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„Doch nicht etwa ich?“

abendmahl1Geistlicher Impuls zur Karwoche

Die Karwoche beginnen wir mit dem Palmsonntag, der uns im Passionstext des Tages die Passion Christi nach Markus nahebringt, von der Salbung, über den Verrat und das Abendmahl bis hin zur Festnahme im Garten Gethsemane, dem Verhör und der Kreuzigung.

Eine Frage der Jünger sticht dieses Jahr für mich aus dem Passionstext heraus (Mk 14,19). Als Jesus davon spricht, dass ihn einer der zwölf verraten wird, ist es nicht nur Judas Iskariot, der (vermutlich) in Aufregung gerät, weil sein Freund um seinen Verrat weiß. Nein, auch die anderen Elf fragen sich, ob sie es nicht sein könnten! Immer wieder eine Überraschung für mich.

Und doch – ehrlicherweise – so bin auch ich. Manchmal vollmundig wie Petrus und erschreckt, wenn der Hahn kräht; treu folgend, mich beschenken lassend bei der Eucharistie, die Treue und Barmherzigkeit Gottes spürend und doch gleichzeitig mit den Jüngern fragend „doch nicht etwa ich?“  (mehr …)

Bleibt hier und wacht mit mir!

Dieser kurze Satz aus dem Matthäusevangelium (Mt 26, 38) ist den Allermeisten bekannt und nicht an wenigen Orten wird an Gründonnerstag mit dem entsprechenden Taizé-Gesang das abendliche/nächtliche Gebet eröffnet, dass an eben jenes Gebet Jesu im Garten Getsemani erinnert, das uns das Evangelium schildert.

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In dieser Erzählung des Gebets Jesu sind die Jünger mir -wie so oft-  unendlich nah. Sie haben den Einzug in Jerusalem und den damit verbundenen Freudentaumel hinter sich. Aber gerade auch das gemeinsame Mahl, die unendlich reiche, zugleich verwirrende Erfahrung der Fußwaschung und nun dämmert es wohl auch dem Letzten von ihnen, dass Jesu Worte vom nahen Tod in Jerusalem wahr sind. Sie sind mittendrin in dem Gefühlswirrwarr, das wir selbst heute durch die Feier der Karwoche erleben. Und da soll man ihnen verübeln, dass ihnen zu nächtlicher Stunde „vor Traurigkeit“ die Augen zufallen? (mehr …)