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Impuls zum 2. Adventssonntag

Der Gerne-katholisch-Adventskalender - jeden Tag ein kleiner Impuls

Der Gerne-katholisch-Adventskalender – jeden Tag ein kleiner Impuls

Heute hören wir den Beginn des Markusevangeliums und damit einen Verweis auf Johannes des Täufer, den „Rufer in der Wüste“ (vgl. Joh 1,23), der Christus als Wegbereiter vorausging.

Johannes hat mich schon immer fasziniert. Als Kind vielleicht eher durch sein „Gewand aus Kamelhaar“ und seine Nahrung aus „Heuschrecken und wildem Honig“. Heute ist es eher sein Dasein als Vorläufer und Wegbereiter.

Auch heute gibt es viele, die Wegbereiter Christi sein wollen, innerhalb und außerhalb der Kirche und auch hier bei gerne-katholisch.de. Das ist gut und wichtig. Viele werden nicht müde zu rufen. Und am lautesten wird immer gerufen „Bekehrt euch.“ (Mk 1,4), gerade in der letzten Zeit.

Eines scheint mir aber im Gegensatz zu Johannes heute verloren zu gehen bzw. nur noch verschwommen wahrnehmbar zu sein. Ich muss mir bewusst sein, dass Wegbereiter auch heute heißt, „nur“ Vorläufer zu sein. Ich bin nicht der Herr der Welt und auch nicht ihr Richter – Gott sei Dank!
Johannes wusste das: „Nach mir kommt der, der stärker ist als ich; ich bin nicht wert, mich zu bücken und ihm die Schuhriemen zu lösen. Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit heiligem Geist taufen.“
Und der Evangelist Johannes wird es uns kommenden Sonntag auch noch einmal deutlich in Erinnerung rufen: „Er selbst war nicht das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.“ (Joh 1,8)

Wie gut wäre es, wenn sich das alle heutigen Rufer in Erinnerung bringen…

(Dieser Impuls stammt aus unserem Adventskalender unter http://advent.gerne-katholisch.de)

Leben und Lehre der Kirche

gitarreGeistlicher Impuls im September von Dag Heinrichowski

Anfang Oktober tagt in Rom die außerordentliche Bischofssynode zum Thema „Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Rahmen der Evangelisierung“. Nicht erst seit der Ergebnisse der Umfrage zur Vorbereitung dieser Synode ist deutlich, dass es gerade bei dem Thema große Unterschiede zwischen der Lehre der Kirche und dem Leben der Kirche gibt. Eine Frage, die aber nicht nur auf das Thema der Sexualmoral und der Familie begrenzt sein darf und schon gar nicht nur auf weltkirchlicher Ebene diskutiert werden darf. Die Frage nach dem Leben und der Lehre der Kirche geht jeden Christen an. Denn Glaube ist kein reines Wissen aus Katechismus, Glaube ist vor allem mein Leben. Glaube ist keine Theorie, sondern Praxis. Gott offenbart uns eben nicht in einem Heiligen Buch mit Vorschriften und Sätzen, sondern er offenbart sich selbst in Christus. Er wird Teil unseres Lebens – konkret und praktisch. (mehr …)

Brennende Sehnsucht

Geistlicher Impuls im August

Am 28.08 feiert die Kirche den Gedenktag des Heiligen Augustinus von Hippo und das ist doch ein guter Anlass, ihm mal einen Impuls zu widmen. Oft werde ich auf meinen berühmten Namenspatron angesprochen und nicht immer können andere meine Begeisterung für den Kirchenvater so auf Anhieb teilen. Und Augustinus ist ja auch tatsächlich kein einfacher Heiliger, ja selbst wenn man manch albernes Klischee beiseite räumt, bleibt er eine ziemlich sperrige, widersprüchliche Persönlichkeit.

Der große Seelsorger, der immer Menschen um sich haben wollte, ist zugleich auch der Vater einer pessimistischen Sicht auf den Menschen. Der Theologe der Gnade ist zugleich auch jener, der mit der Zuhilfenahme der römischen Truppen gegen die Donatisten einer verhängnisvollen Verquickung von religiösen Fragen und weltlicher Macht das theologische Fundament schuf. Der leidenschaftlich Liebende, nicht umsonst wird der Heilige Augustinus mit dem brennenden Herzen dargestellt, ist zugleich auch der Schöpfer eine zutiefst negativen Lehre von der menschlichen Sexualität, die bis heute ihren Niederschlag in der kirchlichen Lehre hat. Das alles ist Augustinus von Hippo und wird von den einen dafür unkritisch bewundert und von den anderen verteufelt.

Bild: Der Heilige Augustinus, Marienaltar der Stadtkirche in Langenzenn.
Quelle: Wikimedia Commons/Wolfgang Sauber

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„Mit Christus Brücken bauen“

Geistlicher Impuls an Pfingsten

Ein gesegnetes und frohes Pfingstfest wünsche ich Ihnen!

50 Tage nach Ostern feiern wir die Sendung des Heiligen Geistes auf die Jünger und damit, wie manche es nennen, den „Geburtstag“ der Kirche. Im alten Hymnus, den wir schon in den Tagen vor Pfingsten beten, heißt es gleich zu Beginn: „Komm, Schöpfer Geist, kehr’ bei uns ein.“ Die Bezeichnung des Geistes als „Schöpfer“ bezieht sich dabei zunächst auf die Schöpfung der Welt. Der Geist, der schon von Anfang an in der Welt war (Gen 1,2), ist der große Baumeister der Weltenschöpfung: „Du sandtest deinen Geist, um den Bau zu vollenden.“ (Jdt 16,14).

brueckePfingsten ist dann so etwas wie ein Neubeginn: Die Jünger wurden durch den Geist gesandt und befähigt, die Botschaft Christi zu verkünden und so ist der Geist nicht nur „Bauender“, sondern zugleich „Sendender“. Als Christen sollen wir nicht beim status quo stehen bleiben, sondern wir sind immer aufgerufen, in Bewegung zu bleiben zu Gott und den Menschen hin.

Unter dem Motto „Mit Christus Brücken bauen“ trafen sich vergangene Woche mehr als 50.000 Menschen in Regensburg, um gemeinsam den 99. Deutschen Katholikentag zu begehen. Auch ich war vier Tage dabei und empfand das Programm und die Stimmung als sehr geistlich, vor allem aber als insgesamt von einer großen Freude am Glauben geprägt. (mehr …)

Gerne katholisch Magazin Nr. 2 erscheint am 28. Mai

 

Cover Gerne katholisch Magazin Nr. 2

Cover Gerne katholisch Magazin Nr. 2

Unser nagelneues Magazin erscheint pünktlich zu Christi Himmelfahrt (und damit zum Katholikentag in Regensburg). Folgende Beiträge erwarten Sie u.a.:

  • 3 Fragen an… Maite Kelly: Die bekannte Sängerin und „Let’s Dance“-Gewinnerin hat mit uns über ihren katholischen Glauben gesprochen
  • Ein Franziskaner und ein Prämonstratenser stellen uns je ihren Orden vor
  • Weltweit gerne katholisch – internationale Glaubenszeugnisse
  • Christi Himmelfahrt in der Kunst: Einblicke in die Darstellungsformen verschiedener Kunstepochen
  • Geistlicher Impuls zu Pfingsten

Sie können unser neues Magazin gegen die Übernahme des Portos (1,50 EUR) per Vorkasse oder PayPal gedruckt bestellen unter magazin@gerne-katholisch.de.

Pfarreien und kirchliche Einrichtungen, die größere Auflagen bestellen möchten, können sich gerne auch an diese E-Mailadresse wenden.

Ostern – Der ultimative Neuanfang

Geistlicher Impuls zum Osterfest 2014

von Jeremias Michael Kehren, OPraem

Manchen fällt es schwer, an die Auferstehung Jesu zu glauben und sich darüber zu freuen.

Einigen fällt es schwer, weil sie meinen, alles müsse wissenschaftlich – „mit eigenen Augen“ – einsehbar sein. Verbreiteter ist aber unter vielen Christen die Ansicht, dass es einfach irgendein Lehrsatz sei, der halt irgendwie dazu gehöre, aber keine wirkliche Relevanz für das eigene Leben habe. Deshalb wirkt bisweilen das traditionelle „Osterlachen“ eher hölzern und auch nach der Osternacht und dem Osterhochamt verbergen sie die Freude der Erlösten gekonnt…

Warum lässt uns Ostern manchmal so kalt? Warum gehen wir nicht auf die Straße und grüßen einander mit jenem Gruß, den sich auch die frühen Christen zuriefen: „Der Herr ist auferstanden! Halleluja! – Ja, der Herr ist wahrhaft auferstanden! Halleluja!“? (mehr …)

Fastenzeit – das meinst du doch nicht ernst!?

tumblr_n21lqySL9D1st5lhmo1_1280Zwei Schriftstücke sind mir dieser Tage wieder einmal in die Hände geraten: Die Fastenbotschaft Papst Franziskus‘ und der Vierte der „Briefe über Selbstbildung“ von Romano Guardini.

Allenthalben findet der Papst zu dem, was er sagt große Zustimmung, die mich ehrlich freut. In seiner diesjährigen Botschaft zu Fastenzeit wiederholt er eine Forderung, die er schon oft in den vergangenen Monaten an uns gerichtet hat:

„Es bedarf dringend einer Umkehr der Gewissen zu den Werten der Gerechtigkeit, der Gleichheit, der Genügsamkeit und des Teilens.“

In meinen Ohren höre ich den Applaus aller Welt und sehe mich zustimmend diese Zeilen des Papstes lesen. Aber erfasse ich eigentlich, will ich eigentlich erfassen, was Franziskus mir da sagt? Mit diesem Satz und mit seiner Forderung nach einer armen Kirche?
Romano Guardini hält mir schonungslos den Spiegel vor: „Schon oft ist davon gesprochen worden, alles müsse natürlich und einfach werden […] Wir müssten bedürfnislos werden und ihr [der Welt] den Weg zeigen. Vielleicht haben wir sogar das große Wort von der Armut gesprochen, vom heiligen Franziskus geredet und gemeint, sein Geist der Armut, der königlichen Freiheit müsse erwachen. Aber: Haben wir davon gesprochen, wenn wir satt waren, und uns da die großen Worte, die heroischen Stimmungen erhaben durch die Seele gehen lassen? Oder aber, wenn es zu Hause knapp zuging, haben wir da mit Fröhlichkeit vorlieb genommen und der Mutter durch ein vergnügliches Gesicht ihre Sorgen erleichtert? Du verstehst, hier liegt der ganze Unterschied. Das erste waren Redensarten, das zweite Ernst.“ (mehr …)

Mut zum Anfang

Was erwarte ich auf meinem Weg?

Was erwarte ich auf meinem Weg?

Der heutige Fastensonntag kann als Mitte und Anfang zugleich gesehen werden: Die Mitte der vierzigtägigen Fastenzeit und der Beginn der Sonntage, an denen es besonders um die Vorbereitung auf die Taufe an Ostern ging (mehr Info dazu hier).

Zum Thema Anfang bin ich an zwei Aspekten in den heutigen Lesungstexten hängen geblieben:

David, der Sohn der zum König gesalbt werden soll, ist nicht da (1 Sam 16, 1b.6-7.10-13b). „Der jüngste fehlt noch, aber der hütet gerade die Schafe.“ Dabei ist er genau der, den der Herr erwählt hat. Das hatte Isai vielleicht nicht erwartet und deswegen war David nicht da.

Im Evangelium (Joh 9, 1-41) geht es anfangs um die Frage, warum der Mann überhaupt blind sei.

„Rabbi, wer hat gesündigt? Er selbst? Ober haben seine Eltern gesündigt, so dass er blind geboren wurde?“ Jesus antwortete: „Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden.“

Warum wird eigentlich das Wirken Gottes an ihm offenbar? Vielleicht, weil er in seiner Blindheit etwas von Gott erwartet, nämlich, dass er sehen kann, dass ihm die Augen geöffnet werden.

Wo erwarte ich etwas von Gott? Was verberge ich vor ihm? Wo kann ich einen Anfang machen, in dem ich ihm etwas hinhalte? Was ist meine Blindheit? Wo liegt der Anfang einer Überraschung?

Um die Mitte geht es vielleicht in der zweiten Lesung (Eph 5, 8-14). „Einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr durch den Herrn Licht geworden. Lebt als Kinder des Lichts!“ So leben, wie es dem entspricht was ich bin. Mitten in meinem Tun, in meinem Leben als Christ muss ich mich an der Frage messen: Lebe ich so?

Mitten drin: Mut zum Anfangen und Mut zum Ausrichten auf Christus.

Einen gesegneten Fastensonntag!

Und das Wort ist Fleisch geworden

Geistlicher Impuls zu Weihnachten 2013

Stomer-adoration

Matthias Stom: „Anbetung der Hirten“ via Wikimedia Commons

Das Geheimnis, das wir an Weihnachten feiern dürfen, bringt das Johannesevangelium gleich zu Anfang mit schlichten, aber unglaublich tiefen Worten auf den Punkte: „Und das Wort ist Fleisch geworden.“ (Joh 1, 14). Wir feiern das Besondere am Christentum: Gott teilt sich uns mit in seinem Sohn, in dem Wort, das Fleisch wird; er will Gemeinschaft mit uns. Und: Der christliche Glaube bleibt nicht bei Worten stehen, sondern wird Fleisch, Glauben wird zum Tun in Liebe.

Gott hat sich in Christus mitgeteilt, sich uns offenbart, er ist Teil der Geschichte geworden. Aber ich glaube, dass er auch heute noch Teil meiner Geschichte, Teil der Geschichte jedes Menschen werden möchte. Er spricht auch heute noch zu uns. Auch wenn wir ihn nicht immer hören und wahrnehmen können, spricht er. Durch einen Bibeltext, den ich plötzlich ganz anders verstehe und auf meine Situation beziehen kann, durch das Wort eines anderen Menschen, das mir eine neue Perspektive zeigt, durch die Sakramente, die mich mitten im stressigen Alltag ruhig werden lassen, im persönlichen Gebet mit Gott, wo ich ihm meine Sorgen und Freuden, Fragen und Gedanken hinlegen kann und auf ganz viele andere Weise. Davon bin ich überzeugt und das ist ein Grund, weshalb ich gerne Weihnachten feiere! Gott teilt sich uns immer wieder mit!

Das Wort, aus dem der Glaube kommt, wird Fleisch. Glauben ist mehr als ein Lippenbekenntnis, mehr als Worte. Glaube wird Fleisch in mir und in meinen Taten. Dazu ruft mich das Weihnachtfest auf: Die Hirten, die sich nach den Worten der Engel auf den Weg machen, erst zum Kind und dann verkündigen sie die Freude, die ihnen zuteil wurde. Die Freude, die auch uns zuteil wird. Unsere weihnachtliche Freude, unser weihnachtlicher Glaube will in uns Fleisch, in uns und unseren Taten konkret werden. Das Zweite Vatikanische Konzil lehrt in der Pastoralkonstitution „Gaudium et Spes“: „Denn er, der Sohn Gottes, hat sich in seiner Menschwerdung gewissermaßen mit jedem Menschen vereinigt.“ (GS 22).

Jesus hat sich mit jedem Menschen vereinigt. In jedem Menschen können wir Gott ein Stück weit begegnen und im Dienst am Nächsten diene ich Gott.

„Das Wort ist Fleisch geworden“ – Grund zur Freude, zum Dank und Aufruf, auch in uns selbst Weihnachten zu feiern: Gott wird Mensch.

Impuls zum 4. Advent

Im Mittelpunkt des heutigen Evangeliums stehen die Worte des Propheten Jesaja, die der Engel des Herrn Josef im Traum mitteilte (Mt 1, 23 bzw. Jes 7, 14):

„Seht die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären und man wird ihm den Namen Immánuel geben, das heißt übersetzt: „Gott ist mit uns“.

Gott ist mit uns. Er möchte nicht nur Gott auf geistiger Ebene sein, er möchte mitten unter uns sein, er möchte Mensch sein. Das ist Liebe und Hinwendung zu seinem Volk. Er möchte nicht länger nur durch die Propheten zu seinem Volk sprechen, sondern er selbst möchte sich offenbaren. Und so hören wir auch an Weihnachten in der Einleitung des Johannes-Evangeliums: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“ (Joh 1, 14).

Ich finde sehr viel Trost in diesen Worten, in der Vorstellung, dass Jesus mitten unter uns gelebt hat. Er hat sich mit uns gefreut und mit uns getrauert, er hat mit uns gegessen und getrunken, er hat mit uns gebetet, hat mit uns gelitten ist für uns gestorben und wiederauferstanden. Dieses Heil begann mit seiner Geburt durch die Jungfrau Maria, bzw. erst ihrem Ja zu Gott und diesem Auftrag.

Jesus ist wahrer Mensch und wahrer Gott. Das ist etwas völlig neues und mit dem Verstand nur schwer zu begreifendes. Aber vertrauen wir auf Gott und seinem Wort, lassen wir uns darauf ein, so wie auch Josef den Worten des Engels vertraute und seine Frau zu sich nahm, statt sie zu verlassen (Mt 1, 24).
Dann können auch wir aus der Hoffnung heraus leben, dass Gott mit uns ist – auf all unseren Wegen, denn er selbst ist diese Wege alle vor uns und mit uns gegangen, durch Freud und durch Leid.

Zum Schluss möchte ich Ihnen noch das Adventslied „Veni redemptor gentium“ mit auf dem Weg geben, welches diese beiden Naturen Jesu betont und zu meinen Lieblingsliedern im Advent zählt. Es stammt aus der Feder des Ambrosius von Mailand, der dieses Lied vor über 1600 Jahren verfasste. Im Gotteslob finden sie fünf der acht Strophen ins deutsche Übertragen Neues Gotteslob: 227, altes Gotteslob 108).

Einen gesegneten vierten Advent.