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2016 – einmal durch die Heilige Schrift

imageVielleicht bereitet Ihr Euch auch schon für das neue Jahr vor und überlegt, was Ihr im neuen Jahr verändern oder tun wollt. Ich persönlich werde ab und zu gefragt (zuletzt von einem meiner Firmlinge), ob ich eigentlich schon die ganze Bibel einmal durchgelesen habe. Dann muss ich kleinlaut zugeben, dass ich wohl schon sehr viele Texte gelesen habe, aber nicht sagen kann, dass es wirklich alle waren. Ich habe mir vorgenommen, im kommenden Jahr 2016 die Bibel einmal komplett zu lesen!

Die Bibel enthält rund 775.000 Wörter. Der Durchschnitts-Erwachsene liest etwa 200 bis 250 Wörter pro Minute. Das bedeutet, dass man durch die komplette Bibel durchkommen müsste, wenn man jeden Tag nur 10 Minuten in ihr liest.
Ich denke, diese 10 Minuten am Tag kann ich finden. Entweder morgens nach dem Weckerklingeln, in der Mittagspause oder vor dem Schlafengehen.  Allerdings müssen noch 2 Fragen beantwortet werden: welche Bibelübersetzung soll ich benutzen und wie soll ich beim Lesen vorgehen? (mehr …)

Eine Erwartung, die die Welt verändert

sunset-435873Geistlicher Impuls zum Advent 2014 – von Kaplan Christian Fahl

Geduld und Langmut gehören eng zusammen. Wer Geduld hat, muss warten können und trägt nicht selten Wünsche, Sehnsüchte und Hoffnungen mit sich. Und wer Geduld hat, muss manchmal auch erdulden, dass seine Wünsche und Hoffnungen nicht sofort in Erfüllung gehen. Doch der Geduldige lässt sich davon nicht abbringen Geduldige Menschen benötigen einen langen Atem. Doch nicht selten ist es dieser lange Atem, der diese Welt verändert – und zur Freude führt.

Um das geduldige Warten, um Freude und Hoffnung geht es auch im Advent. Advent, das bedeutet Ankunft, Ankunft des göttlichen Erlösers in unserer Welt. Advent, das bedeutet Sehnsucht und Suche.

„Reiß doch den Himmel auf und komm herab“, so ruft der Prophet Jesaja, verzweifelt über die Hartherzigkeit und die Treulosigkeit seiner Zeit. „Reiß doch den Himmel auf und komm herab“ – so ruft der Prophet voller Hoffnung auf das Eingreifen Gottes. (mehr …)

Mut zum Anfang

Was erwarte ich auf meinem Weg?

Was erwarte ich auf meinem Weg?

Der heutige Fastensonntag kann als Mitte und Anfang zugleich gesehen werden: Die Mitte der vierzigtägigen Fastenzeit und der Beginn der Sonntage, an denen es besonders um die Vorbereitung auf die Taufe an Ostern ging (mehr Info dazu hier).

Zum Thema Anfang bin ich an zwei Aspekten in den heutigen Lesungstexten hängen geblieben:

David, der Sohn der zum König gesalbt werden soll, ist nicht da (1 Sam 16, 1b.6-7.10-13b). „Der jüngste fehlt noch, aber der hütet gerade die Schafe.“ Dabei ist er genau der, den der Herr erwählt hat. Das hatte Isai vielleicht nicht erwartet und deswegen war David nicht da.

Im Evangelium (Joh 9, 1-41) geht es anfangs um die Frage, warum der Mann überhaupt blind sei.

„Rabbi, wer hat gesündigt? Er selbst? Ober haben seine Eltern gesündigt, so dass er blind geboren wurde?“ Jesus antwortete: „Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden.“

Warum wird eigentlich das Wirken Gottes an ihm offenbar? Vielleicht, weil er in seiner Blindheit etwas von Gott erwartet, nämlich, dass er sehen kann, dass ihm die Augen geöffnet werden.

Wo erwarte ich etwas von Gott? Was verberge ich vor ihm? Wo kann ich einen Anfang machen, in dem ich ihm etwas hinhalte? Was ist meine Blindheit? Wo liegt der Anfang einer Überraschung?

Um die Mitte geht es vielleicht in der zweiten Lesung (Eph 5, 8-14). „Einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr durch den Herrn Licht geworden. Lebt als Kinder des Lichts!“ So leben, wie es dem entspricht was ich bin. Mitten in meinem Tun, in meinem Leben als Christ muss ich mich an der Frage messen: Lebe ich so?

Mitten drin: Mut zum Anfangen und Mut zum Ausrichten auf Christus.

Einen gesegneten Fastensonntag!

#JesuGeburt

tweet_kathUnter dem Hashtag (eine Art Schlagwort oder Kategorie in sozialen Netzwerken) #JesuGeburt twittert katholisch.de die Weihnachtsgeschichte in den twitterüblichen 140 Zeichen. Sehr gut, meine ich. Die frohe Botschaft gehört auch in dieses Neuland und auch wir versuchen das ja immer wieder.

Anfang des Jahres war ich auf dem Kongress Kirche2 und bin seit dem auch noch überzeugter, dass die frohe Botschaft auf Twitter gehört. Und der Papst geht mit gutem Beispiel voran.

Bisher ist katholisch.de bei der Verkündigung der Geburt an Maria angelangt, ein bisschen was wird noch kommen in den nächsten Tagen. Doch Ich frage mich, wen man mit dem Hashtag JesuGeburt erreichen kann, der die Weihnachtsgeschichte nicht eh kennt? Warum nicht auch bei Twitter vorwagen zu denen, den die Botschaft noch fremd ist und zwischen allen #Weihnachten-, #Geschenke- und #Stress-Tweets die frohe Botschaft, das, was wir an Weihnachten Feiern verkünden?

Ob es mehr erreicht weiß ich nicht, aber ich glaube es ist einen Versuch wert.

Die Kirche kann noch viel lernen im Umgang mit den sozialen Netzwerken und das meiste wohl nur durch das ausprobieren.

Danke, katholisch.de – ich bin gespannt, was noch kommt!

Update – Hier  die Antwort von katholisch.de:

antwort

Jesus, der Familienfeind?

Da nun dieses Blog in Betrieb ist, dachte ich mir, ich melde mich mal mit einem kurzen Kommentar zum Sonntagsevangelium zu Wort.

Im heutigen Evangelium wird von einem Streit zwischen Jesus und seiner Familie berichtet: Seine Familie kommt, um ihn nach Hause zu holen, weil sie ihn für übergeschnappt halten. Und seine Reaktion ist ziemlich harsch: „Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter“ (Mk. 3,35). Das meint, dass seine Familie gerade das nicht tut…

Ist Jesus jetzt ein Familienfeind?
Ich glaube das nicht! Jesus möchte, dass wir den Willen Gottes tun und nicht unsere eigenen Vorstellungen über Seinen Willen stellen.

Jesu Familie hatte eine Vorstellung für Jesus, die nicht dem Willen Gottes entsprach. Vielleicht war er ihnen sogar ein bisschen peinlich oder unheimlich. Dafür bekommen sie umgehend die Retourkutsche.
Vielleicht ist auch uns der Glaube manchmal peinlich oder unheimlich und wir stellen unsere privaten Vorstellungen und Überzeugungen über Gottes Willen, weil wir ihn nicht verstehen (wollen?)… Dafür gibt’s dann vermutlich dieselbe Retourkutsche, denn Jesus, Gottes Wort, lässt sich von uns nicht einwickeln und in unsere Vorstellungen zwängen.

Umso schöner ist, dass wir Bruder und Schwester Jesu sind, wenn wir Gottes Willen tun – oder es wenigstens versuchen.

Noch schöner ist aber eigentlich, dass wir immer wieder zu Gott, zu Jesus Christus, zurückkommen können, wenn’s mal nicht so geklappt hat – ER ist nicht nachtragend…

– fr. Jeremias O.Praem.