/Leben “per ducatum evangelii” – “unter der Führung des Evangeliums”

Leben “per ducatum evangelii” – “unter der Führung des Evangeliums”

Ein Gastbeitrag von Dipl.-Theol. Marco Hüsing

In der Mitte des Prologs der Benediktsregel stehen im lateinischen drei Wörter: “per ducatum evangelii: unter Führung des Evangeliums”. Diese drei Wörter geben nicht nur eine Beschreibung eines Mönchsleben wieder. Es ist auch nicht nur eine Aufforderung des Mönchs, sondern diese drei Wörter sind die Grundbeschreibung eines jeden christlichen Lebens. 

Durch die Taufe und die dadurch gegebene Bereitschaft von uns, uns ganz Gott anzuvertrauen, unser Leben ganz Jesus Christus zu geben, wechselten wir von dieser Welt zu einem Leben unter der Führung des Evageliums. Und dies ist Auftrag und Ehre zusammen. 
Es ist Ehre, denn das Evangelium Jesu Christi ist die Frohe Botschaft des Lebens. Durch das Evangelium sind wir befreit von Tod und Sünde. Wir gehören ganz Christus an und können uns freuen. Ja, das Evangelium ist eine Last, die nicht drückt. Es befreit uns von den Verstrickungen der Welt. Durch Annahme gehören wir zu Christus. Und wir leben nicht mehr uns,  sondern Christus lebt in uns. Das bedeutet, ein Leben unter der Führung des Evangeliums zu haben: man ist ganz Jesus übergeben. 

Doch damit kommt auch die Aufforderung, so zu leben. Als Erlöste müssen wir in der Liebe zu den Menschen und der Schöpfung sein. Wir dürfen keinem Menschen Böses antun, wir müssen ihnen mehr Liebe und Zuneigung geben. Wir müssen das Leben der Nächsten gut machen und die Lasten gemeinsam tragen, denn unsere Last trägt Christus mit uns. Unter Führung des Evangelium leben bedeutet daher, der Liebe zum Nächsten Raum zu geben. Das hört sich wenig an, aber wie Christus es sagte: Das ist die Quintessenz des ganzen Gesetztes. Es ist das Konzentrat der Taten Jesu für uns. 

Und was genau es bedeutet “per ducatum Evangelii” zu wirken, hat der hl. Vater Benedikt in seiner Regel dargelegt. Ja nicht nur er, sondern auch der hl. Dominikus, der hl. Ignatius, der hl. Phillip Neri, die sel. Mutter Theresa und auch der hl. Johannes Paul II. in all seinen Predigten und Reden.

Diesen Inhalt teilen...Share on Facebook396Tweet about this on TwitterPin on Pinterest0Share on Tumblr0Email this to someonePrint this page