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Leben „per ducatum evangelii“ – „unter der Führung des Evangeliums“

Ein Gastbeitrag von Dipl.-Theol. Marco Hüsing

In der Mitte des Prologs der Benediktsregel stehen im lateinischen drei Wörter: „per ducatum evangelii: unter Führung des Evangeliums“. Diese drei Wörter geben nicht nur eine Beschreibung eines Mönchsleben wieder. Es ist auch nicht nur eine Aufforderung des Mönchs, sondern diese drei Wörter sind die Grundbeschreibung eines jeden christlichen Lebens. 

Durch die Taufe und die dadurch gegebene Bereitschaft von uns, uns ganz Gott anzuvertrauen, unser Leben ganz Jesus Christus zu geben, wechselten wir von dieser Welt zu einem Leben unter der Führung des Evageliums. Und dies ist Auftrag und Ehre zusammen. 
Es ist Ehre, denn das Evangelium Jesu Christi ist die Frohe Botschaft des Lebens. Durch das Evangelium sind wir befreit von Tod und Sünde. Wir gehören ganz Christus an und können uns freuen. Ja, das Evangelium ist eine Last, die nicht drückt. Es befreit uns von den Verstrickungen der Welt. Durch Annahme gehören wir zu Christus. Und wir leben nicht mehr uns,  sondern Christus lebt in uns. Das bedeutet, ein Leben unter der Führung des Evangeliums zu haben: man ist ganz Jesus übergeben.  (mehr …)

Fronleichnam – Die Liebe Gottes wird sichtbar

fronleichnamEin frohes und gesegnetes Hochfest Fronleichnam euch allen!

Ein Impuls von Papst Benedikt XVI: „In der Tat: Niemand hat Gott gesehen, so wie er in sich ist. Und trotzdem ist Gott uns nicht gänzlich unsichtbar, nicht einfach unzugänglich geblieben … Gott hat sich sichtbar gemacht: In Jesus können wir den Vater anschauen (vgl. Joh 14, 9). In der Tat gibt es eine vielfältige Sichtbarkeit Gottes. In der Geschichte der Liebe, die uns die Bibel erzählt, geht er uns entgegen, wirbt um uns – bis hin zum Letzten Abendmahl, bis hin zu dem am Kreuz durchbohrten Herzen, bis hin zu den Erscheinungen des Auferstandenen und seinen Großtaten, mit denen er durch das Wirken der Apostel die entstehende Kirche auf ihrem Weg geführt hat.

Und in der weiteren Geschichte der Kirche ist der Herr nicht abwesend geblieben: Immer neu geht er auf uns zu – durch Menschen, in denen er durchscheint; durch sein Wort, in den Sakramenten, besonders in der Eucharistie. In der Liturgie der Kirche, in ihrem Beten, in der lebendigen Gemeinschaft der Gläubigen erfahren wir die Liebe Gottes, nehmen wir ihn wahr und lernen so auch, seine Gegenwart in unserem Alltag zu erkennen. Er hat uns zuerst geliebt und liebt uns zuerst; deswegen können auch wir mit Liebe antworten. Gott schreibt uns nicht ein Gefühl vor, das wir nicht herbeirufen können. Er liebt uns, lässt uns seine Liebe sehen und spüren, und aus diesem ,,Zuerst’’ Gottes kann als Antwort auch in uns die Liebe aufkeimen.“

(Benedikt XVI., Enzyklika Deus Caritas est, Nr. 17)