gernekatholisch.de http://gernekatholisch.de Einfach Freude am Glauben Fri, 21 Jul 2017 18:36:41 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.8 http://gernekatholisch.de/wp-content/uploads/2017/06/cropped-SmontSEV-32x32.png gernekatholisch.de http://gernekatholisch.de 32 32 Applaus, applaus! http://gernekatholisch.de/?p=4290 Fri, 14 Jul 2017 04:05:35 +0000 http://gernekatholisch.de/?p=4290 Vor einiger Zeit bin ich mal wieder mit dem Auto in die Uni gefahren. Mir gingen viele Dinge durch den Kopf, das letzte Gespräch mit meiner Oma und ihre Frage, wann ich denn wiederkommen würde, mein stressiger Alltag, der gerade im totalen Chaos steckt und die Termine in der Uni die ich einhalten muss. Kurzum ich war alles andere als konzentriert. Ich bin dennoch gefahren und wie der Zufall es wollte, habe ich das Radio bei dieser Autofahrt eingeschaltet. Normalerweise fahre ich in Stille, um einfach mal dem Lärm zu entkommen. Doch diesmal war es anders. Und gerade in dem Moment kam dieses Lied: „Applaus, Applaus“ von den Sportfreunden Stiller. Ein Lied, das auf den ersten Blick vielleicht alles andere als christlich wirkt. Die Sportfreunde Stiller hatten sicher auch kein christliches Motiv im Kopf, als Sie dieses Lied schrieben. Ich habe das Lied leise mit gesummt und erst anschließend ist mir aufgefallen WAS sie da eigentlich singen.

„Ist meine Hand eine Faust machst du sie wieder auf
Und legst die deine in meine
Du flüsterst Sätze mit Bedacht durch all den Lärm
Als ob sie mein Sextant und Kompass wären“

Ich habe mich gefragt, wer dieses „DU“ ist, von dem in dem Lied gesungen wird. Für mich ist das „Du“ nicht irgendjemand. Es muss jemand Besonderes sein. Meine Eltern? Sie sind sicher etwas Besonderes und schaffen es auch manchmal meine geballte Faust zu öffnen, aber die „Sätze durch den Lärm“ würde ich ihnen jetzt nicht zuschreiben. Die Frage wer dieses „DU“ ist, beschäftigte mich noch lange. Erst am Abend, als ich im Bett lag kam mir die Antwort. Sie ist so nah und doch so schwierig. Für mich ist das „DU“ Gott selbst. Ich glaube, nur er schafft es meine Faust auf zu machen und die „Sätze durch den Lärm“ sind die Sätze die uns in der Heiligen Schrift überliefert wurden. „Ich bin der, Ich bin da“ Es sind wirklich die Worte, die mich begeistern, und die mich aufbauen. Es sind Schriftstellen die meinen Horizont erweitern.

„Ist meine Erde eine Scheibe, machst du sie wieder rund
Zeigst mir auf leise Art und Weise was Weitsicht heißt
Will ich mal wieder mit dem Kopf, durch die Wand
Legst du mir Helm und Hammer in die Hand“

Gott lässt mich nicht alleine, auch wenn ich mit dem Kopf durch die Wand will, er geht nicht weg und lässt mich alleine, sondern bleibt da und gibt mir die nötigen Hilfsmittel. Er öffnet nicht die Wand für mich, sondern lässt sie mich selber öffnen.

„Applaus, Applaus
Für Deine Art mich zu begeistern
Hör niemals damit auf!
Ich wünsch’ mir so sehr
Du hörst niemals damit auf“

Applaus, Applaus ist deshalb mein Dank, mein Lobpreis, meine Bitte: Hör niemals auf mich zu begeistern, Gott.

]]>
Zum Neustart: „katholische“ Preise gewinnen http://gernekatholisch.de/?p=4406 Thu, 13 Jul 2017 13:13:46 +0000 http://gernekatholisch.de/?p=4406 Zur Feier unseres neuen gernekatholisch.de-Portals verlosen wir dieses Jahr echt “katholische” Preise für 20 glückliche Gewinner! Zur Verfügung gestellt wurden die Preise diesmal von der Firma J.G. Schreibmayr, München.

  • 1x Wandkreuz “San Damiano” aus Assisi
  • 5x Magnet-Button “Misericordes sicut pater” aus Rom
  • 1x Weihrauch “Dreikönig”
  • 10x moderne Halsketten mit hochwertigem Anhänger “Tau”
  • 1x Finger-Rosenkranz
  • 2x je 5 Christophorus-Einkaufswagenchips von gernekatholisch.de

außerdem erhält jeder Gewinner zusätzlich einen Christophorus-Einkaufswagenchip von gernekatholisch.de. Wir wünschen viel Glück!

Einsendeschluss ist der 28. August 2017. Jede richtige und vollständig ausgefüllte Einsendung, die bis zum Einsendeschluss um 23:59 Uhr bei uns eingegangen ist, nimmt an der Verlosung teil. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

]]>
Gott begegnen auf dem Gipfel http://gernekatholisch.de/?p=4373 Tue, 11 Jul 2017 09:58:51 +0000 http://gernekatholisch.de/?p=4373 Voller Staunen wandert mein Blick hinauf zu den Gipfeln der Berge. Ehrfurchtgebietend breitet sich das Panorama vor mir aus. Welch zauberhafter Ort.

Die Bibel ist voll von Berggeschichten. Mose am Sinai, Elia am Horeb. Psalm 121 spricht von eben jenem Blick auf zu den Bergen und die Bergpredigt ist wohl eine der bekanntesten Reden Jesu. Immer wieder sucht er die Begegnung am Berg, sei es mit den Jüngern, etwa bei der Verklärung, oder alleine, wie am Ölberg.

Berge als Orte der Gottesbegegnung, ein Erlebnis, das ich im vergangenen Sommer beim Urlaub in der Schweiz selbst erfahren durfte. Welch erholsames Spüren, dass mit jedem Schritt bergauf die Gedanken leichter werden, es einfacher wird ganz im Hier und Jetzt zu sein. Und dann der Blick in die Weite, schweifend über all die Gipfel und Täler, Ahnung gebend von einer alles dies umfassenden Präsenz. Dieser kurze Moment des Eins-Seins. Und dann wieder weitergehen können, vielleicht etwas leichtfüßiger.

Die Berge, manchmal auch ein karger Ort, voll nacktem Fels. Gefahren bergend für die, die sie mit unbedachtem Schritt zu besteigen versuchen und manchmal auch ganz ohne Vorwarnung. Und zugleich die Erfahrung von Leben in Form kleinster Pflanzen, selbst an den entlegensten Orten, und von gegenseitiger Unterstützung in Momenten der Gefahr.

Vielleicht schaffe ich es nicht darauf zu vertrauen, dass Gott meinen Fuß niemals wanken lassen wird, wie es im Psalm heißt, kenne ich doch selbst Menschen, die beim Absturz vom Berg ums Leben gekommen sind. Aber ich vertraue darauf, dass Gott an meiner Seite geht, wenn ich alleine unterwegs bin und in den vielen Menschen, die mich auf meinem Weg begleiten.

Und noch ein Psalm kommt mir in den Sinn, der 8.

„Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst?“

Eine Frage, die mir berechtigt scheint, angesichts der Größe und Erhabenheit der Berge. Und doch, das Erlebnis, dass ich kleiner Mensch etwas zähle, dass ich hier sein und dies alles erleben darf.
Berge, Orte der Gottesbegegnung, der Begegnung mit mir selbst und mit anderen Menschen. Kein Wunder, dass es so viele Geschichten in der Bibel dazu gibt.

Rebecca Marie Hafner

]]>
Die Christophorus-Plakette mit Mehrwert http://gernekatholisch.de/?p=4074 http://gernekatholisch.de/?p=4074#respond Sun, 02 Jul 2017 06:45:29 +0000 http://blog.gerne-katholisch.de/?p=850 Ist es eine Christophorus-Plakette, die sich auch als Einkaufswagen-Chip verwenden lässt? Oder ein Einkaufswagen-Chip, der sich im Auto auch hervorragend als Christophorus-Plakette macht?

Auf jeden Fall können Sie damit auch unterwegs, beim Einkauf oder auf der Autobahn Flagge zeigen. Und die Chips lassen sich wunderbar im Portemonnaie verstauen.

Schon über 700 Stück verkauft! Bestellen Sie jetzt unsere nagelneuen Einkaufswagen-Chips “Christophorus”. Die Preise verstehen sich inkl. Versand innerhalb Deutschlands. (bei größeren Stückzahlen können Sie uns gerne für Staffelpreise kontaktieren). Bitte achten Sie beim Bestellvorgang in PayPal auf die korrekte Angabe Ihrer Lieferadresse.

*** Wichtige Information: wir machen Urlaub – deshalb werden Bestellungen bis einschließlich 6.8.2017 erst ab dem 7.8.2017 bearbeitet. ***

2 Chips inkl. Versand – 2 EUR

 

5 Chips inkl. Versand – 3,50 EUR

 

10 Chips inkl. Versand – 6 EUR

 

(Hinweis zur USt: Wir unterliegen der Kleinunternehmerregelung in § 19 UStG – Mail-Anfragen: info@gerne-katholisch.de)

]]>
http://gernekatholisch.de/?feed=rss2&p=4074 0
ein neues gerne-katholisch.de http://gernekatholisch.de/?p=929 http://gernekatholisch.de/?p=929#respond Sat, 01 Jul 2017 08:37:29 +0000 http://blog.gerne-katholisch.de/?p=929 Seit fast 7 Jahren gibt es gerne-katholisch.de. Der ursprüngliche Zweck hat sich seitdem nicht verändert: wir möchten zeigen, dass es Freude macht, zu glauben. Dass es Spaß macht, in der Kirche zu sein und dass der Glaube etwas Befreiendes ist. In diesen Jahren ist viel passiert und unsere Angebote sind stetig gewachsen. So gibt es mittlerweile den Blog mit Artikeln und Impulsen, ein Angebot zum gemeinsamen Beten mit fürbittencloud.de und eine App für das Smartphone. Aktiv sind wir in den sozialen Netzwerken wie facebook und instagram.

Wir finden, es ist Zeit, diese Angebote in einem neuen Portal zusammenzuführen. Übersichtlich strukturiert, und trotzdem in zeitgemäßem Design. Um eine gute Umstellung zu gewährleisten, haben wir das Angebot auf gerne-katholisch.de für ein paar Wochen abgeschaltet. In dieser Zeit finden Sie hier im Blog alle relevanten Informationen und Angebote. Auch die fürbittencloud.de läuft in der Zwischenzeit weiter. Wir freuen uns darauf, Ihnen im Laufe des Julis unser neues Portal präsentieren zu können!

]]>
http://gernekatholisch.de/?feed=rss2&p=929 0
Auf geht’s! http://gernekatholisch.de/?p=926 http://gernekatholisch.de/?p=926#respond Fri, 02 Jun 2017 09:59:00 +0000 http://blog.gerne-katholisch.de/?p=926 Geistlicher Impuls zum Pfingstfest von P. Jeremias Kehren OPraem

Nach dem Pfingstereignis beginnt die Ausbreitung der Kirche. Jesus sagte: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ (Joh 20,21) und das haben die Jünger nach Pfingsten getan und das Evangelium in die ganze Welt getragen. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich der Glaube an Christus, den Herrn, durch die Predigt der Apostel und heute gibt es weit über zwei Milliarden Christen – trotz aller Verfolgungen. Eine unglaubliche Erfolgsgeschichte also?

Zumindest in unseren Breiten ist der Enthusiasmus für den Glauben anscheinend gebrochen.

Die Situation ist anders als früher. Unsere (oft getauften!) Zeitgenossen lassen sich nicht mehr so einfach durch flammende oder gescheite Predigten oder noch so überzeugende Geistliche hinter dem Ofen hervorlocken. Was nun? Wir kennen die enormen Bemühungen die von unterschiedlichsten Seiten unternommen werden: es gibt Bibelübersetzungen in modernem Deutsch, theologische Sachbücher und spirituelle Bestseller, für die Internetgeneration gibt es Onlineportale zu allen Fragen des Glaubens und der Moral, aller Orten gibt es geistliche Gemeinschaften, Glaubenskurse für jedes Alter, Jugendkirchen, spezielle Angebote an Exerzitien usw. Auch am Bierwagen auf dem Pfarrfest scheitert es nicht…

Die Palette der Angebote ist breit, aber der große Ruck geht nicht durch die Kirche. „Was kann man denn jetzt noch machen?“ fragen sich Geistliche und Gläubige gleichermaßen. Kopf in den Sand? Schon der Prophet Jeremia beklagte die Verstocktheit seiner Zeitgenossen. Trotz jahrelanger prophetischer Predigt findet er kaum Gehör und so ruft er voll Bitterkeit aus:

„Du hast mich betört, o Herr, und ich ließ mich betören; du hast mich gepackt und überwältigt. Zum Gespött bin ich geworden den ganzen Tag, ein jeder verhöhnt mich […]. Denn das Wort des Herrn bringt mir den ganzen Tag nur Spott und Hohn. Sagte ich aber: Ich will nicht mehr an ihn denken und nicht mehr in seinem Namen sprechen!, so war es mir, als brenne in meinem Herzen ein Feuer, eingeschlossen in meinem Innern.“ (Jer 20,7-9).

Trotz aller Bitterkeit, Verzweiflung und Trauer über den ausbleibenden Erfolg, lässt er sich nicht unterkriegen, denn  in seinem Innern brennt die Flamme der Wahrheit und der Liebe Gottes.

Die Parole lautet also weitermachen! Nicht aufgeben! Das setzt aber auch voraus, dass da überhaupt etwas in uns brennt. Brennt in mir noch die Flamme des Heiligen Geistes, der mich drängt, Gutes zu tun und der mein Beten erfüllt? Bin ich bereit, das eigene Leben und die eigenen Bequemlichkeiten dieser Flamme zu opfern, Tag für Tag, die Wahrheit zu verkünden, dafür zu arbeiten, ihre Existenz  zu atmen?

Worauf es ankommt in unserem Glauben, ist zunächst die eigene Bekehrung: Glaube ich eigentlich was ich in der hl. Messe, im Vater unser oder im Glaubensbekenntnis bete und was ich im Evangelium höre? Lebe ich auch so, dass die Begegnung mit mir eine „Tür des Glaubens“ für andere öffnen kann? Habe ich Freude am Glauben – unabhängig von der Nase vom Pastor oder der  langweiligen Predigt von letzter Woche?

Aller Anfang ist schwer. Die Bekehrung des eigenen Lebens ist sogar besonders schwer, weil sie jeden Tag von vorne anfängt. Weil wir jeden Tag aufs Neue das Feuer in unseren Herzen anfachen müssen. Gleichzeitig ist dadurch auch jeder Tag eine neue Chance: Erneuern wir in uns den Glauben, die Freude an der Botschaft des Evangeliums und stärken wir unsere Nächsten mit dem heiligen Glauben, der uns geschenkt ist. Gemäß dem Wort aus dem ersten Petrusbrief: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt“ (1 Petr 3,15).

Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen und entzünde in uns das Feuer deiner Liebe!

]]>
http://gernekatholisch.de/?feed=rss2&p=926 0
Vom Tod zum Leben http://gernekatholisch.de/?p=922 http://gernekatholisch.de/?p=922#respond Sat, 15 Apr 2017 07:25:32 +0000 http://blog.gerne-katholisch.de/?p=922 Geistlicher Impuls zum Osterfest von Mareike Jauß

„Jesus darf nicht sterben“, überschrieb Matthias Schmidt seinen Impuls zur Karwoche – und drückte damit wohl die alljährliche Gefühlslage vieler Christen aus. Denn machen wir uns nichts vor: Das Kreuz ist und bleibt besch… und die Frage Jesu nach dem Warum unbeantwortet.

Nein, der Karfreitag kann auch mit dem Wissen um Ostern nicht verharmlost werden. Manchmal denken wir: An Karfreitag ist der Tod dran und an Ostern das Leben – damit ist der Tod erledigt. Und weil wir immer schon von Ostern wissen, ist der Karfreitag nicht mehr ganz so ernst zu nehmen, sondern eher unter der Kategorie „Panne“ zu verbuchen.

Aber der Tod ist nie einfach erledigt, auch nicht an Ostern. Die Wunden Jesu bleiben für immer die Merkmale, an denen er identifiziert wird. Seine Jünger erkennen ihn nicht an seinem Aussehen oder seinem Besitz, sondern an seinen Wunden. Sie sind an Ostern nicht einfach weg, sondern sind tief eingegraben in seine Existenz.

Wir erkennen den Auferstandenen nicht an dem, was er hat, sondern daran, was er gegeben hat. Und damit bekommt unser Leben eine völlig neue Richtung: Ostern zeigt uns, dass es möglich ist, nicht nur – biologisch – vom Leben zum Tod zu leben, sondern auch umgekehrt vom Tod zum Leben. Vom Tod zum Leben! Wir erreichen Ostern nicht, indem wir den Tod übergehen, sondern nur, indem wir durch den Tod hindurchgehen.

Wer daran glaubt, für den ändert sich Grundlegendes: Er wird den täglichen Kampf gegen den Tod aufnehmen. Er wird nicht schweigen, wenn er Unrecht oder Unmenschlichkeit sieht, sondern wird dagegen aufstehen im Namen dessen, der vom Tod zum Leben auferstand.

An Ostern glauben, bedeutet nicht, mit einem billigen Optimismus auf ein Happy End zu hoffen. An Ostern glauben, heißt, praktisch zu bezeugen, dass die universale Herrschaft des Todes gebrochen ist. Wer an die Auferstehung glaubt, ergreift Partei für das Leben, wo immer Leben verletzt oder zerstört wird, damit der Tod unter uns nicht das letzte Wort behält.

Die Autorin ist Pastoralassistentin im Bistum Aachen.

]]>
http://gernekatholisch.de/?feed=rss2&p=922 0
Jesus darf nicht sterben http://gernekatholisch.de/?p=4076 http://gernekatholisch.de/?p=4076#comments Tue, 11 Apr 2017 12:03:02 +0000 http://blog.gerne-katholisch.de/?p=917 Geistlicher Impuls zur Karwoche von Matthias Alexander Schmidt

Jedes Jahr an Karfreitag, während das Evangelium vorgelesen wird, kommt bei mir dieselbe diffuse Hoffnung auf: Diesmal muss Jesus nicht sterben. Jemand hat Mitleid mit ihm, oder noch besser: Alle sehen ein, dass es Unrecht und falsch ist, ihn zu töten – und Jesus überlebt.

Vom Abendmahlssaal bis zum Kreuz ist die Geschichte so spannend geschrieben, häufig auch so dramatisch vorgetragen oder gesungen. Wie im Hollywood-Film müsste der Held am Ende doch überleben. Auch wenn alles gegen ihn spricht. Es gibt so viele Momente, in denen sich alles ins Gegenteil drehen könnte:

Judas könnte einfach am Tisch sitzen bleiben statt loszugehen und Jesus zu verraten. Im Garten könnte er sich noch umentscheiden, Jesus einfach nicht küssen. Jesus müsste nicht fragen „Wen sucht Ihr?“, um dann „Ich bin es“ zu sagen. Vom Hohepriester, wo eigentlich jeder einsehen müsste, dass Jesus keine Schuld nachgewiesen werden kann bis zu Pilatus, der sich von der Menge nicht umstimmen lassen müsste – alles könnte sich zum Guten wenden. Selbst am Kreuz hätte Jesus noch Möglichkeiten. Er könnte – wozu ihn die verspottende Menge anstachelt – vom Kreuz heruntersteigen.

Natürlich weiß ich, wie die Geschichte ausgeht. Ich weiß auch, dass die Lektoren nicht etwas anderes erzählen können als das, was im Text steht. Im Roman „Die Bibel nach Biff“ von Christopher Moore, einem fiktionalen Jesus-Epos, haben Jesu Jüngerinnen und Jünger genau dieselbe Sehnsucht wie ich. Sie wollen Jesus retten.

Erst versuchen sie, ihn selbst umzustimmen, er soll nicht nach Jerusalem gehen. Als das nicht klappt, schicken sie eine Kontaktperson, um mit Pilatus zu verhandeln. Doch das hilft nichts. Schließlich mischen sie heimlich Gift in den Wein, den Jesus am Kreuz vom Schwamm trinken wird. Das Gift soll ihn lähmen und tot erscheinen lassen. Sobald sein Körper vom Kreuz abgenommen ist und die Römer außer Reichweite sind – so der Plan – soll Petrus ihn heilen. Doch der Römer mit der Lanze kommt ihnen zuvor und tötet Jesus.

Blöderweise bin ich Theologe und weiß: Kein Ostern ohne Auferstehung, keine Auferstehung ohne Tod. Jesus weiß das auch. Die Evangelien werden nicht müde, darauf hinzuweisen: Jesus wusste alles, was geschehen sollte. Und die Jünger versuchen bis zuletzt, seinen Tod zu verhindern. Das spricht mich mehr an als die theologischen Erklärungen. In der Rückschau – nach der Auferstehung – kann man die Folter und den brutalen Mord leicht theologisch verklären. Auf einmal wird dann Jesu Tod irgendwie etwas Gutes. Das sehe ich nicht so. Der Tod am Kreuz bleibt schlecht. Auch wenn ich einsehe, dass es im Nachhinein irgendwie sein musste und Gutes bewirkt hat:

Ich will nicht, dass Jesus stirbt.

Der Autor ist Theologe, freier Journalist und pädagogischer Begleiter.

]]>
http://gernekatholisch.de/?feed=rss2&p=4076 1
Warum werden 2 Wochen vor Ostern die Kreuze verhüllt? http://gernekatholisch.de/?p=912 http://gernekatholisch.de/?p=912#respond Mon, 03 Apr 2017 14:37:07 +0000 http://blog.gerne-katholisch.de/?p=912 Im Messbuch heißt es zum 5. Fastensonntag kurz und knapp: „Der Brauch, die Kreuze zu verhüllen, soll beibehalten werden.“
Was steckt dahinter, dass die Kirche in den letzten beiden Wochen der Fastenzeit ihre Kreuze mit einem violetten Tuch verhüllt, um schließlich am Karfreitag eine feierliche Kreuzenthüllung vorzunehmen?

Im Mittelalter waren es zuerst große, wuchtige Triumphkreuze, die man verhüllte.

Sie zeigten Jesus als König am Kreuz umringt von kostbaren Edelsteinen. Aber dieser Schmuck störte natürlich, wenn man an das bittere Leiden und Sterben Jesu erinnern wollte.
Im Spätmittelalter wurden die Darstellungen Jesu dann drastischer und lebensechter mit einem schmerzverzerrten Gesicht und viel fließendem Blut (die sieht man z.B. in Spanien auf dem Jakobsweg). Und auch diese Darstellungen sollten dann für eine gewisse Zeit dem Blick der Gläubigen entzogen werden, um klarzumachen: das Kreuz ist nicht ein bloßer Andachtsgegenstand, sondern das Kreuz erzählt uns eine wahre Geschichte, eine Geschichte, die wirklich passiert ist und die mit uns zu tun hat.

So wie der Künstler Christo Anfang der 90er Jahre den Berliner Reichstag verhüllt hat, um auf das “verpackte” Gebäude aufmerksam zu machen, so soll auch die Verhüllung des Kreuzes uns wieder auf das Wesentliche hinweisen.
Es geht um ein Einüben der Wahrnehmung, um ein Fokussieren der Aufmerksamkeit auf Dinge, an deren Anblick wir uns schon zu sehr gewöhnt haben. Ja man könnte vielleicht sagen: Verhülltes sieht man besser!
Durch Verhüllung wird Unsichtbares, Übersehenes, Gewohntes neu entdeckt und wird wieder bewusster wahrgenommen.

Eigentlich würde man ja erwarten, dass in der Passionszeit das Kreuz noch mehr als sonst dem gläubigen Betrachter vor Augen gestellt wird. Stattdessen wird es dort, wo es den zu Tode gemarterten Leib des Gekreuzigten zeigt, bedeckt und dem Blick des Betrachters entzogen.

Und darum verhüllt die Kirche für eine kurze Zeit ihre Kruzifixe. Wir sollen sozusagen die Augen des Herzens, die Augen des Glaubens aktivieren: mit dem inneren Auge sollen wir hinsehen, weil wir nur so frei und fähig werden, das zu erkennen, was Jesus selbst über seinen Tod gesagt hat: „Wenn ich über die Erde erhöht bin, werde ich alle zu mir ziehen.“

]]>
http://gernekatholisch.de/?feed=rss2&p=912 0
Jetzt geht’s wieder los! Ehrlich! http://gernekatholisch.de/?p=892 http://gernekatholisch.de/?p=892#comments Tue, 28 Feb 2017 16:18:11 +0000 http://blog.gerne-katholisch.de/?p=892 Geistlicher Impuls zur Fastenzeit von Dag Heinrichowski

Jedes Jahr auf’s Neue: Aschermittwoch, Fastenzeit, Umkehr. Eine Zeit beginnt, die mit einer klaren Botschaft verbunden ist: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ Einerseits kann Enttäuschung mit der ständigen Wiederkehr dieser Umkehr verbunden sein: Schon wieder werde ich darauf gestoßen, was ich eigentlich schon weiß – ich bin nicht perfekt, nicht alles läuft rund – oder wie Papst Franziskus es in seinem ersten großen Interview als Papst auf die Frage „Wer ist Jorge Mario Bergoglio“ gesagt hat: „Ich bin ein Sünder.“ Andererseits ist es wirklich Gnade, wenn ich immer wieder neu auch auf meine Schwächen, meine Grenzen, meine Fehler schauen darf und darin die Möglichkeit entdecke, umzukehren, neu zu beginnen, dem Evangelium mehr zu glauben.

„Postfaktisch“ ist das Wort des Jahres. Vielleicht kann die Fastenzeit einen Kontrapunkt zu diesem Wort setzen, in dem sie eine Zeit wird, in der ich mich auf die Fakten meines Lebens blicke, bei den Fakten bleibe: Wie steht’s um meine Beziehungen? Wie ist mein Verhältnis zur Umwelt? Wie geht es mir mit mir selbst? Wo kommt Gott in all’ diesen Bereichen vor? Meine eigene Realität, die Fakten anzuschauen kann anstrengend sein und enttäuschend, meinem Ideal werde ich ja doch selten gerecht. Und auch das Bild, das andere von mir haben sollen, ist oft mehr Wunsch als Realität. Aber diese Fakten können Ausgangspunkt für Umkehr sein und vor allem Ansatzpunkte für Gottes Handeln. Wenn ich mich für meine Wahrheit öffne und sie annehme, dann kann ich mich auch Gottes Wahrheit öffnen. Immer wieder neu lädt er mich ein zur Umkehr, zur Gemeinschaft mit ihm, zur Vergebung.

Ich brauche nicht so tun, als ob und mir und anderen etwas vorgaukeln. Ich darf ehrlich sein, die Fakten Fakten sein lassen und dann dahinter – irgendwie also doch postfaktisch – etwas Größeres entdecken. Etwas, das ich nicht machen kann, aber was mich umfängt: Gottes Liebe und Barmherzigkeit, seine Einladung zur Umkehr – immer wieder auf’s Neue. Oder mit den Worten von Paulus: „Nicht, dass ich es schon erreicht hätte oder dass ich schon vollendet wäre. Aber ich strebe danach, es zu ergreifen, weil auch ich von Christus Jesus ergriffen worden bin.“ (Phil 3, 12)

Eine gesegnete Fastenzeit!

]]>
http://gernekatholisch.de/?feed=rss2&p=892 1