„Mit Christus Brücken bauen“

Geistlicher Impuls an Pfingsten

Ein gesegnetes und frohes Pfingstfest wünsche ich Ihnen!

50 Tage nach Ostern feiern wir die Sendung des Heiligen Geistes auf die Jünger und damit, wie manche es nennen, den „Geburtstag“ der Kirche. Im alten Hymnus, den wir schon in den Tagen vor Pfingsten beten, heißt es gleich zu Beginn: „Komm, Schöpfer Geist, kehr’ bei uns ein.“ Die Bezeichnung des Geistes als „Schöpfer“ bezieht sich dabei zunächst auf die Schöpfung der Welt. Der Geist, der schon von Anfang an in der Welt war (Gen 1,2), ist der große Baumeister der Weltenschöpfung: „Du sandtest deinen Geist, um den Bau zu vollenden.“ (Jdt 16,14).

brueckePfingsten ist dann so etwas wie ein Neubeginn: Die Jünger wurden durch den Geist gesandt und befähigt, die Botschaft Christi zu verkünden und so ist der Geist nicht nur „Bauender“, sondern zugleich „Sendender“. Als Christen sollen wir nicht beim status quo stehen bleiben, sondern wir sind immer aufgerufen, in Bewegung zu bleiben zu Gott und den Menschen hin.

Unter dem Motto „Mit Christus Brücken bauen“ trafen sich vergangene Woche mehr als 50.000 Menschen in Regensburg, um gemeinsam den 99. Deutschen Katholikentag zu begehen. Auch ich war vier Tage dabei und empfand das Programm und die Stimmung als sehr geistlich, vor allem aber als insgesamt von einer großen Freude am Glauben geprägt.

„Mit Christus Brücken bauen“ – was kann das für uns heißen? Die berühmte Steinerne Brücke in Regensburg ist zwar derzeit teilweise gesperrt, weil sie restauriert wird, aber das Motto will wohl kaum sagen, dass ich mir jetzt Steine besorge und Meißel und Hammer und anfange, eine reelle Brücke zu bauen. Oder?

Vielleicht kann es heißen: wenn ich anfange, eine Brücke zu bauen zu meinen Mitmenschen, zu allen, die Hilfe brauchen in meiner Umgebung, zu Kranken und Leidenden; dann wird Christus mit mir an dieser Brücke bauen, dann baue ich gemeinsam mit ihm Brücken, wie er sie sich wünscht.

Pfingsten könnte somit das Fest des Brückenbaus schlechthin sein! Durch die Sendung des Heiligen Geistes schlägt Christus die Brücke zwischen uns und ihm. Durch den Geist ermöglicht er es uns, ihm zu begegnen und ihn zu verkünden. Wenn wir anfangen, die Brücke zu bauen, uns trauen und den ersten Stein legen, dann wird er uns unter die Arme greifen.

Paulus schreibt dazu im 2. Korintherbrief: „Er hat uns fähig gemacht, Diener des Neuen Bundes zu sein, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes.“ (2 Kor 3,6) Der Geist ist der Dreh- und Angelpunkt. Der Geist ist es, der die Brücke sein will zwischen uns und Christus, aber auch zwischen uns untereinander! Nehmen wir diese Brücke an, die uns an diesem Pfingstfest wieder neu ins Gedächtnis gerufen ist.

Gelobt sei Jesus Christus!

(Unser Video vom Katholikentag mit vielen Glaubenszeugnissen finden Sie hier)

Der Autor Stefan Salzmann ist Priesterkandidat für das Bistum Limburg und 1. Vorsitzender von Gerne katholisch e.V.

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