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Brennende Sehnsucht

Geistlicher Impuls im August

Am 28.08 feiert die Kirche den Gedenktag des Heiligen Augustinus von Hippo und das ist doch ein guter Anlass, ihm mal einen Impuls zu widmen. Oft werde ich auf meinen berühmten Namenspatron angesprochen und nicht immer können andere meine Begeisterung für den Kirchenvater so auf Anhieb teilen. Und Augustinus ist ja auch tatsächlich kein einfacher Heiliger, ja selbst wenn man manch albernes Klischee beiseite räumt, bleibt er eine ziemlich sperrige, widersprüchliche Persönlichkeit.

Der große Seelsorger, der immer Menschen um sich haben wollte, ist zugleich auch der Vater einer pessimistischen Sicht auf den Menschen. Der Theologe der Gnade ist zugleich auch jener, der mit der Zuhilfenahme der römischen Truppen gegen die Donatisten einer verhängnisvollen Verquickung von religiösen Fragen und weltlicher Macht das theologische Fundament schuf. Der leidenschaftlich Liebende, nicht umsonst wird der Heilige Augustinus mit dem brennenden Herzen dargestellt, ist zugleich auch der Schöpfer eine zutiefst negativen Lehre von der menschlichen Sexualität, die bis heute ihren Niederschlag in der kirchlichen Lehre hat. Das alles ist Augustinus von Hippo und wird von den einen dafür unkritisch bewundert und von den anderen verteufelt.

Bild: Der Heilige Augustinus, Marienaltar der Stadtkirche in Langenzenn.
Quelle: Wikimedia Commons/Wolfgang Sauber

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Neuevangelisierung braucht Zuhören

Peter Faver By Grentidez (Own work), via Wikimedia Commons

Peter Faber
By Grentidez, via Wikimedia Commons

Gestern wurde bekannt gegeben, dass Papst Franziskus einen der ersten Jesuiten, den Seligen Peter Faber, heiliggesprochen hat. In einem Blogeintrag beschreibt ihn P. Bernd Hagenkord SJ als „Patron der Exerzitien“ und begabten Seelsorger und Beichtvater. „Und während ein zweiter Jesuit das Predigen übernommen hatte, saß Faber von Morgen bis zum Abend im Beichtstuhl, so viele Menschen wollten zu ihm, dass er ihnen zuhöre.“, schreibt Hagenkord.

„Neuevangelisierung“ ist zur Zeit ein Wort, das immer wieder in kirchlichen Kreisen und auch auf unserem Blog wird immer dazu geschrieben. Ich glaube auch, dass das gut ist und dass wir diese neue Verkündigung des Evangeliums brauchen. Für mich ist es ein schöner und wichtiger Aspekt, den der Papst vielleicht mit dieser Heiligsprechung setzen möchte, dass Neuevangelisierung auch ganz viel mit Zuhören und Seelsorge zu tun hat. Ohne das funktioniert es nicht. Neuevangelisierung kann auch geschehen im Zuhören und im Zusprechen der Liebe Gottes zu uns.

Heiliger Peter Faber, bitte für uns!

Zum Georgstag

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Die Gemeinschaft am Lagerfeuer ist ein Kirchenbild der DPSG

Heute gedenkt die Kirche des Hl. Georg. Um den Märtyrer, der um 304 enthauptet wurde, ranken sich viele Legenden und Überlieferungen. Er steht als Ritter für Tapferkeit und Mut, gerade auch im Bekenntnis zu Christus und zur Kirche – egal, wie viel Historisches an den Legenden und seiner Person ist. Baden-Powell, der Gründer der Pfadfinderbewegung, hat, aufgrund dieser Werte, diesem Heiligen seine Jugendbewegung anvertraut. Auch die katholischen Pfadfinder in Deutschland, die der größte katholische Jugendverband sind, heißen „Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg“ (DPSG). In diesem Verband gibt es drei Kirchenbilder, die ich immer wieder inspirierend finde.

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Was mich erwartet, ist Freude und Glück

Heute jährt sich zum ersten Mal die Seligsprechung der Lübecker Märtyrer und in meiner Norddeutschen Heimat wird der erste offizielle kirchliche Gedenktag der Seligen begangen. Die drei katholischen Kapläne Eduard Müller, Herrmann Lange und Johannes Prassek wurden zusammen mit dem evangelischen Pastor Karl-Friedrich Stellbrink am 25.6.1943 zum Tode verurteilt und starben am 10.11.43 durch das Fallbeil.

Gemeinsam wandten die vier sich gegen das unmenschliche Naziregime. Sie konnten ihren christlichen Glauben nicht mit der Ideologie Hitlers vereinbaren und konnten nicht schweigen. Für ihre Glaubensübererzeugung gingen die Vier in den Tod.

Besonders in den Abschiedsbriefen der vier Geistlichen, die ihre Adressaten aus diesem Grund nie erreicht haben, wird deutlich, wie viel Kraft und Hoffnung sie von ihrem christlichen Glauben bekommen haben. Der selige Johannes Prassek schreibt an seine Familie:

Heute Abend ist es nun so weit, daß ich sterben darf. Ich freue mich so, ich kann es Euch nicht sagen, wie sehr. (…) Seid nicht traurig! Was mich erwartet, ist Freude und Glück, gegen das alles Glück hier auf der Erde nichts gilt. Darum dürft auch Ihr Euch freuen.

An seinen Bischof richtet er die Worte:

In mir ist die große Freude der Hoffnung auf Gottes Güte und Erbarmen. Ich denke, daß er, der am Kreuze noch verziehen hat, auch mir gnädig sein wird. Ich sterbe mit tiefem Danke an Gott für alles, Liebes und Leides, was Er mir im Leben geschenkt hat.

Der selige Hermann Lange schreibt an seine Geschwister:

Ich kann Euch nur um eins bitten: seid stark und sucht Euch Kraft bei Dem, der in allem Leid uns allein letzte Kraft zu geben vermag.

Die Abschiedsbriefe sind ein wirkliches Zeugnis und es lohnt sich, sie zu lesen.

Aber die Lübecker Märtyrer sind für mich nicht nur ein wichtiges Vorbild im Einstehen für die christliche Hoffnung und Überzeugung, sondern auch ein Beispiel der Ökumene: Gemeinsam traten sie ein gegen eine unchristliche und unmenschliche Ideologie. Gemeinsam gingen sie für ihre Überzeugungen in den Tod.

Sag niemals drei, sag immer vier

formulierte der Mitgefangene Adolf Ehrtmann auf seinem Sterbebett und auch nach der Seligsprechung der drei Kapläne darf nicht vergessen werden, dass auch der evangelische Pastor Stellbrink für seinen Glauben und seine Überzeugungen getötet wurde.

Vielleicht können uns die vier Lübecker Märtyrer zu einem Handeln nach unseren christlichen Überzeugungen motivieren und uns zeigen, wie viel Kraft der Glaube gibt!

Selige Lübecker Märtyrer – bittet für uns!