Tags » Papst Franziskus

Ein Advent, der Kirche und Welt erneuern kann

1215Geistlicher Impuls zum Advent von Kaplan Christian Fahl

In diesen Tagen  – vielerorts ist passenderweise schon der erste Schnee gefallen – beginnt wiederum die Adventszeit. Während an vielen Orten die Weihnachtsmärkte öffnen, Glühweingeruch in die Nase steigt und die Einkaufszentren gewohnt überfüllt sind, hat Papst Franziskus eine wichtige Frage gestellt: Wie werden wir Weihnachten feiern können, wenn immer größere Teile der Welt unter Armut, Krieg und Chaos leiden, wenn zehntausende Menschen auf der Flucht sind. Wörtlich sagte Papst Franziskus bei einer Heiligen Messe im Vatikan:

Aber auch heute weint Jesus. Da wir den Weg des Krieges, den Weg des Hasses, den Weg der Feindschaften bevorzugen. Wir sind nah an Weihnachten: dort wird es Licht geben, Feste, hell erleuchtete Bäume und auch Krippen, … alles wird in Ordnung gebracht: Aber die Welt fährt fort Krieg zu führen, um Krieg zu führen. Die Welt hat den Weg des Friedens nicht verstanden.“ (Radio Vatican) 

Die Mahnung des Papstes berücksichtigt, wer im christlichen, im katholischen Sinn die Adventszeit nicht nur äußerlich, sondern mit dem Herzen feiert. Advent ist eine dunkle Zeit: Wenn wir den Adventskranz oft im Dunkeln entzünden, dann denken wir dabei an die Heilige Familie, die unter widrigen Umständen selbst auf der Flucht war, denken an die hochschwangere Maria, die keinen Platz im warmen fand, denken an den Erlöser der Welt, der im Stall zur Welt kam.

Advent nimmt die Sorgen des Papstes – und die Sorgen von Millionen Menschen – auch heute ernst: Die Weihnachtsgeschichte – sie ist auch heute beängstigend aktuell. Gerade in diesen Zeiten bin ich besonders gerne Katholisch. (mehr …)

3 Fragen an… Ute Eberl

Wir haben mit der Referentin für Familien im Erzbistum Berlin und Auditrix (Gasthörerin) der außerordentlichen Bischofssynode zu Ehe und Familie im Oktober 2014 gesprochen.

Das Interview ist erschienen in der aktuellen Ausgabe des „Gerne katholisch Magazins„.

Gerne katholisch:
Frau Eberl, wie würden Sie die Stimmung bei der Synode beschreiben?

Ute Eberl bei der Synode in Rom

Ute Eberl bei der Synode in Rom (Foto: U. Eberl)

Ute Eberl: Papst Franziskus hat die Synode mit einem fulminanten Start eröffnet. Gleich zu Beginn hat er den Synodenvätern eingeschärft, sie sollten erstens frei und offen sprechen und zweitens einander gut zuhören. Er wolle nicht hören, dass nach der Synode dann einer sagt ‚eigentlich hätte ich ja noch gerne gesagt, aber…‘. Die Themen der Synode hatten und haben ja durchaus Brisanz: von unehelichen und gleichgeschlechtlichen Partnerschaften über Geburtenkontrolle, Patchworkfamilien, Polygamie, Singles und Alleinerziehenden bis hin zur Frage der wiederverheirateten Geschiedenen und ihr Ausschluss von den Sakramenten reichte die Palette. Die Bandbreite heutiger Lebensrealitäten von Familien in- und außerhalb der Kirche weltweit ist groß: Alles sollte auf den Tisch kommen.

Erfahrene Synodenväter bestätigten mir: Das sind neue Töne, bei früheren Synoden hätte man sich eher gegenseitig bestätigt – jetzt durfte und sollte es auch kontrovers zugehen. Und da die Synodensprache nicht mehr Latein war, fiel das möglicherweise auch Vielen leichter. Manche sagten sogar, so müsse die Atmosphäre beim II. Vatikanischen Konzil gewesen sein. (mehr …)