/Die EINE Frage, die sich jeder Katholik heute stellen muss

Die EINE Frage, die sich jeder Katholik heute stellen muss

alone-480474_1280Gerne katholisch dokumentiert immer wieder Blogbeiträge aus anderen Teilen der Welt, die sich mit dem Thema Evangelisierung beschäftigen. Lesen Sie heute einen Artikel von Brandon Vogt, katholischer Autor und Blogger aus Florida, USA (brandonvogt.com)

Neue Studien (aus den USA, Anm.) zeigen, dass 7% der Katholiken 80% aller Spenden und ehrenamtlich geleisteten Stunden erbringen. Es ist leicht, sich ganz auf diese Gruppe zu verlassen. Wir können sicher sein, dass sie es sind, die sich anmelden, die auch kommen, die unterschreiben, die Bücher kaufen, die spenden.

Aber jeder Katholik muss sich diese eine Frage stellen: was tue ich, um die anderen 93% zu erreichen?

In der Pressekonferenz, in der Fr. Robert Barron als neuer Weihbischof in Los Angeles vorgestellt wurde, sagte er: “Die größte Herausforderung, der die Katholische Kirche heutzutage gegenübersteht, ist der Verschleiß unserer eigenen Leute.”

Was tue ich also, um die große Mehrheit der inaktiven Katholiken zu erreichen, die nicht regelmäßig in unsere Einrichtungen kommen, die sich nicht groß um den Katholizismus kümmern und die sich von den Sakramenten langsam entfernt haben?

Und was ist mit den über die 93% hinausgehenden, die sich gar nicht mit der Kirche identifizieren können – die sich vielleicht Atheisten oder “Nichtglaubende” nennen – und die den Katholizismus nicht mal auf dem Radar haben?

Nehme ich sie ernsthaft in Dienst oder versorge ich nur die 7%, die sich ohnehin engagieren?

Das Letztere ist natürlich einfacher. Du wirst mehr Lob bekommen. Du wirst mehr Seitenklicks bekommen und Käufe generieren. Es ist zweifellos der komfortablere Weg.

Deshalb gibt es so viele Materialien für die 7%. Eine typische Pfarrei hat eine Menge an Diensten, die übernommen werden sollten – fast alle sind auf die 7% zugeschnitten. Die große Mehrheit der katholischen Bücher und Zeitungen sind für die 7% geschrieben. Fast alle katholischen Webseiten laufen von und für die 7%.

Aber die “Neuevangelisierung” ist im Wesentlichen nicht für die 7% gedacht. Sie ist dafür gedacht, die 93% nach Hause zu holen.

Wir können die 7% nicht ignorieren – auch sie brauchen Evangelisierung. Aber die Sendung der Kirche ist grundsätzlich nach außen gerichtet. Vom Evangelium her gedacht: die Sendung geht zentrifugal, nicht zentripetal. Sie gilt mehr der 93% als der 7%.

Jede katholische Pfarrei, jeder Geistliche und Mitarbeiter, jeder Blogger und jede Zeitung muss sich permanent diese Frage stellen: was tue ich für die 93%?

Gebe ich nur Lippenbekenntnisse ab oder baue ich meine ganze Arbeit um ihre Missionierung herum?

Und schaue ich auch über die 93% hinaus auf die, die am anderen Ende des Religiösen kreisen?

Das sollten heute die maßgeblichen Fragen sein.

(Anmerkung des Autors: Ich nehme mich selbst bei diesen Fragen nicht aus. Ich stelle sie mir ständig und bin mit meinen Antworten nicht immer zufrieden. Aber das sind die Fragen, die wir uns stellen müssen.)

Übersetzung: Stefan Salzmann. Die Inhalte der Artikel spiegeln nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion oder des Übersetzers wider. Wir freuen uns auf Ihre Meinung und Ihren Kommentar!

 

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