Das wäre doch gelacht…

Impuls zu Ostern von Mareike Jauß

„Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“ (Lk 24,5)

Auferstehung: Tod wandelt sich in Leben, Untergang in Aufgang, Verzweiflung in Hoffnung, Tränen in Lachen. Verwandlung ist ein charakteristisches Zeichen Gottes. Es stützt sich nicht auf Erwartbares, hat keine natürlichen Grundlagen.

Die Hoffnung darauf, dass Unglück Anlass zu tieferem Glück sein kann, dass es einen Trost in den Tränen gibt, nannte das Mittelalter eine ‚göttliche Haltung‘, weil sie der Natur überlegen, eigentlich sogar gegen sie gerichtet ist. Eine solche Haltung lehrt uns: Wir dürfen weinen, weil es Trost gibt. Wir dürfen menschlich sein, weil wir göttlich aufgefangen werden. Das ist die frohe Botschaft der Auferstehung: Dass unser Leben nicht in den Gräbern endet. Denn wenn der Tod kommt, kommt auch Gott – nicht, um unser Leben zu beenden, sondern um es zu wenden.

„Er ist nicht hier, er ist auferstanden!“

Diese Botschaft steckt uns an zu einem befreienden Lachen mitten in einer von Krieg, Gewalt und Tod bedrohten Welt. Im Mittelalter war es üblich, im Ostergottesdienst ein Ostergelächter anzustimmen, Tod und Teufel auszulachen, die durch die Auferstehung für immer blamiert wurden. Denn Gott – und nicht der Tod – hat in der Geschichte Jesu das letzte Wort gesprochen. Und so wird er auch in unserer Geschichte das letzte Wort sprechen: Ein bejahendes Wort, das Leben schafft – Leben, das von nun an nicht mehr totzukriegen ist.

Unsere schönste Aufgabe als Christen besteht darin, mit unserem Lachen die tod-ernste Welt anzustecken. Fangen wir gleich damit an!

Mareike Jauß ist Theologiestudentin und Mitarbeiterin in der Redaktion von kath.de.

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