Netzwerken) #JesuGeburt twittert katholisch.de die Weihnachtsgeschichte in den twitterüblichen 140 Zeichen. Sehr gut, meine ich. Die frohe Botschaft gehört auch in dieses Neuland und auch wir versuchen das ja immer wieder.

Anfang des Jahres war ich auf dem Kongress Kirche2 und bin seit dem auch noch überzeugter, dass die frohe Botschaft auf Twitter gehört. Und der Papst geht mit gutem Beispiel voran.

Bisher ist katholisch.de bei der Verkündigung der Geburt an Maria angelangt, ein bisschen was wird noch kommen in den nächsten Tagen. Doch Ich frage mich, wen man mit dem Hashtag JesuGeburt erreichen kann, der die Weihnachtsgeschichte nicht eh kennt? Warum nicht auch bei Twitter vorwagen zu denen, den die Botschaft noch fremd ist und zwischen allen #Weihnachten-, #Geschenke- und #Stress-Tweets die frohe Botschaft, das, was wir an Weihnachten Feiern verkünden?

Ob es mehr erreicht weiß ich nicht, aber ich glaube es ist einen Versuch wert.

Die Kirche kann noch viel lernen im Umgang mit den sozialen Netzwerken und das meiste wohl nur durch das ausprobieren.

Danke, katholisch.de – ich bin gespannt, was noch kommt!

Update – Hier  die Antwort von katholisch.de:

antwort

„Katholiken verlieren Interesse am Glauben“

Gedanken zu einem Artikel von Matthias Kamann in der Zeitung „Die Welt“ vom 20.12.2013

xpverschwimmen

Eher verschwommen? Die Wahrnehmung der Botschaft Christi in der Kirche

Wenn Katholiken an ihre Kirche denken, dann stehen scheinbar vor allem die Verbote im Vordergrund. So zumindest die Interpretation der Ergebnisse der päpstlichen Umfrage zu Ehe und Familie in der „Welt“.  Eigentlich haben wir uns das ja schon gedacht. Jetzt haben wir es aber schwarz auf weiß. Alois Glück vom ZDK bescheinigt dann auch, dass die Kirche von Vielen nur als eine „Institution der Verbote und Reglementierung“ wahrgenommen würde.

Was ist da nur schiefgelaufen? Seit wann ist denn „Glaube“ nur das, was Verbot ist? Ist Jesus häufiger mit erhobenem Zeige-finger durch die Gegend gelaufen oder hat er nicht viel häufiger getröstet, geheilt, geliebt? Wieso schafft es die Kirche nicht, die  FROHE BOTSCHAFT von Jesus Christus zum Thema zu machen?

Stattdessen kreisen wir ständig nur um uns selbst – Laien wie Geistliche. Die Bischöfe stehen hilflos vor Tagesschau-Mikrofonen und erklären uns immer nur die Fehler in den Strukturen, die Verbände immer nur, was sich strukturell oder institutionell ändern muss.  Eine evangelisierende Ausrichtung? Fehlanzeige.

Wie wir es schaffen können, endlich aus dieser Selbstbezugs-Spirale zu kommen, weiß ich auch nicht recht. Aber eine Idee hätte ich: fangen wir doch mal wieder bei Christus an und sagen der Welt, was er uns alles schenkt. Das „Vater Unser“ (Mt 6,9 ff) zeigt uns, auf wen und was es ankommt:

Geheiligt werde dein Name
Dein Reich komme
Dein Wille geschehe