Leben und Lehre der Kirche

gitarreGeistlicher Impuls im September von Dag Heinrichowski

Anfang Oktober tagt in Rom die außerordentliche Bischofssynode zum Thema „Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Rahmen der Evangelisierung“. Nicht erst seit der Ergebnisse der Umfrage zur Vorbereitung dieser Synode ist deutlich, dass es gerade bei dem Thema große Unterschiede zwischen der Lehre der Kirche und dem Leben der Kirche gibt. Eine Frage, die aber nicht nur auf das Thema der Sexualmoral und der Familie begrenzt sein darf und schon gar nicht nur auf weltkirchlicher Ebene diskutiert werden darf. Die Frage nach dem Leben und der Lehre der Kirche geht jeden Christen an. Denn Glaube ist kein reines Wissen aus Katechismus, Glaube ist vor allem mein Leben. Glaube ist keine Theorie, sondern Praxis. Gott offenbart uns eben nicht in einem Heiligen Buch mit Vorschriften und Sätzen, sondern er offenbart sich selbst in Christus. Er wird Teil unseres Lebens – konkret und praktisch.

„Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten.“ (Joh 14, 15), sagt Jesus in seiner Abschiedsrede an seine Jünger. Unsere Beziehung zu Gott ist keine Theorie. Der Glaube an ihn ist Praxis, zeigt sich im Alltag. In unserem Leben muss sich die Liebe zu Jesus zeigen. Glaube hat konkrete Folgen. Leben und Lehre gehören zusammen und müssen im richtigen Verhältnis zueinander stehen. Beides hat Relevanz für das je andere. Vielleicht ist das wie eine Gitarrenseite, die nur in der richtigen Spannung den richtigen Ton trifft. Einen Ton, der zu anderen Tönen passt. Diese Stimmung muss immer wieder angepasst werden und das ohne, dass die Seite reißt.

Die Bischofssynode wird schauen, ob und wie ein wenig nachgestimmt werden kann und muss. Aber auch für jeden einzelnen Christen bleibt es die ständige Aufgabe, die Stimmung im eigenen Leben zu überprüfen. Stehen mein Leben und die Lehre der Kirche, Praxis und Theorie des Glaubens in einem guten Verhältnis? Passt der Klang in den Akkord der Kirche? Gebe ich mit meinem Leben, in meinem Alltag Zeugnis für die Hoffnung, die mich erfüllt, für den Glauben, der mich fasziniert und die Liebe, die Gott mir schenkt? Zeugnis für Christus geben heißt sein Evangelium, seine Botschaft zu leben!

Vielleicht kann die Synode gut mit einem Satz aus einem Gebet aus China begleitet werden: „Herr, erwecke deine Kirche und fange bei mir an!“

Dag Heinrichowski ist Priesterkandidat für das Erzbistum Hamburg.

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