Tut dies zu meinem Gedächtnis

ek1Hier auf dem Eucharistischen Kongress ist der Vormittag jeweils für Katechesen und die anschließende Messe reserviert. Aus einer Katechese mit Walter Kardinal Kasper ist mir folgender Gedanke nahegegangen, den ich sinngemäß wiedergeben möchte: „Wir brauchen in der Kirche endlich einen Themenwechsel. Wir sind zu viel mit uns selbst beschäftigt und in viele kleine Streitereien und Grabenkämpfe (er nennt sie Nebenkriegsschauplätze) verwickelt. Wir brauchen endlich wieder eine gemeinsame Ausrichtung auf unser gemeinsames Thema: Christus als die Mitte unserer Gemeinschaft anzunehmen und sein Wort zu befolgen: Tut dies zu meinem Gedächtnis.“

Diskussion in Freiheit ist wichtig. Abtprimas Notker Wolf OSB meinte in einer Podiumsdiskussion (sinngemäß): „Mit Papst Franziskus habe man das Gefühl, dass ein Deckel der Angst vor Meinungsaustausch in Rom endlich gelüftet worden sei.“ Das sind ermutigende Worte, denn viele Menschen haben in der Kirche leider Angst, ihre Meinung frei zu äußern. Umso beruhigender zu hören, dass der Kommunikationsstil in der Kirche sich scheinbar zu ändern beginnt.

Wie gesagt, Diskussion ist ganz wichtig – aber die Diskussion darf uns nicht blockieren, nicht lahmlegen, wir dürfen nicht so lange alles zerreden, bis man die Lust am Glauben verloren hat (und das passiert nicht selten). Ich finde daher Kardinal Kaspers Aufruf wirklich wichtig: Themenwechsel! Die Kirche sollte aus ihrer Selbstbezogenheit herausfinden, wenn sie glaubwürdig sein will.

Jesus hat uns das aufgetragen: Tut DIES zu meinem Gedächtnis! Und er meint damit: Feiert die Eucharistie, lasst euch beschenken und freut euch an der Gemeinschaft. Ganz ehrlich: diese Stimmung empfinde ich auf dem Eucharistischen Kongress in Köln.

Discussions

  1. Bernd Steinfeld Reply

    Tja, tut dies zu meinem Gedächtnis…
    Merken wir eigentlich, dass wir uns als Katholiken gerade selber ein Bein stellen und uns zu Fall bringen, indem die Eucharistie(stätten und -zeiten) so drastisch reduziert werden? Priester zu werden unterliegt kaum zu überwindenden Sanktionen, die Ausbildung orientiert sich an Werten und Stundenplänen des 19. Jhdts., Frauen wird das Hirtinnencharisma verweigert und der Aufruf von Papst Franziskus nach Paradigmenwechsel in Richtung Seelsorge und radikale Loslösung von ihren Verwaltungsfunktionen wird (besonders in D’schland) geflissentlich überhört (sinngemäß: „lasst die Priester raus zu den Menschen, gebt ihnen eine Garage und lasst sie dort Eucharistie feiern und Gemeinschaft aufbauen…“) bzw. als Pastoralromantik abgetan. Schade!

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