/Überraschung und Phantasie

Überraschung und Phantasie

Ich kann mich noch gut an den Abend und mein Fragezeichen im Gesicht erinnern, als der Name des neuen Papstes verkündet wurde. Ich war überrascht und stelle immer wieder fest, dass es auch anderen so ging und, dass der Papst selbst immer wieder überrascht. Letztens las ich von einem Kardinal, der sagte, Gott führe die Kirche mit unglaublicher Phantasie. Überraschung und Phantasie. Zwei Dinge, die für mich zum Glauben gehören. Wenn ich mich nicht mehr überraschen lasse, dann bin ich nicht offen. Offen für das, was Christus mir sagen will. Offen für das, was meine Mitmenschen brauchen. Offen für das, was mich selbst bewegt. Und ohne Phantasie fällt es schwer, diese Offenheit zu gestalten und mich in neues vorzuwagen. Und ohne Phantasie gelingt es nur schwer, den Glauben immer wieder auf mein Leben anzuwenden und ihn so zu leben, dass er andere Menschen begeistert. Glauben ist doch eine phantastische Sache!

Der Papst spricht und spornt an

Das Interesse der Medien am neuen Papst war für mich überraschend groß – die Meinungen in weiten Teilen sehr positiv. Seine Gesten sprechen an und begeistern. Mich haben in den ersten Wochen seines Pontifikats aber auch einige sprachliche Bilder sehr angesprochen und angespornt: Die Babysitter-Kirche: Papst Franziskus ermutigt die Christen zu einem Zeugnis in Wort und Tat für Christus. Die Gläubigen dürften nicht passiv bleiben und auf eine Betreuung warten. Die Kirche ist nicht Babysitter, sondern Mutter – und wir ihre Kinder. Die Kirche muss hinausgehen an die Grenzen der menschlichen Existenz und darf nicht um sich selbst kreisen. Sie muss hinausgehen und das Evangelium verkünden. Christus ist das Licht der Kirche. Dieses Licht muss sie – müssen wir als Gläubige – weitergeben. Der Heilige Geist ist unbequem und drängt zum Wandel und zum Weitergehen. Er drängt zu einem Leben gemäß des Evangeliums und kann nicht gezähmt werden.

Es ist Osterzeit

Aus diesen drei Blitzlichtern ergibt sich für mich eine klare Linie, ein Auftrag: Christus in der Welt, in den Grenzgebieten, angetrieben vom Heiligen Geist mit Wort und Tat bezeugen. Wir haben eine tolle Botschaft, eine Botschaft die uns mit Freude erfüllt. Behalten wir sie nicht für uns! Bringen wir diese Freude in unserem Leben zum Ausdruck und bleiben wir offen für die Phantasie und die Überraschungen, die Gott für uns bereit hält. Ich glaube, wenn wir das tun, dann ist wirklich Osterzeit!

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