Mutter und Sohn – Heilige Bindungen

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Für die Ordensgemeinschaften, die nach der Regel des hl. Augustinus leben, stehen in diesen Tagen zwei besondere Heilige auf dem Kalender: Am 27.8. gedenkt die Kirche der hl. Monika und am 28.8. ihres Sohnes, des hl. Augustinus. Passenderweise liegen beide Feste in unmittelbarer Nähe zueinander, denn Mutter und Sohn verbindet viel.

augustinusregelnorbertWas wäre Augustinus ohne seine Mutter gewesen? Ein brillianter Rhetoriker? Ja, das war er. Berühmt, reich, beliebt? Sicherlich. Aber glücklich? Erfüllt? Ein Heiliger? Niemals.

Als Augustinus im Jahr 354 in eine „gemischt-konfessionelle“  Familie im Norden Afrikas hineingeboren wird, ist noch nicht abzusehen, was einst aus dem Sohn des Heiden Patricius und der Christin Monika werden wird. Früh beginnt seine Ausbildung zum Rhetor, früh findet er eine Frau und zeugt ein Kind. Kleine Rückschläge gibt es in seinem Leben, überwiegend geht sein Weg aber steil nach oben und führt ihn als Professor in die Hauptstadt des römischen Reiches. Sein Leben wird als ausschweifend und – jedenfalls vordergründig – glücklich beschrieben. Doch die Seele Augustins dürstet bereits nach der Wahrheit, von der bereits die Mutter zu ihm gesprochen hatte. Doch was ist Wahrheit? Die Bibel kann den großen Literaten nicht begeistern und überzeugen, lieber sucht er sein Heil in den Lehren des Manichäismus. Augustinus taumelt auf diese Weise leichtfüßig und doch schwermütig durch das Leben, während Monika auf Knien, um seine Bekehrung betet. Als Witwe reist sie ihrem Sorgenkind nach Italien nach und schließlich gelingt es ihr mit Hilfe des hl. Bischofs Ambrosius von Mailand, ihren Sohn zum Glauben zu führen.

Augustinus lässt die Dunkelheit und Schwermut hinter sich und wird mit der übergroßen Freude des Glaubens beschenkt. Aus dem großen heidnischen Redner wird ein Vordenker und flammender Verteidiger des christlichen Glaubens. Augustinus gründet das erste Klerikerkloster, als Ort des gemeinschaftlichen Lebens und Betens und als Stützpunkt für den priesterlichen Dienst der Kleriker am Volk Gottes.  Schließlich wird er Bischof von Hippo und wirkt bis zu seinem Tod 430 unermüdlich für den Glauben.

Der hl. Monika kommt das Verdienst zu, ihrem Sohn das Geschenk des Glaubens erfleht zu haben, sie ist gewissermaßen die Gebärerin nicht nur seiner leiblichen, sonder auch seiner seelischen Gestalt. Augustinus dankt Gott in den Confessiones für seine hl. Mutter und schreibt über sie:

„Auch war sie die Dienerin deiner Diener. Wer von ihnen sie kannte, der fand an ihr gar viel zu loben und zu preisen und liebte dich, denn er erkannte an den Früchten, welche ihren heiligen Wandel bezeugten, daß du in ihrem Herzen anwesend seiest. Denn sie war ‚eines Mannes Weib‘ gewesen, ‚hatte den Eltern ihre Liebe vergolten‘,  ‚ihr Haus in Frömmigkeit‘ verwaltet und hatte ‚das Zeugnis ihrer guten Werke‘ in sich. Sie hatte ihre Kinder wohl erzogen und litt jedesmal von neuem die Schmerzen der Geburt, so oft sie sie von deinem Wege abirren sah, und zuletzt: für uns alle, o Herr, die wir nach deinem Gnadengeschenke deine Diener heißen dürfen, die wir schon vor ihrem Heimgange nach dem Empfang deiner Taufgnade in dir lebten, hat sie so gesorgt, als wäre sie unser aller Mutter, und so uns bedient, als wäre sie unser aller Tochter gewesen.“ (Conf. 9,22)

Für Ordensleute in augustinischer Tradition (z.B. Augustiner- und Prämonstratenser-Chorherren, Dominikaner, Augustiner), so wurde bereits zu Anfang gesagt, sind die beiden Feste dieser Woche von besonderer Wichtigkeit:

Das Leben der hl. Monika ermahnt uns, nicht aufzugeben, wenn wir uns für andere einsetzen. Auch wenn sich nach jahrelangem Beten und apostolischen Wirken nicht alle Herzen zu Gott bekehren, ist nichts vergeben. Gott ist es, der den Glauben schenkt und die Herzen zu sich bekehrt. Wir sind nur Diener der Diener, wie Augustinus es auch über seine Mutter sagte (s.o.).

Der hl. Augustinus, unser Regelvater, hat ein Leben der Anfechtungen, der Umwege und Abwege gelebt und ist doch zu einem der ganz Großen in der Geschichte der Kirche geworden. Ihn bitten wir um seine Fürsprache, dass Gott auch auf den krummen Linien unseres Lebens gerade schreibt.

Augustinus und Monika sind aber nicht nur für einige tausend Ordenschristen wichtig, sondern sie stehen für Erfahrungen des alltäglichen christlichen Lebens. Auch heute gibt es Mütter und Väter, die sich um ihre Kinder sorgen. Sie beten für Söhne und Töchter, die sich von Gott und der Kirche lossagen, für Kinder, die ihr Heil nur im schnellen Genuss suchen. Für sie alle ist die hl. Monika Vorbild und Fürsprecherin.
Für die Söhne und Töchter, die nach Erfüllung suchen und diese mit Überfluss und Konsum verwechseln, ist der hl. Augustinus ein beredtes Beispiel: Er hat sein Herz zu Gott bekehrt und so den tiefen Frieden der Seele gefunden.

Hl. Monika – bitte für uns!
Hl. Augustinus – bitte für uns!

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