Herr, zu wem sollen wir gehen?

Geistlicher Impuls zum Eucharistischen Kongress

Herr, zu wem sollen wir gehen? Unterwegs mit Christus!

Herr, zu wem sollen wir gehen? Unterwegs mit Christus!

Das Motto des Eucharistischen Kongresses, der derzeit in Köln stattfindet, ist eine Frage der Jünger des Herrn an Jesus: Herr, zu wem sollen wir gehen?

Kurz vorher war es zur Spaltung unter den Jüngern gekommen und einige hatten die Gemeinschaft verlassen. Was war passiert? Jesus hatte seinen Anhängern aufgetragen, weiterhin das Mahl mit Brot und Wein zu feiern, auch wenn er nicht mehr bei ihnen sein würde. Doch dieses Brot und dieser Wein würden nicht einfach Brot und Wein sein – sondern SEIN Fleisch und SEIN Blut.
„Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. … Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt.“ (Joh 6,51)

Das ist ja auch ein Knüller, was Jesus da sagt! Ganz selbstverständlich musste es da einige geben, die das nicht so einfach glauben konnten. Brot und Wein als Fleisch und Blut Jesu – das ist schon schwer zu glauben. Die Jünger, die nicht glauben konnten, wies Jesus zurecht:
„Daran nehmt ihr Anstoß? Was werdet ihr sagen, wenn ihr den Menschensohn hinaufsteigen seht, dorthin, wo er vorher war? Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sind Leben.“ (Joh 6,61f)
Die Jünger konnte Jesus noch verweisen auf seine sichtbaren Wundertaten (die Himmelfahrt, die bevorstehen sollte). Aber wir haben es da deutlich schwerer: hier ist unser Glaube gefragt.

Ich schreibe diesen Impuls in Köln während der Eindrücke des Eucharistischen Kongresses. Hier herrscht eine wunderbare, von tiefer Spiritualität aller Pilger getragene Atmosphäre. Und mit Sicherheit hat der Heilige Geist auch seinen Anteil daran, dass die Tage hier so friedlich und fröhlich ablaufen. Man spürt, dass hier Menschen sind, die „einfach“ nur ihren Glauben leben wollen, dass hier wirklich viele Leute einfach „gerne katholisch“ sind. Natürlich mit Fragen und Anfragen (wie man auch bei den Podiumsdiskussionen und in den Katechesen merkt), aber doch von einem tiefen Glauben geprägt.

Die Frage „Herr, zu wem sollen wir gehen?“ scheint uns heute auch nicht fremd zu sein. Wir erleben oft Verunsicherung und Zweifel in der Kirche und fragen uns bei den vermeintlich schlechten Zukunftsaussichten, ob wir den Karren nicht schon längst an die Wand gefahren haben und ob sich unser Engagement überhaupt noch lohnt. Dabei ist es kein Trost, dass die Jünger damals schon vor der selben Frage standen. Viele Menschen stehen vor einer Grundsatzentscheidung: „bleibe ich, oder gehe ich?“

Die Antwort, die Petrus findet, kann auch für uns eine Hilfe sein: „Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes.“ (Joh 6,68)

Schon wieder: Glaube. Wie aber können wir Glauben? Man kann ihn ja nicht erzwingen – Glaube, ist reine Gnade, ein Geschenk Gottes. Und wie um alle Geschenke kann ich darum nur bitten und darauf hoffen. In einer Welt, wo wir alles selbst „machen“ wollen, manchmal schwer auszuhalten. Papst Benedikt XVI sagte einmal: „Glaube ist einfach!“. Wenn er etwas ist, das wir nicht erzwingen können, sondern ihn uns schenken lassen müssen, dann ist er tatsächlich einfach. Denn dann müssen wir uns auf Gott verlassen – müssen uns ihm aussetzen – müssen darum beten – mit einer möglichst großen Offenheit des Herzens!

Der Eucharistische Kongress sollte ein großes Fest des Glaubens werden. Das ist meiner Ansicht nach gelungen. Aber vielleicht tut es uns allen gut – ob wir in Köln dabei waren oder nicht – die Antwort des Petrus zu verinnerlichen: Nein, Herr, wir können dich nicht verlassen, denn wir haben erkannt, dass du der Heilige Gottes bist und deine Worte wahr sind.

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