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Die heilige Leerstelle

grabGeistlicher Impuls zum Osterfest von Pastoralassistentin Mareike Jauß

Wo feiern Sie am liebsten Ostern? Und warum?

Wo lässt sich am besten Ostern feiern? Vielleicht auf den Osterinseln? In Rom, mit dem päpstlichen Ostersegen? Oder doch gleich in Jerusalem, am Ort des Geschehens? Am Heiligen Grab, das nur wenige Meter vom Felsen Golgatha entfernt verehrt wird?

Immerhin pilgern Menschen seit Jahrhunderten dorthin, um dem Ort nahe zu sein, an dem Jesus gestorben ist und beigesetzt wurde. Immer wieder haben Menschen ihr Blut vergossen und sogar gemordet, um diese Grabesstätte zu erreichen.

Paradox an der ganzen Sache: Die heiligste Stätte der Christenheit, der Ort unserer Erlösung, ist …. leer! Keine Reliquien, keine Knochen, nicht einmal Teile eines Knochens sind dort zu finden. Christen feiern sozusagen eine Leerstelle. Sie feiern, dass jemand nicht da ist. (mehr …)

Lehre mich begreifen

Geistlicher Impuls zum Osterfest 2015

ostern2015„Begreift ihr, was ich an euch getan habe“ (Joh 13,12) 

Diese Frage haben wir von Jesus am Gründonnerstag gehört. Offensichtlich haben die Jünger es nicht wirklich begriffen. Sie liefen davon verstört, verängstigt, enttäuscht, ratlos. Und viele dieser Gefühle finden sich auch am Beginn des Evangeliums vom Ostermontag wieder. Zwei Jünger auf dem Weg, ja vielmehr sogar auf der Flucht. Sie fliehen vor all dem, was in den letzten Tagen in Jerusalem auf sie eingeprasselt ist, vor der Angst, die sie am Abend des Verrates gepackt hatte, vor der Verstörung des Kreuzes, das dem Menschen auf den Sie so viele Hoffnungen gesetzt hatten, ein Ende bereitete und vor der Enttäuschung, das Gott das alles hat geschehen lassen. All das bricht aus ihnen heraus, als ein Fremder sich zu ihnen gesellt. (mehr …)

Ostern – Der ultimative Neuanfang

Geistlicher Impuls zum Osterfest 2014

von Jeremias Michael Kehren, OPraem

Manchen fällt es schwer, an die Auferstehung Jesu zu glauben und sich darüber zu freuen.

Einigen fällt es schwer, weil sie meinen, alles müsse wissenschaftlich – „mit eigenen Augen“ – einsehbar sein. Verbreiteter ist aber unter vielen Christen die Ansicht, dass es einfach irgendein Lehrsatz sei, der halt irgendwie dazu gehöre, aber keine wirkliche Relevanz für das eigene Leben habe. Deshalb wirkt bisweilen das traditionelle „Osterlachen“ eher hölzern und auch nach der Osternacht und dem Osterhochamt verbergen sie die Freude der Erlösten gekonnt…

Warum lässt uns Ostern manchmal so kalt? Warum gehen wir nicht auf die Straße und grüßen einander mit jenem Gruß, den sich auch die frühen Christen zuriefen: „Der Herr ist auferstanden! Halleluja! – Ja, der Herr ist wahrhaft auferstanden! Halleluja!“? (mehr …)

Das wäre doch gelacht…

Impuls zu Ostern von Mareike Jauß

„Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“ (Lk 24,5)

Auferstehung: Tod wandelt sich in Leben, Untergang in Aufgang, Verzweiflung in Hoffnung, Tränen in Lachen. Verwandlung ist ein charakteristisches Zeichen Gottes. Es stützt sich nicht auf Erwartbares, hat keine natürlichen Grundlagen.

Die Hoffnung darauf, dass Unglück Anlass zu tieferem Glück sein kann, dass es einen Trost in den Tränen gibt, nannte das Mittelalter eine ‚göttliche Haltung‘, weil sie der Natur überlegen, eigentlich sogar gegen sie gerichtet ist. Eine solche Haltung lehrt uns: Wir dürfen weinen, weil es Trost gibt. Wir dürfen menschlich sein, weil wir göttlich aufgefangen werden. Das ist die frohe Botschaft der Auferstehung: Dass unser Leben nicht in den Gräbern endet. Denn wenn der Tod kommt, kommt auch Gott – nicht, um unser Leben zu beenden, sondern um es zu wenden. (mehr …)